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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Was passiert mit dem Naturdenkmal Brinksoot?
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am 10.06.2026
TOP 6.2.2.
Der Brinksoot ist ein kleines Stillgewässer, welches im Jahres 1974 als Naturdenkmal und letztmalig 2018 auch als besonders geschütztes Flora-Fauna-Habitat Gebiet (FFH-Gebiet 108 Bockmerholz, Gaim) gesichert wurden. Er dient damit auch gegenüber der EU als Nachweis von Naturschutzmaßnahmen, damit unterliegen die Flächen bestimmten und festgelegten Regelungen zur Nutzung und Arterhaltung und beschränkten Eingriffen durch den Menschen in Bezug zu Veränderungen des ökologischen Systems im Hinblick auf Pflanzen, Tiere und Bäume. Er ist Teil der „großen Wülferoder Weide“.
Es ist ein beliebtes Ausflugsziel für Radfahrende und für Wandernde. Die aufgestellten Bänke samt Tisch laden zum Verweilen ein. Für die Anwohner Wülferodes ist es ein beliebtes Ziel, um in den Sommermonaten die Natur und Fauna mit den Kindern zu entdecken. Seit dem Frühjahr sind am Brinksoot umfangreiche Arbeiten zu beobachten. Der Brinksoot wurde ausgebaggert, die Krebsschere (Stratiote aloides) die Seerosen entfernt, Laichgewässer für diverse Amphibien mindestens stark gestört, wenn nicht sogar zerstört. Der Papierkorb, die Schautafel und ein kleiner Holzsteg sind entfernt worden. Unmittelbar rund um den Brinksoot wurde ein Elektrozaun ca. 1,50 Meter Höhe gesetzt, so, dass man nicht mehr an das Gewässer herantreten kann. Dieser umschließt den gesamten Brinksoot und die umliegenden Wiesen bis zum östlich gelegenen Wald. Dieser Zaun dient offenkundig der Weidehaltung von schottischen Hochlandrindern (Highland Cattle), mindestens 10 an der Zahl.
Fragen an die Verwaltung:
- Warum wurde die Rinderhaltung samt den dafür offenkundig notwendigen Maßnahmen wie Elektrozaun und Verhinderung des öffentlichen Zugangs inklusive Abbaus des Holzsteges zum Brinksoot gegenüber dem zuständigen Bezirksrat nicht vorgestellt oder wenigstens kommuniziert?
- Welchem Zweck dient die Rinderhaltung mit welchem zeitlichen Rahmen an genau dieser ökologisch sensiblen Stelle mit der Gefahr eines trockenfallenden Brinksoot bei langer Trochenheit auch im Hinblick auf die festgelegten Entwicklungsziele und ausgeschlossenen Maßnahmen der Naturschutzgebietsverordnung der Region Hannover NSG-HA 217 – „Bockmerholz, Gaim“ aus 2018?
- Wann ist das Wideraufstellen des Papierkorbes und der Schau- und Erklärtafel und Wiederzugänglichkeit zum Brinksoot vorgesehen?
Text der Antwort
Zu 1. Unterhaltungsmaßnahmen sowie landwirtschaftliche Verpachtungen mit Weidetierhaltung auf städtischen Eigentumsflächen gehören zum laufenden Tagesgeschäft der Verwaltung. Die Pflegemaßnahmen am Naturdenkmal (Gehölzschnitt, Ausbaggern) wurden zuständigkeitshalber von der Region Hannover - Untere Naturschutzbehörde - durchgeführt. Es ist geplant, bei der Aufstellung einer neuen Schautafel (siehe 3) umfassend über die Maßnahmen und Hintergründe im Bereich Brinksoot zu informieren. Ein Holzsteg ist nach Kenntnis der Verwaltung nicht vorhanden gewesen und insofern auch nicht entfernt worden.
Zu 2. Die Rinderhaltung hat einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Gleichzeitig werden durch die extensive Beweidung die ökologisch wertvollen Bereiche (Grünland, Gewässer) gepflegt, was andernfalls kosten- und zeitintensiv maschinell erfolgen müsste. Durch die extensive Beweidung entstehen zusätzlich vielfältige und kleinteilige Habitatstrukturen für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Das potenzielle Trockenfallen der Gewässer am Brinksoot ist unabhängig von einer Beweidung. Alle Maßnahmen im Naturschutzgebiet sind mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover abgestimmt und, soweit erforderlich, behördlich genehmigt.
Zu 3. Der Papierkorb wird kurzfristig wieder aufgestellt, eine neue Schautafel befindet sich derzeit in der Gestaltung und wird voraussichtlich im Verlauf des Sommers aufgestellt werden. Das Naturdenkmal Brinksoot wird im Sinne der „Großen Wülferoder Weide“ und mit Blick auf die Zielsetzungen des Naturschutzgebietes wieder seiner historischen Nutzung als Viehtränke zugeführt und ist daher nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Erlebbarkeit am Picknickplatz ist jedoch weiterhin gegeben und wird durch die positiven Effekte der Rinderbeweidung auf das Landschaftsbild deutlich erhöht.