Drucksache Nr. 15-0591/2014 S1:
Ausweitung Autofreier Sonntag auf den Stadtbezirk Linden-Limmer
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 26.03.2014
TOP 6.2.1.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt Hannover
An den Stadtbezirksrat Linden-Limmer (zur Kenntnis)
An den Verwaltungsausschuss (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
1. Entscheidung
15-0591/2014 S1
0
 
Stellungnahme der Verwaltung zu einem Initiativantrag eines Stadtbezirksrates

Ausweitung Autofreier Sonntag auf den Stadtbezirk Linden-Limmer
Sitzung des Stadtbezirksrates Linden-Limmer am 26.03.2014
TOP 6.2.1.

Beschluss


Die Verwaltung der LHH erstellt in Kooperation mit interessierten Verbänden und Initiativen ein Konzept, wie der alljährlich in Hannovers City stattfindende autofreie Sonntag im Gebiet des Stadtbezirks Linden-Limmer erweitert werden kann

Entscheidung


Die Verwaltung spricht sich aus gegen die Ausweitung der Veranstaltung „Autofreier Sonntag – Hannovers Klimafest“ auf den Stadtteil Linden-Limmer am selben Veranstaltungstag aus. Sie schlägt alternativ vor, dass bereits bestehende, gut eingeführte, stadtteilbezogene Feste in Eigenregie der dort ansässigen Akteure die Themen Klimaschutz, Umweltfreundliche Mobilität und nachhaltige Lebensstile verstärkt aufgreifen und ggf. das Konzept des Autofreien Sonntags dort integrieren.

Die Veranstaltung inklusive der gesamten betroffenen Verkehrsflächen durchläuft jährlich ein zentrales Genehmigungsverfahrens unter Mitwirkung aller Verkehrsbehörden, OE 15.51,
der Polizei, Feuerwehr, üstra/GVH, BAS, Dehoga etc. Genehmigungsvoraussetzung ist ein detailliertes Verkehrskonzept für diesen Tag für die großflächige Umleitung des
PKW-Verkehrs. Vor dem Hintergrund, dass nahezu alle wesentlichen Verkehrstangenten direkt bzw. indirekt betroffen sind (Leibnizufer, Friedrichswall, Schiffgraben, Marienstraße,
Hildesheimer Str. Lavesallee etc.) dienen die Gebiete/Stadtteile rund um die Innenstadt als Umleitung für den gesamten innerstädtischen Verkehr. Für den Verkehr aus Südwesten
kommend betrifft dies unter anderem den Stadtteil Linden. Eine zeitgleiche Umsetzung in den Stadtteilen würde zu erheblichen Verkehrsproblemen führen. Die Genehmigungs- behörde wird deshalb aus verkehrstechnischen Gründen einer Ausweitung auf Linden-Limmer nicht zustimmen können.

Durch den erheblich stärkeren Anteil an Wohnnutzung im Stadtteil Linden ist verstärkt Unmut seitens der Anwohner zu erwarten (in der Innenstadt weitestgehend akzeptiert), was
sowohl die Logistik- als auch Öffentlichkeitsarbeitskosten für diesen Tag deutlich erhöhen würde. Gleichzeitig würden durch die „Vorreiterrolle“ Linden-Limmer ggf. Begehrlichkeiten in weiteren Stadtteilen geweckt werden, die organisatorisch, terminlich und finanziell von der Verwaltung als zentrale Koordinationsstelle nicht erfüllbar sind.

Die hohe Attraktivität des Autofreien Sonntags besteht unter anderem darin, dass den über 100.000 BesucherInnen ein Maximum an Angeboten (über 200 Akteure aus dem Bereich
Klimaschutz, Mobilität, nachhaltige Lebensstile) zur Verfügung steht. Dies belegen auch die positiven Rückmeldungen der ausstellenden Organisationen: die Veranstaltung ist
gekennzeichnet durch eine außerordentlich hohe Zahl an Gesprächen mit fachlich sehr interessiertem Publikum, wie sie bei keiner vergleichbaren Veranstaltung in Hannover zu finden ist. Die Akteure des Autofreien Sonntags kommen vorwiegend aus den Stadtteilen, die auch für einen stadtteilbezogenen Autofreien Sonntag in Frage kommen würden.
Bei zeitgleichen Veranstaltungen entstehen unnötige Konkurrenzentscheidungen für die Akteure, an welchem Standort sie sich präsentieren möchten.

Die Attraktivität für Sponsoren und Akteure ist bei einer zentralen Veranstaltung mit über 100.000 BesucherInnen und über 200 Akteuren und einer überregionalen Berichterstattung
erheblich höher.

Es bestehen bereits seit vielen Jahren sehr gute Veranstaltungsformate in Linden-Limmer: das Deisterstraßenfest „Lust auf Linden-Süd“ (mit Straßensperrung und Aufnahme der
Autofrei-Themen durch Unterstützung der Verwaltung), das Limmerstraßenfest mit vielen ansässigen Akteuren aus der lokalen Wirtschaft, den Umwelt- und sozialpolitischen
Verbänden sowie aus weiteren Stadtteilinitiativen, die Aktion „Blaues Wunder Linden“ oder auch Sportaktivitäten wie der „Wasserstadt- Triathlon“ oder das „Radrennen Lindener Berg“
mit Straßensperrungen. Diese Veranstaltungen können zielführend zu einem Gesamtkonzept ähnlich dem des Autofreien Sonntags weiterentwickelt werden.
Die Verwaltung steht hierfür mit ihrem Know-how weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten beratend zur Verfügung.