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Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird gebeten, Maßnahmen für eine zumutbare
Schülerbeförderung im Stadtbezirk Südstadt-Bult zu treffen.
Südstadt-Bult ist in Hannover der Stadtbezirk mit den meisten Schulen (4 Grundschulen und 10
weiterführende Schulen). Schülerinnen und Schüler haben einen Anspruch auf zumutbare
Beförderung zur Schule (§ 114 NSchG). Derzeit gibt es für im Stadtbezirk wohnhafte Schülerinnen
und Schüler keine zumutbare Schülerbeförderung, da die Schülerbeförderungssatzung der Region
Hannover sie weitestgehend ausschließt. Laut der Satzung werden kostenfreie Schülertickets nur ab
einem Mindestschulweg von 2 km gewährt, wobei die kürzeste fußläufige Verbindung maßgebend
ist, ohne Mobilitätsverhalten, Verkehrssituation, Sicherheitsempfinden, Härtefälle und
Klimaschutzziele zu berücksichtigen. Daher erhalten Schülerinnen und Schüler, die hier wohnen und
hier eine Schule besuchen, oft kein Schülerticket. Irrelevant sind die familiären Verhältnisse der
Schülerinnen und Schüler (z.B. Einkommen der Eltern, Anzahl der Geschwister).
Das Mobilitätsverhalten hat sich geändert. Für Entfernungen von mehr als 500 m werden
Verkehrsmittel genutzt, vor allem PKW (50 %) und selten ÖPNV (10 %) (S. 14 Masterplan Mobilität
2035 der Landeshauptstadt Hannover). Ein 30-minütiger (2 km langer) Schulweg wird als zu lang und
beschwerlich angesehen, um zu Fuß zu gehen. Die vor kurzem durchgeführte Sicherheitsbegehung
der Stadtverwaltung zeigte, dass im Stadtbezirk mehrere Kreuzungsbereiche und Straßen als unsicher
empfunden werden.
Die gute ÖPNV-Infrastruktur nutzen nur wenige hier wohnhafte Schülerinnen und Schüler, da sie kein
kostenfreies Schülerticket erhalten und Jugendnetzkarten zu teuer sind (monatlich 18 Euro). Daher
gibt es bei 10- bis 19-jährigen noch immer mehr Elterntaxis (30 %) als ÖPNV- oder Radnutzung (je 20
%). Dies gefährdet andere vor den Schulen und belastet die Umwelt. Verkehrswende und
Klimaneutralität können so nicht erreicht werden. Zudem wird das Erlernen von sicherem und
umweltfreundlichem Verkehrsverhalten (ÖPNV-Nutzung) nicht gefördert. Schülerinnen und Schüler
fordern daher schon lange kostenfreie ÖPNV-Nutzung (Grundsatzprogramm der
Bundesschülerkonferenz).
Daher befördern immer mehr Städte (Osnabrück, Bremen, Hamburg, Berlin) alle Schülerinnen und
Schüler kostenfrei. Die Landeshauptstadt Hannover sollte zur Umsetzung ihres Masterplan Mobilität
diesen Beispielen folgen und die Regelungen für die Schülerbeförderung ändern, so dass im
Stadtbezirk mehr Schülerinnen und Schüler kostenfrei ÖPNV nutzen können. Zumindest sollte die
zumutbare Schulweglänge reduziert werden.