Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Büntegraben-ein zu sicherndes Eisvogelhabitat?
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode
am 11.03.2009
TOP 8.2.4.
Wie aus zuverlässiger Quelle zu vernehmen war, wurde der Eisvogel (Alcedo atthis), der Vogel des Jahres 2009, in den Büntewiesen beobachtet. Derzeit wird der Büntegraben zwischen Greitheweg und dem Eichen-Hainbuchen-Wald nördlich des Grundstückes Bünteweg 7 naturnah mäandrierend ausgebaut. Wir fragen die Verwaltung:
Frage 1:
Welche Möglichkeiten bestehen, dem Eisvogel hier eine Verbesserung des Nahrungshabitats im Bereich der benannten Ausbaustrecke des Büntegrabens zu schaffen?
Frage 2:
Welche Möglichkeiten bestehen, hier ein sicheres Bruthabitat zu schaffen?
Frage 3:
Welche Aktivitäten hinsichtlich der hinterfragten Maßnahmen sind bereits umgesetzt, in Vorbereitung bzw. können erwartet werden?
Antwort der Verwaltung zu Frage 1:
Der Eisvogel lebt von Kleinfischen; der Fischbesatz wird sich aufgrund des naturnahen Ausbaus in den nächsten Jahren verbessern. Zur Nahrungssuche benötigt der Eisvogel eine gute Wasserqualität sowie gute Ansitzmöglichkeiten. Eine entsprechende Bepflanzung mit Standort heimischen Gehölzen entlang des Gewässerverlaufs ist vorgesehen und wird dem Eisvogel bereits kurzfristig Ansitzmöglichkeiten bieten können.
Antwort der Verwaltung zu Frage 2:
Das Brutrevier eines Eisvogels umfasst etwa 1,5-2 km Länge eines kleinen Fließgewässers mit Abbruchkanten in den Uferbereichen sowie angrenzende ruhige Bereiche. Angesichts der vielfältigen Bebauung entlang des Büntegrabens ist das Entwicklungspotential des Eisvogels nicht optimal. Über den naturnahen Grabenausbau hinaus lassen sich nach Erachtens der Verwaltung keine weiteren Verbesserungen des Bruthabitats erreichen.
Zur Sinnhaftigkeit von Eisvogelkästen am Standort Büntegraben kann die Verwaltung keine Aussage machen.
Auskünfte hierzu können die entsprechenden Naturschutzverbände (HVV, BUND, Nabu) erteilen.
Antwort der Verwaltung zu Frage 3:
Der derzeitige naturnahe Ausbau des Büntegrabens über eine Länge von 676 m wird im Sommer 2009 im Bereich der ehemaligen Kleingartenkolonie ‚Sommerlust’ bis zur Bemeroder Straße weitergeführt. Dort kann sich der Büntegraben in einem 15 m Breiten Gewässerstreifen naturnah entwickeln.