Drucksache Nr. 15-0422/2026 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Community-Initiative zum digitalen Nachbau deutscher Städte
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am 11.03.2026
TOP 5.4.2.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode (zur Kenntnis)
 
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15-0422/2026 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Community-Initiative zum digitalen Nachbau deutscher Städte
Sitzung des Stadtbezirksrates Kirchrode-Bemerode-Wülferode am 11.03.2026
TOP 5.4.2.

Digitale Beteiligungsformate und ehrenamtliches Engagement junger Menschen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Neben klassischen Projekten entstehen neue Formen der Auseinandersetzung mit Stadtentwicklung, Architektur und regionaler Identität auch im virtuellen Raum.

Vor diesem Hintergrund hat sich innerhalb der Spielerschaft des Minecraft-Servers BTE-Germany eine Community gebildet, die Städte und Regionen in ganz Deutschland möglichst detailgetreu digital nachbaut. Die Beteiligten investieren hierfür viel Freizeit, organisieren sich eigenständig und setzen sich intensiv mit realen Gegebenheiten, historischen Entwicklungen sowie aktueller Infrastruktur auseinander.

Solche Initiativen können einen Beitrag zur Identifikation mit den jeweiligen Orten, zur Vermittlung von Stadtgeschichte sowie zu innovativen Formen der Jugendbeteiligung leisten.

In der Anlage befinden sich exemplarische Abbildungen aus dem Spiel, die einen Einblick in den Umfang und die Detailtiefe der Bauprojekte geben.

Daher frage ich die Verwaltung:


1. Ist der Verwaltung bekannt, dass es eine Community gibt, die Städte und Regionen in ganz Deutschland auf dem Server BTE-Germany digital nachbaut?

2. Wie bewertet die Verwaltung das Engagement der Beteiligten im Hinblick auf Stadtidentität, Jugendbeteiligung und digitale Formen des Ehrenamts?

3. Gibt es seitens der Verwaltung oder städtischer Einrichtungen Kontakte zu dieser Community oder die Bereitschaft, einen solchen Austausch aufzubauen und welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung in diesem Zusammenhang für eine organisatorische, inhaltliche oder gegebenenfalls finanzielle Unterstützung?

Die Verwaltung antwortet wie folgt:


Fachbereich 51:

Zu 1.:

Der Verein ist im Bereich Kinder- und Jugendarbeit nicht bekannt. Er bietet nach unseren Erkenntnissen keine Leistungen im Feld der Jugendhilfe (auch nicht der Jugendarbeit) an.

Zu 2.:

Die Tätigkeiten des Vereins beziehen sich nach unserer Erkenntnis auf das Abbilden realer architektonischer Strukturen im digitalen Raum. Dazu wird die Plattform „Minecraft“ verwendet. Für das Thema „Jugendbeteiligung“ und „digitale Formen des Ehrenamts“ wird in dem Verein derzeit keine Relevanz gesehen.

Zu 3.:

Der Verein ist nach den öffentlich zugänglichen Informationen deutschlandweit und ausschließlich digital aktiv. Damit gibt es keine Möglichkeiten für den Bereich Kinder- und Jugendarbeit zur Zusammenarbeit. Der Zugang zur Kommunikationsplattform des Vereins „Discord“ ist aus datenschutzrechtlicher Perspektive der Stadtverwaltung untersagt. Ein entsprechender Antrag wurde bereits zu Corona-Zeiten abgelehnt.
Da es sich um einen deutschlandweit aktiven Verein handelt, liegt die Verantwortung für mögliche Unterstützungen oder Förderungen aus Sicht der Jugendhilfe beim Land Niedersachsen oder dem Bund.
Die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen prinzipiell jeder selbstorganisierten Struktur von jungen Menschen als Unterstützungsstruktur zur Verfügung.

Fachbereich 61:

Zu 1.:

Der LHH sind diese und weitere vergleichbare Community-Initiativen im Wesentlichen bekannt.




Zu 2.:

Grundsätzlich ist das ehrenamtliche Engagement mit Blick auf diese und weitere Community-Entwicklungen gesellschaftlich positiv zu bewerten. Es vermittelt u.a. Wissen zu Digitalisierung, Virtualisierung und fördert kooperative Entwicklung und ein grundsätzliches gemeinsames Engagement.




Zu 3.:

Die Verwaltung nutzt als Planungsgrundlage und Wissensbasis eigene digitale dreidimensionale Anwendungen wie z.B. den Digitalen Zwilling Hannover 3D, die auf verlässlichen amtlichen Geobasisdaten aufbauen. Mit dieser und weiteren Anwendungen lassen sich bereits jetzt Stadtplanungen virtualisiert dreidimensional durchführen und bewerten, Bürgerbeteiligungen unterstützen und grundsätzlich Wissen vermitteln.


Die Community-Entwicklung steht dem nicht entgegen und ist auch weiter zu begrüßen, bedient jedoch eine andere Zielgruppe. Im Rahmen von Open Geodata stellt die LHH kostenfrei Geodaten unter www.opengeodata-hannover.de in 2D und 3D zur Verfügung, mit denen diese und viele vergleichbare Entwicklungen weiter unterstützt werden können. Weitere Maßnahmen sind nicht vorgesehen.