Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Der Stadtbezirksrat beschließt:
1. Der Stadtbezirksrat Linden-Limmer erkennt die in Anlage 1 beschriebene Flagge und Ihre Variationen als Linden-Limmer-Pride-Flag (LiLi-Pride) an. Sie ersetzt nicht die bereits bestehende Flagge sondern unterstreicht die Solidarisierung mit den queeren Menschen im Stadtbezirk.
2. Die Flagge wird zu privater Nutzung sowie als Zeichen der Unterstützung für die lokale LGBTQIA+-Community für Institutionelle Nutzungen gemäß Anlage 2 freigegeben.
3. Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird gebeten, die entsprechenden Grafikdateien auf Ihrem Internetauftritt zur Verfügung zu stellen.
4. Die Übertragung der Nutzungsrechte gem. Anlage 3 wird vom Stadtbezirksrat Linden-Limmer angenommen. Eine entsprechende Annahme durch die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover wird erbeten.
5. Die Ergänzungen aus Drucks. Nr. 15-0470/2026 N1 werden als zusätzliche Umsetzungsvariante übernommen!
Der Stadtbezirk Linden-Limmer steht aufgrund seiner Historie für Vielfalt und Diversität.
Im Rahmen des Aufstieges von rechtsextremen und Verfassungsfeindlichen politischen Strömungen sowie zunehmend rechtspopulistischen Aktionen politischer Parteien ist die Vielfältigkeit in unserer Gesellschaft zunehmend unter Druck.
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bildet einen grundlegenden Bestandteil rechtsextremistischer Ideologie und Agitation.
Die Anzahl von Gewalt- und Straftaten gegen queere Menschen hat in der Bundesrepublik einen traurigen Höchststand erreicht.
Die Gesamtzahl erfasster Hasskriminalität aufgrund der sexuellen Vielfalt stieg im Jahre 2024 auf 1.765, ein Anstieg von 17,75 % im Vergleich zum Jahre 2023. Die Anzahl der Straftaten aufgrund der geschlechtsbezogenen Diversität stieg sogar um 34,89 % auf 1.152 im Jahre 2024
[1] an. Studien legen nahe, dass weiterhin nur ein Bruchteil entsprechender Straftaten angezeigt werden
[2].
Im Jahr 2025 gab es vermehrte Störaktionen und Angriffe auf CSD-Veranstaltungen in ganz Deutschland.
All dieses ist Folge eines rhetorischen Kulturkampfes, der bis in die bürgerliche Mitte ausstrahlt. Angriffe auf die Menschenwürde und Rechte ganzer Menschengruppen wird durch Teile der Politik zunehmend normalisiert.
Den entsprechenden Kulturkämpfern dienen entsprechende Debatten nicht nur zur Erschaffung eines Feindbildes, sondern auch als Einfallstor gegen die Rechte anderer marginalisierter Gruppen sowie der Selbstbestimmung der Frau. Entsprechende Entwicklungen können beispielhaft in den Vereinigten Staaten, Ungarn oder – in derzeit noch geringerem Umfang - dem Vereinigten Königreich beobachtet werden.
Die vorgeschlagene Flagge soll als Symbol gegen den zunehmenden Kulturkampf gegen Diversität, Vielfältigkeit und damit für Gleichheit und Menschlichkeit dienen.
[1] Lagebericht zur kriminalitätsbezogenen Sicherheit von LSBTIQ*, Drucksache 21/580 der 21. Wahlperiode des Deutschen Bundestages
[2] LGBTIQ equality at a crossroads – Progress and challenges