Drucksache Nr. 15-0152/2024 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Einbruchstatistik für die Landeshauptstadt Hannover
Sitzung des Stadtbezirksrates Misburg-Anderten am 07.02.2024
TOP 7.1.3.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
An den Stadtbezirksrat Misburg-Anderten (zur Kenntnis)
 
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Antwort
15-0152/2024 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Einbruchstatistik für die Landeshauptstadt Hannover
Sitzung des Stadtbezirksrates Misburg-Anderten am 07.02.2024
TOP 7.1.3.

Laut aktuellen Angaben der Polizeidirektion Hannover habe es im vergangenen Jahr 2023 insgesamt 872 Einbruchsversuche auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Hannover gegeben. Die Dunkelziffer der nicht erfassten Taten und Versuche wird erwartungsgemäß weit höher liegen. Misburg-Anderten sei der Stadtbezirk mit den wenigsten Einbrüchen, Bothfeld-Vahrenheide jener mit den meisten im vergangenen Jahr.

Wir fragen die Verwaltung:

  1. Welche Gründe können für die sehr gute Platzierung des Stadtbezirks Misburg-Anderten ausschlaggebend sein?

  2. Sind der Landeshauptstadt Hannover ggf. nach Rücksprache mit der Polizeidirektion Hannover explizite Einbruchschwerpunkte im Stadtbezirk Misburg-Anderten bekannt?

  3. Welche Abstimmungen trifft die Landeshauptstadt Hannover mit der Polizeidirektion Hannover, um Einbrüchen im Stadtbezirk vorzubeugen?

Antwort der Verwaltung


zu 1.:

Zu den Ursachen der Fallzahlenentwicklungen der einzelnen Stadtteile lassen sich kaum valide Aussagen treffen. Aus kriminalistischer Erfahrung kann jedoch gesagt werden, dass die Ermittlungen von unorganisierten Täter*innen, die nicht selten im Rahmen der Beschaffungskriminalität ermittelt werden sich für die Polizei grundsätzlich einfacher gestalten. Beispiel wäre hier ein*e Täter*in mit Suchtdruck, der sein persönliches Entdeckungsrisiko ggf. vernachlässigt. Hierbei würde der Tatort sehr willkürlich ausgewählt.

Aus polizeilichen Maßnahmen ist bekannt, dass für die Fortbewegung oftmals der ÖPNV genutzt wird. Hiermit wird in entsprechende Stadtteile gefahren und oft spontan nach geeigneten Objekten geschaut. Oftmals kommt es direkt zur Tatbegehung. Sollte im entsprechenden Stadtteil keine geeignete Gelegenheit bestehen, wird durch die gleiche Täterschaft der nächste Stadtteil aufgesucht und dort nach geeigneten Tatörtlichkeiten geschaut.

Bei „reisenden Täter*innen“ ist die Begehungsweise etwas anders. Hier wird meist strukturiert vorgegangen. Diese Personengruppen suchen sich gezielt Stadtteile/ Wohngebiete aus, in denen sie in kurzer Zeit viele Taten begehen. Nach Vollendung der Taten verlassen die Täter*innen die Örtlichkeiten und reisen weiter. Der Zeitraum polizeilicher Ermittlungsarbeit geht demnach noch lange über den Tatzeitraum hinaus.


zu 2.:

Im Stadtbezirk Misburg-Anderten gibt es keine expliziten Einbruchschwerpunkte.


zu 3.:

Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) und die Polizeidirektion Hannover (PD H) haben eine gemeinsame Vereinbarung der Sicherheitspartnerschaft unterzeichnet. Hier geht es vornehmlich um einen intensiven Austausch beider Beteiligten in/zu bestimmten Sicherheitslagen, aber auch um vorbeugende Kriminalitätsbekämpfung mit einem Fokus auf Prävention.

Die LHH und die PD H tauschen sich auf der Ebene des Kommunalen Präventionsrates der LHH (KPR) zu präventiven Themen regelmäßig aus. Insbesondere auch zu sicherheitsrelevanten Themen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik und auch der gemeinsame Sicherheitsbericht werden jährlich dem KPR-Gremium vorgestellt und diskutiert.

Die Präventionsteams der PD Hannover, sowie auch die Kontaktbeamten*innen der Dienststellen setzen ungeachtet des Austausches im KPR präventive Maßnahmen anlassbezogen eigeninitiativ um.
In Bezug auf die Prävention in Richtung Einbruchdiebstahl werden über das Jahr verteilt immer wieder Angebote in Form von Informationsständen auf Märkten oder bei Veranstaltungen angeboten. Hier spielt die LHH eine wichtige Rolle, da den Kollegen*innen hierfür die Stellflächen für die Stände zur Verfügung gestellt werden.

Zur dunklen Jahreszeit werden im gesamten Stadtgebiet durch das Präventionsteam und die Kontaktbeamten*innen zusätzlich zum Angebot eines Informationsstandes Präventionsstreifen durchgeführt. Angelehnt an die Auswertung, welche Gebiete gerade stark von Einbrüchen betroffen sind, werden diese bestreift, Bürger*innen werden pro aktiv angesprochen und es wird Informationsmaterial ausgehändigt.

Zudem suchen die Kontaktbeamten*innen in Absprache bzw. unterstützend mit den Mitarbeiter*innen der Zentralen Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl Betroffene im Rahmen eines Opfernachsorgegespräches auf.




Im Kontext der Netzwerkarbeit werden mit Stadtbezirksmanager*innen/Quartiersmanager*innenn an Runden Tischen oder in Arbeitskreisen präventive Themen besprochen. Hier ist das Thema, z.B. in der AG Wohnen im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld schon einmal aufgegriffen worden.

Die Netzwerkarbeit zu anderen Trägern, wie z.B. Wohnungsbaugesellschaften, Rettungsdiensten u.ä. spielt hinsichtlich der Weitergabe von präventiven Aspekten – und hier auch zum Thema Einbruch – eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Eine Besonderheit in der PD H ist noch die Zentralstelle Technische Prävention. Hier arbeiten besonders ausgebildete und geschulte Kollegen*innen in einem Bereich der präventiven Beratung zum Thema Einbruchschutz.
Betroffene eines Wohnungseinbruchs, sowie allen interessierten Bürger*innen wird eine Beratung mit Zielrichtung Risiko- und Schwachstellenanalyse des Eigentums oder der Wohnung angeboten. Es werden Hinweise zu verhaltensorientierten Maßnahmen bis zur Erstellung eines Sicherheitskonzeptes angeboten, so dass Hinweise zu mechanischer und auch elektronischer Sicherheitstechnik vermittelt werden.

Seit dem 21.5.2010 ist die PD H mit der LHH Gründungsmitglied der Schutzgemeinschaft Hannover im Netzwerk Zuhause sicher. Durch diese Mitgliedschaft ist eine intensive Zusammenarbeit mit den Kommunen im Bereich Einbruchschutz gegeben. Das können z.B. Informationen zum Einbruchschutz an die Bürger*innen bei Bauantragstellung oder in den Bürgerämtern sein.

Des Weiteren kann hier angeführt werden, dass die Beauftragte für Kriminalprävention im Präventionsteam der PI Hannover regelmäßig Stellungnahmen zu Bauvorhaben verschriftlicht.
Auch hier wird bereits der Hinweis auf die Zentralstelle Technische Prävention gegeben, so dass frühzeitig auch Bauherr*innen über die Möglichkeit der Beratung seitens der Polizei informiert werden.