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Zuwendung aus Fördermitteln für Maßnahmen des Quartiersmanagements an die hanova WOHNEN GmbH für Quartiersmanagement in Linden-Süd, 2025
Antrag,
der Freigabe von Mitteln in Höhe von 22.187,00 Euro aus den Fördermitteln für Maßnahmen des Quartiersmanagements für das „Quartiersmanagement Linden-Süd“ in 2025 durch die hanova WOHNEN GmbH zuzustimmen.
Berücksichtigung von Gender-Aspekten
Das zu fördernde Projekt richtet sich grundsätzlich und gleichermaßen an alle Geschlechter. Diversitätssensible Methoden und Zugänge finden Beachtung.
Ergebnis der Klimawirkungsprüfung
Das Ergebnis der Klimawirkungsprüfung ist neutral.
Kostentabelle
Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilergebnishaushalt 50 - Investitionstätigkeit
Produkt 35102 | Bürgerschaftliches Engagement und soziale Stadtteilentwicklung |
| Angaben pro Jahr |
| Ordentliche Erträge | Ordentliche Aufwendungen |
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| | Transferaufwendungen |
€22,187.00 |
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| Saldo ordentliches Ergebnis |
(€22,187.00) |
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Begründung des Antrags
Die Verwaltung spricht sich für eine Förderung des „Quartiersmanagements Linden-Süd“ der Antragstellerin hanova WOHNEN GmbH im Rahmen einer Projektförderung in 2025 aus. Aus fachlicher Sicht erfüllen sowohl die inhaltlich-konzeptionelle Beschreibung des Vorhabens, der antragstellende Träger als auch der adressierte Stadtteil die zentralen Voraussetzungen für die Förderung gemäß den auf der Basis des zu Grunde liegenden politischen Beschlusses (Haushaltsantrag Nr. H-0315/2025) im Rahmen der Förderrichtlinie beschriebenen Förderzielen.
Gemäß der Richtlinie der Landeshauptstadt Hannover zur Förderung von Maßnahmen des Quartiersmanagements, die zum 01.06.2025 in Kraft getreten ist, ist eine inhaltliche Beratung mit der zuständigen Verwaltungsstelle (Bereich Bürgerschaftliches Engagement und soziale Stadtteilentwicklung, OE 50.5) des Fachbereichs Soziales Voraussetzung für die Antragstellung. Im Rahmen der Vorab-Beratung mit der hanova WOHNEN GmbH wurden die Zielsetzung des Vorhabens, geplante Maßnahmen und Handlungsfelder sowie die spezifische Ausgangslage und individuell besonderen Merkmale des adressierten Quartiers/Stadtteils Linden-Süd und entsprechende lokale Netzwerkstrukturen ausführlich erläutert. Auch die Verortung eines zentralen und niedrigschwelligen Quartiersbüros wurde geklärt sowie mögliche Doppelstrukturen zu anderen bestehenden, analogen sozialräumlichen Ansätzen ausgeschlossen. Auf Grundlage der inhaltlichen Beratung sowie der Beschreibung des Vorhabens seitens der hanova im Rahmen des Zuwendungsantrags gibt die Verwaltung zum Förderantrag eine Empfehlung ab, die dem Sozialausschuss des Rates und nachfolgend dem Verwaltungsausschuss zur Entscheidung vorgelegt wird.
In Linden-Süd - in den 70er Jahren im Rahmen der Städtebausanierung gefördert - mit seiner industriell geprägten Vergangenheit leben heute im Vergleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt überdurchschnittlich viele Transferleistungsempfänger*innen, wie unter anderem ein Quartiersgespräch mit der städtischen Sozialplanung im Oktober 2024 an Hand der entsprechenden Sozialdaten für Linden-Süd bestätigte. So liegt laut Armutsmonitoring 2024 der Landeshauptstadt Hannover die Arbeitslosigkeit im Stadtteil mit 11,1 % (2023) über dem städtischen Durchschnitt von 7,6 %. Gleiches gilt für den Transferleistungsbezug: 23,7 % in Linden-Süd zu 14,9 % Stadt Hannover. Gerade Alleinerziehende (58,2 %) und Familien (37,8 %) weisen in Linden-Süd eine hohe Transferleistungsquote auf (vgl. Statistiken der Bundesagentur für Arbeit und Landeshauptstadt Hannover: Sachgebiet Wahlen und Statistik, zitiert nach Landeshauptstadt Hannover 2024: Armutsmonitoring 2024).
Die hanova WOHNEN GmbH, die im Stadtteil Linden-Süd für ca. 1.000 Wohneinheiten verantwortlich zeichnet, was ca. 2.000 Menschen und damit ca. 1/5 der Bewohner*innen von Linden-Süd entspricht, beabsichtigt, mit Hilfe der Förderung das bereits seit 2004 bestehende, etablierte und aus Sicht der Verwaltung sehr gut vernetzte Quartiersmanagement mit 20 Wochenstunden im Stadtteil fortzusetzen. Das bereits bestehende Quartiersbüro in der Deisterstraße 66 liegt zentral im Stadtteil und in der Hauptentwicklungsachse Linden-Süds, dem sogenannten Deisterkiez. Ziel der Fortführung des Quartiersmanagements ist es, weiterhin als zentrale, flexible und anpassungsfähige Informations- und Koordinationsstelle zu fungieren - in Zusammenarbeit u.a. mit Schulen, KiTas, der Jugendhilfe, Polizei, den Kirchengemeinden, Nachbarschaftstreffs und Begegnungsstätten wie bspw. dem Café Allerlei (Caritasverband Hannover e.V.) oder dem "Normal in Linden" (Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung gGmbH), Kulturinitiativen, Sportvereinen, lokaler Wirtschaft, Hauseigentümer*innen, der Stadtverwaltung und weiteren lokalen Akteur*innen. Die Stadtteilstrukturen, Bewohner*innen und ehrenamtlich Aktive sollen auf vielfältige Weise im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe gestärkt werden und Räume sowie Angebote der Begegnung, Teilhabe und Beratung neu geschaffen und/oder ausgebaut werden. Das Quartiersmanagement plant, mit drei Präsenztagen pro Woche als zentrale Moderations- und Anlaufstelle aktuelle Themen und Herausforderungen aufzugreifen, je nach Bedarf Bewohner*innen an geeignete Stellen und Unterstützungssysteme weiterzuvermitteln, eigene quartiersbezogene Handlungsansätze zu entwickeln und Drittmittel zur Umsetzung von Projekten und Maßnahmen einzuwerben.
Als aktuelle Themen für die Quartiersarbeit in Linden-Süd in 2025 führt die hanova u.a. zweckentfremdeten Wohnraum, beengte Wohnverhältnisse insbesondere für wachsende Familien sowie die mögliche Schließung der KiTa KinderOase an. Das Quartiersmanagement ist Teil der Expert*innenrunde des WIR 2.0-Projekts "Wir sind auch da" des Vereins "Bulgar(i)en in Hannover", das sich mit den Wohn- und Lebensverhältnissen von osteuropäischen Arbeitskräften beschäftigt. In Linden-Süd mit einem relativ hohen Anteil an Bewohner*innen mit dem Bezugsland Bulgarien existieren hohe Abhängigkeiten der zugewanderten Menschen zu ihren Arbeitgeber*innen. Ein wichtiger Fokus liegt vor diesem Hintergrund als Schwerpunktthema in 2025 auf sog. zweckentfremdetem Wohnraum (z.B. sog. Handwerkerwohnungen), der beispielsweise wachsenden Familien in Folge nicht zur Verfügung steht. Im Jahr 2025 sollen auch die Beratungs- und Sprachangebote speziell für osteuropäische Arbeiter*innen ausgebaut werden. Aktive Impulse im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung sind 2025 darüber hinaus u.a. mit Blick auf Barrierefreiheit und Klima(folgen)resilienz geplant sowie innovative Beteiligungsformate wie "Schule im Dialog" oder moderierte Hausgespräche. Auch bewährte erfolgreiche und öffentlichkeitswirksame Formate wie der Stadtteilpark Linden-Süd, das Stadtteilfest „Lust auf Linden-Süd“ sowie das Stadtteilmotto „Wir leben Vielfalt“ sollen mit maßgeblicher Unterstützung durch das Quartiersmanagement Fortsetzung finden.
Die Laufzeit des zu fördernden Vorhabens/Projekts ist vom 01.07.2025 bis 31.12.2025. Die Verwaltung befürwortet den Zuwendungsantrag.
Die beantragte Finanzierung wird über eine Zuwendung in Höhe von bis zu 22.187,00 Euro gemäß den städtischen Zuwendungsrichtlinien bis zum genannten Höchstbetrag bewilligt und ausgezahlt. Die Mittel stehen im Haushalt 2025, Teilhaushalt 50, Produkt 35102, im Sammelansatz "Externes Quartiersmanagement" zur Verfügung.
50.5
Hannover / Jul 24, 2025