Drucksache Nr. 1410/2023:
Umgestaltung des Platzes Am Steintor mit dem Bereich Georgstraße bis Schmiedestraße

Informationen:

Beratungsverlauf:

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksache-ZeichenBeschlussdrucksache
In den Stadtbezirksrat Mitte
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Kulturausschuss
In den Ausschuss für Haushalt, Finanzen, Rechnungsprüfung, Feuerwehr und öffentliche Ordnung
In den Verwaltungsausschuss
 
Nr.
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1410/2023
2
 

Umgestaltung des Platzes Am Steintor mit dem Bereich Georgstraße bis Schmiedestraße

Antrag,

1. dem Umbau des Platzes Am Steintor (Steintorplatz) zwischen Münzstraße und Schmiedestraße, wie in Anlage 1 dargestellt, mit Gesamtkosten in Höhe von ca. 7,45 Mio. € zuzustimmen.
- Anhörungsrecht des Stadtbezirksrates gem. § 94 (1) Nr.1+4 i.V. mit § 10 Abs. 1+4 der Hauptsatzung
- Entscheidungsrecht des Verwaltungsausschusses gemäß § 76 Abs. 2 NKomVG.
2. Der Versetzung des Gänselieselbrunnens an seinen historischen Standort, wie in Anlage 2 dargestellt, an der Goseriede als “Restmaßnahme“ aus dem Projekt Umgestaltung der Goseriede mit Gesamtkosten von ca. 817.000zuzustimmen.
- Anhörungsrecht des Stadtbezirksrates gem. § 94 (1) Nr.1+4 i.V. mit § 10 Abs. 1+4 der Hauptsatzung
- Entscheidungsrecht des Verwaltungsausschusses gemäß § 76 Abs. 2 NKomVG.

3. Dem Baubeginn sowie der Mittelfreigabe zu 1. und 2. zuzustimmen.
- Anhörungsrecht des Stadtbezirksrates gem. § 94 (1) Nr.1+4 i.V. mit § 10 Abs. 1+4 der Hauptsatzung
- Entscheidungsrecht des Verwaltungsausschusses gemäß § 76 Abs. 2 NKomVG.



Finanzielle Auswirkungen

Finanzhaushalt OE 66
Investitionsmaßnahme 54101088

Bezeichnung Gemeindestraßen, Am Steintor
Die Finanzierung der Baumaßnahme wird in 2024/2025 durch die Inanspruchnahme der gegenseitigen Deckungsfähigkeit im Teilfinanzhaushalt OE 66 sichergestellt. Dies gilt auch für die Verpflichtungsermächtigung 2024 zu Lasten 2025.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Genderspezifische Aspekte und Belange wurden bei der geplanten Maßnahme beachtet. Im Rahmen der Planung der Maßnahme wurden Fragen der sozialen Sicherheit und die barrierefreie Gestaltung unter Beachtung genderspezifischer Aspekte geprüft. Die Ergebnisse sind in die Planung eingeflossen.

Klimawirkungsprüfung

Die Klimawirkungsprüfung wird im Ergebnis positiv bewertet. Der Platz wird durch das geplante Wasserspiel, die zusätzliche Pflanzung von Bäumen und das Anlegen von sechs großzügigen Baumscheiben mit Entsiegelung und mit Niederschlagswasserspeicherung in Baumrigolen klimatechnisch aufgewertet.
Für die Lichtemission und die Umwelteinwirkung der Stele wurden vorab bereits Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover durchgeführt. Die endgültige Stellungnahme erfolgt im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens, das anschließend an den politischen Beratungsgang beantragt wird.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 66 - Investitionstätigkeit
Investitionsmaßnahme 54101088
Gemeindestraßen Am Steintor
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Beiträge u.ä. Entgelte für Investitionstätigkeit €0.00
Veräußerung von Sachvermögen €0.00
Veräußerung von Finanzvermögensanlagen €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
  
  
Erwerb von Grundstücken und Gebäuden €0.00
Baumaßnahmen €6,240,000.00
Erwerb von bewegl. Sachvermögen €0.00
Erwerb von Finanzvermögensanlagen €0.00
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
Saldo Investitionstätigkeit (€6,240,000.00)
€0.00

Teilergebnishaushalt 66 - Investitionstätigkeit
Produkt 54101
Gemeindestraßen
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Zuwendungen und allg. Umlagen €0.00
Sonstige Transfererträge €0.00
Öffentlichrechtl. Entgelte €0.00
Privatrechtl. Entgelte €0.00
Kostenerstattungen €0.00
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €0.00
Sonstige ordentl. Erträge €0.00
  
Außerordentliche Erträge (€229,000.00)
  
Erträge aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Personalaufwendungen €0.00
Sach- und Dienstleistungen €0.00
Abschreibungen €156,000.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €93,500.00
Transferaufwendungen €0.00
Sonstige ordentliche Aufwendungen €0.00
  
Saldo ordentliches Ergebnis (€249,500.00)
Außerordentliche Aufwendungen €463,500.00
Saldo außerordentliches Ergebnis (€692,500.00)
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo gesamt (€942,000.00)
Anmerkungen zu:

Einzahlungen
Keine Einzahlungen zu erwarten.

Auszahlungen
In den dargestellten Kosten sind Ausgaben für die gesamte Platzentwässerung wie Straßenabläufe, Anschlussleitungen und Rigolen in Höhe von ca. 1,0 Mio. € nicht enthalten. Diese werden nicht über die Investitionsmaßnahme, sondern über den Haushalt der Stadtentwässerung abgewickelt und finden im Rahmen der jährlichen Betriebsabrechnung der Stadtentwässerung Berücksichtigung.

Auflösung Sonderposten
Einzahlungen aus der Baumaßnahme / Nutzungsdauer (bei Straßen: 40 Jahre)


Abschreibungen
Kosten der Baumaßnahme / Nutzungsdauer (bei Straßen: 40 Jahre)


Zinsen
Kalkulatorischer Zinssatz in Höhe von 3 % auf die durchschnittlich (zu 50 %) gebundene Investitionssumme (Saldo Investitionstätigkeit).




Finanzhaushalt OE 19
Investitionsmaßnahme 191581600

Bezeichnung Umsetzen Gänselieselbrunnen
Die Finanzierung der Baumaßnahme wird in 2023/2024 durch die Inanspruchnahme der gegenseitigen Deckungsfähigkeit im Teilfinanzhaushalt OE 19 sichergestellt. Dies gilt auch für die Verpflichtungsermächtigung 2023 zu Lasten 2024.


Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro.

Teilfinanzhaushalt 19 – Investitionstätigkeit
Investitionsmaßnahme 191581600, Gänselieselbrunnen

Einzahlungen Auszahlungen

Zuwendung für Baumaßnahmen 817.000 €
Investitionstätigkeit
Beiträge u. Entgelte für
Investitionstätigkeit 0 €
Saldo Investitionstätigkeit -817.000 €

Teilergebnishaushalt 19
Produkt 19158

Ordentliche Erträge Ordentliche Aufwendungen
Abschreibungen 20.500 €

Zinsen o.ä. 12.000 €
Produkt 11118 Personalkosten 127.454 €
Saldo ordentliches Ergebnis -32.500 €

Anmerkungen zu:

Einzahlungen
Es werden keine Einzahlungen erwartet.

Auszahlungen
Es werden keine Auszahlungen erwartet.

Auflösung Sonderposten
Einzahlungen aus der Baumaßnahme / Nutzungsdauer (40 Jahre)

Abschreibungen
Kosten der Baumaßnahme / Nutzungsdauer (40 Jahre)

Zinsen
Kalkulatorischer Zinssatz in Höhe von 3 % auf die durchschnittlich (zu 50 %) gebundene Investitionssumme (Saldo Investitionstätigkeit).

Begründung des Antrages

1. Ausgangslage

Der Steintorplatz stellt die westliche Begrenzung der innerstädtischen Fußgängerzone Hannovers dar und wird von der historischen Lavesachse im Verlauf der Georgstraße durchschnitten. Der Platz ist zudem stadträumliches Bindeglied in Richtung Nordstadt und Universität. Er ist Eingangsbereich der Innenstadt und wichtiger Veranstaltungsort für unterschiedliche temporäre Veranstaltungen (Stoffmarkt, Beachvolleyball, Marktschreier, Werbeveranstaltungen etc.), spielt aber auch als Ausgangspunkt bei Demonstrationsveranstaltungen eine wichtige Rolle. Seine unmittelbare Lage am Rande der innerstädtischen Rotlicht- und Partymeile (Flächen zwischen Platz Am Marstall und Steintorplatz) stellt zudem eine besondere Herausforderung dar. Der Platz ist ebenfalls wichtiger Knotenpunkt für den ÖPNV mit einer oberirdischen Haltestelle für die Stadtbahnlinien 10 und 17 und den Bus sowie einer unterirdischen Stadtbahn-Haltestelle. Quer über den Platz führt eine wichtige Radwegeroute aus bzw. in die Lange Laube (Fahrradstraße) mit einer derzeit problematischen Anbindung über eine Rampenanlage.

Der vorhandene Platz ist heute, mit Ausnahme der Baumstandorte, vollständig versiegelt und nicht barrierefrei zu queren. Es sind keine konsumfreien Sitzmöglichkeiten vorhanden, ebenso keine Spielgeräte. Die Lebens- und Wuchsbedingungen für die am Platzrand vorhandenen Bäume sind sehr schlecht. Das Oberflächenwasser wird aktuell vollständig in die Kanalisation abgeleitet.
Rad- und Fußverkehre sind unklar zoniert, liegen aber sehr dicht nebeneinander und behindern sich gegenseitig.
Das vorhandene Natursteinpflaster im zentralen Platzbereich ist uneben und mit Rollstuhl oder Rollator (Gehhilfen) so gut wie nicht benutzbar. Der Platz wird im Westen zur Münzstraße/Goseriede durch eine Mauer begrenzt (Barriere), die nur mittig auf Höhe der Wegeachse über eine Rampen- und Treppenanlage durchbrochen ist. Zurzeit fällt die Fläche des Steintorplatzes von der Georgstraße in Richtung Münzstraße ab und wird dort von dieser Mauer Richtung Nebenanlage begrenzt. Eine Verbindung der Fuß- und Radverkehrsanlagen erfolgte nur punktuell über eine zentrale Rampe gegenüber der Langen Laube.

Bei dem Platz handelt es sich heute um einen stadträumlich zentralen und besonderen Ort, der jedoch aufgrund gestalterischer und funktionaler Mängel nur eingeschränkt erlebbar und nutzbar ist. Die Platzfläche wirkt aktuell wenig freundlich und bietet kaum Aufenthaltsqualität. Mit dem Neu- und Umbau der angrenzenden Verkehrsflächen der Münzstraße und der Kurt-Schumacher-Straße im Zusammenhang mit dem barrierefreien Ausbau der oberirdischen Stadtbahnlinie 10/17 hat sich der unmittelbare Nahbereich deutlich verändert und die Platzfläche rückt mit all ihren Mängeln in den Fokus.

Mit der Neuplanung des Steintorplatzes soll der bisher eher als Durchgangsraum wahrgenommene Platz gestalterisch und funktional aufgewertet werden, um so der besonderen stadträumlichen Lage als „Eingangstor“ zur Innenstadt gerecht werden zu können. Die Entwicklung weg von einem „Wegeraum“, hin zu einem „Ortsraum“ ist maßgeblich dafür.

2. Entwicklung des Konzepts
Die Entwicklung der Fläche des Steintorplatzes ist Bestandteil des Innenstadtkonzeptes Hannover 2020+, begann Ende 2007 und wurde Ende 2010 abgeschlossen. Der zweiphasige städtebauliche und freiraumplanerische Ideenwettbewerb für das Innenstadtkonzept Hannover 2020+ wurde im Juni 2010 entschieden. Seine Ergebnisse zu den Interventionsorten Klagesmarkt, Köbelinger Markt, Marstall, Leibnizufer / Hohes Ufer und Steintorplatz wurden in das vom Rat am 16.12.2010 beschlossene Innenstadtkonzept 2020+ eingearbeitet.
Die ursprünglichen Pläne, den Steintorplatz zu bebauen, wurden jedoch – nach der Kommunalwahl 2016 zugunsten einer neuen Platzgestaltung verworfen. Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat folgend in 2018/2019 ein aufwändiges Bürger*innenbeteiligungsverfahren initiiert, aus dem die planerischen Vorgaben
(= SteintorDNA) für die Umgestaltung des Platzes hervorgegangen sind. Das jetzt vorliegende Entwurfskonzept ist Ergebnis des im Anschluss an das Beteiligungsverfahren durchgeführten freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbes mit Anteilen aus dem Ideenteil.

3. Beschreibung des Vorhabens

Überplant wird der zentrale Platzbereich zwischen Münzstraße / Goseriede, Kurt-Schumacher-Straße und der Georgstraße. Zusätzlich wird eine Wegachse der Georgstraße südlich der Hauptachse bis „Bratwurst-Glöckle“ und ein Teil der Schmiedestraße (Endstück der Schmiedestraße zwischen Marstall und Georgstraße) mit überplant. Das entspricht einer überplanten Fläche von ca. 12.000 m².

Das Planungskonzept für den Platz sieht – im Vergleich zur heute monotonen und nur auf Veranstaltungen ausgerichteten Fläche – zukünftig eine multifunktionale Fläche mit gesteigerter Aufenthaltsqualität vor. Neben neuen größzügigen Sitzmöbeln und Angeboten zum Verweilen bietet das Konzept erstmalig auch Bereiche zur sportlichen Ertüchtigung an: Calisthenics (Fitnessanlage mit Turnbank) im Süden und ein Skate-Spot im Norden des Platzes.
In Höhe des vorhandenen und auch weiterhin bleibenden Eiscafés werden zusätzlich City-Spiel-Geräte für (Klein-) Kinder vorgesehen. So bleiben die Kinder beim Cafébesuch in Sichtweite der Eltern. Das vorhandene Sitzplatzangebot im Außenbereich für die Besucher*innen des Eiscafés wird aufgewertet und formal an den Entwurf angepasst, wobei die Flächengröße bestehen bleibt. Ebenso werden die Außengastronomieflächen für die bestehenden Restaurants am südlichen Platzrand mit leicht verändertem Zuschnitt attraktiviert und in ihrer Größe beibehalten. Hierzu trägt auch die Herausnahme des Kfz-Verkehrs in diesem Bereich bei. Darüber hinaus wird in der zentralen Mitte des Platzes in Form einer Ellipse ein neuer „Veranstaltungsbereich“ geschaffen, der auf das neue Platzzentrum und die „Steintorsäule“ (künstlerisch gestaltete, ca. 30 m hohe illuminierte Stele) ausgerichtet ist und zu vielfältigen Nutzungen einlädt. Die Ellipse wird beidseitig durch halbkreisförmige Sitztribünen gefasst. Das Konzept sieht auch ein zweigeteiltes großflächiges neues Wasserspiel mit Fontainen und einer Akzentbeleuchtung (wie am Marstall) vor, das jeweils vor den Sitztribünen angeordnet sein wird. Das sorgt für eine hohe Aufenthaltsqualität sowie Kühlung an heißen Sommertagen. Außerdem sind zwei Trinkwasserbrunnen vorgesehen. Zur Einrichtung einer öffentlichen Toilettenanlage wird im südlichen Platzbereich eine Fläche vorgehalten.
Die Stele am Steintor ist zentrales Objekt des neugestalteten Platzes, ein leuchtendes Kunstwerk, das sich in schlanker Form aus der Platzfläche entwickelnd auf 30 Meter Höhe emporhebt und sich dabei nach oben hin leicht verjüngt. Überlagert von Echtzeit-Interaktionen basiert das Leuchten mit dem Erzeugen von wechselnden Oberflächenbildern und Ansichten zunächst auf einem Grundprogramm, welches sich am Tagesverlauf orientiert und dabei in ein Wechselspiel mit dem geplanten Wasserspiel auf dem Platz treten kann. Die Betrachter*innen werden nach und nach einen ähnlich wiederkehrenden Rhythmus erkennen, der demjenigen der Stadt und weiterer natürlicher Rhythmen angelehnt ist.

Die eingesetzte LED-Technik ermöglicht eine hohe Energieeffizienz. Dazu passen Sensoren das Leuchten an die natürlichen Lichtbedingungen an. Sie steuern dabei die Anzahl der leuchtenden bzw. eingeschalteten LEDs, die Intensität wie auch die Farbe des Leuchtens. Über spezielle Schaltszenarien im Tages- wie Jahresbetrieb werden zusätzliche Spar- und Langlebigkeitseffekte erreicht.

Bei der Steuerung des Lichts werden Belange des Insektenschutzes intensiv berücksichtigt. Zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten werden nur Farbspektren bedient, die die Anziehungskraft der Stele auf den Insektenflug minimieren. Die Fugen der Hülle der Stele werden im Bereich der Acrylglas-Elemente gegen das Eindringen von Insekten abgedichtet. Die Oberflächentemperatur bleibt unter einem für Insekten kritischen Wert.
Die Säule baut statisch auf einer innenliegenden Stahlzylinderkonstruktion auf. Die Scheiben werden als Acrylglas-Elemente ausgebildet. Es wird ein Blitzschutz installiert.

Die vorhandenen Baumstandorte werden (bis auf zwei Ersatzpflanzungen wegen fehlender Vitalität der vorhandenen Bäume) alle gesichert und erhalten. Gleichzeitig ist eine Verbesserung der vorhandenen Wurzelräume der Bestandsbäume vorgesehen, um so die Vitalität der Bäume und deren Lebensbedingungen zu verbessern. Die drei großen Bestandsbäume am südlichen Platzrand erhalten neue großzügigere und begrünte Baumscheiben. Dies führt zu einer Verbesserung der jetzigen Standortbedingungen und einer Flächenentsiegelung. Zusätzlich werden Flächen entsiegelt und vier neue Einzelbäume gepflanzt (Gleditsia triacanthos ´Skyline´ und Quercus cerris). Die neuen Bäume werden mit einer attraktiven, pflegeextensiven Unterpflanzung in Form von „Pflanzinseln“ versehen.
Mit diesen Maßnahmen wird die vorhandene Grünausstattung im stark versiegelten Bereich der Fußgängerzone gestärkt, weiterentwickelt und auf die Klimaänderungen ausgerichtet. Der Schattenwurf der Bäume vermindert zusätzlich das Aufheizen der Platzfläche in den Sommermonaten.

Daneben ist ein Regenwassermanagement vorgesehen. Das Wasser der nicht befahrenen Platzflächen wird über Baumrigolen zurückgehalten, teilweise versickert und gedrosselt in das Kanalnetz eingeleitet. Das Plankonzept sieht die Anlage von drei neuen Baumrigolen und einer herkömmlichen Füllkörperrigole vor. Über die Baumrigolen kann das anfallende Regenwasser vor Ort in Grobschotter gespeichert und den Pflanzen auf dem Platz direkt wieder zugänglich gemacht werden. Somit können diese neuen Baumpflanzungen zu hydrologisch optimierten, vitalen Baumstandorten aufgewertet werden.

Eine weitere Baumrigole wird in der Schmiedestraße im Bereich Bratwurst Glöckle eingebaut werden. In diesem Bereich wird das anfallende Regenwasser der Nebenanlagen sowie das der gelegentlich befahrenen Bereiche wie bisher in die Kanalisation geleitet.
Das Wasser der nicht befahrenen Platzflächen wird wie auch im Bereich des Steintorplatzes über die o. g. Baumrigolen zurückgehalten, teilweise versickert und gedrosselt in das Kanalnetz eingeleitet.

Im Platzbereich wird der neue Bodenbelag überwiegend aus Klinkerpflaster mit changierenden rotbraunen Farbtönen, im Fischgrätverband verlegt, bestehen. Die Ellipse als zentraler Bereich des Platzes wird mit Asphalt mit Terrazzoschliff und einem eingelegten Muster aus bodenbündigen Platten befestigt. Die sogenanntenTribünen werden aus Granitsteinen mit einer Holzbeplankung aus Lärche für die eingelassenen Sitzflächen hergestellt.Die Flächen der an den Platz anschließenden Georgstraße- und Schmiedestraße werden mit Betonsteinpflaster angelegt.



Die Ellipse, sowie die umgebenden Flächen sind sowohl für die Nutzung mit Rollstühlen als auch Rollatoren (Gehhilfen) sehr gut geeignet, so dass alle Bereiche des Platzes bequem barrierefrei nutzbar und auf kürzestem Weg erreicht werden können. Mit dem Ausbau wird das Niveau des Platzes angehoben und die vorhandene Mauer und damit die heutige Barriere zurückgebaut. Der Platz ist zukünftig dann auf der ganzen Länge der Westseite zu queren, dies hat den Vorteil, dass die oberirdische barrierefreie Stadtbahnhaltestelle „Steintor“ sowie die Bushaltestellen ebenfalls besser und auf kürzestem Weg erreichbar werden.

Der Skatespot auf der Nordseite des Platzes wird in Ortbeton und Gußaphalt hergestellt und mit den üblichen Elementen (Spine, Bump, Flat) ausgestattet. Die Calisthenicsanlage wird als elliptisch geformte Sportanlage aus Stahlrohren mit Blechdach auf der Südseite des Platzes vorgesehen und enthält auch barrierefreie Sportangebote.

Die zentrale Fläche des Platzes soll für verschiedene temporäre Veranstaltungen genutzt werden können (Märkte, Sportveranstaltungen, Konzerte). Hierfür werden zur Versorgung Wasseranschlüsse, Versorgungsschränke mit Stromanschlüssen und Abwasseranschlüsse vorgesehen.

Im Zuge der Neugestaltung des Platzes wird die vorhandene Platzbeleuchtung durch eine neue funktionale Beleuchtung (Mastleuchten und Lichtbänder entlang der Sitztribüne) ersetzt, die den fachlichen Anforderungen an eine zeitgemäße Lichtplanung in Einklang mit dem Naturschutz genügt.

Das Wasserspiel im zentralen Bereich des Platzes besteht aus zwei halbrund vor den Tribünen am Rand der Ellipse angeordneten Teilen mit insgesamt 42 Wasserdüsen. Die Düsen werden durch einzelne Leitungen angesteuert. Die Düsen befinden sich in Rinnen, die ebenfalls zum Entwässern der Teilfläche und dem Rücklauf des Brunnenwassers genutzt werden. Die Brunnenkammer ist zentral unter dem Platz im Bereich der Stele vorgesehen. Dort sind die Pumpen und Technik (auch von der Stele) angeordnet. Die Wasserfontänen sind in parabelförmigen Bögen in unterschiedlicher Höhe und Weite auf den Rand der Ellipse gerichtet, von wo aus das Wasser zurück in die Rinne und vier weitere Abläufe läuft, um über die Brunnenstube wieder dem Brunnenwasser zugeführt zu werden. An den Düsen ist die Akzentbeleuchtung angeordnet, die die Wasserfontainen bei Dunkelheit in einem warmen Weißton anleuchtet. Der Betrieb des Wasserspiels wird voraussichtlich in den Monaten April bis Oktober stattfinden. Im Winter ist das Wasserspiel stillgelegt, die Teile der Platzfläche entwässern dann wie die angrenzenden Platzflächen auch in die Baumrigolen.

Mit der Planung des Platzes wird auch die Radverkehrsführung optimiert. Der bestehende Konflikt zwischen Fuß- und Radverkehr im Bereich der heutigen Rampenanlage und der zentralen Achse wird aufgelöst. Der Radverkehr wird künftig zwischen Münzstraße und Georgstraße über die zentrale Ellipse des Platzes auf die heutige Straße vor den Geschäften auf der Südseite der Georgstraße geführt. Eine separate Führung ist auf dem als Fußgängerzone vorgesehenen Platzbereich nicht vorgesehen, der Radverkehr teilt sich im Platzbereich die Flächen mit dem Fußverkehr.
Der nordwestliche Radweg entlang der Goseriede zur Kurt-Schumacher-Straße bleibt in der Lage erhalten und wird auf 4,0 m verbreitert. Der Radweg wird künftig als Zweirichtungsradweg ausgewiesen und auch dem Radverkehr, der aus Richtung Goseriede bis zur Laves-Achse fährt, dienen. Die beengte Radverkehrsführung im Bereich des Eiscafés zwischen diesem und der Bebauung entfällt künftig. Die Ausfädelung des Radverkehrs von der Münzstraße nach Norden Richtung Kurt-Schumacher-Straße fahrend bleibt wie im Bestand und wird mit Piktogrammen kenntlich gemacht.




Der Radverkehr, der aus der südlichen Münzstraße Richtung Innenstadt/Georgstraße fahren möchte, wird am südlichen Platzrand über das Fahrband (Verlängerung Goethestraße) in die Georgstraße geführt. Der Abschnitt der Georgstraße südlich der Baumallee, der zurzeit in Verlängerung der Schmiedestraße und der Steintorstraße befahren werden kann, soll ebenfalls umgestaltet werden.
Diese Flächen werden künftig Fußgängerzone sein, sollen aber auch als Radverkehrsachse vom Schillerdenkmal bis zum Steintorplatz angeboten werden. Dadurch kann der Radverkehr aus dem stark vom Fußverkehr frequentierten Bereich in der Mittelmagistrale der Georgstraße herausgenommen werden. Für die Umnutzung der o. g. Flächen der Goethestraße, Georgstraße und Schmiedestraße ist ein Teileinziehungsverfahren erforderlich, zu dem eine eigene Drucksache in Vorbereitung ist.

In den Abend- und Nachtstunden und am Wochenende soll der neu gestaltete Bereich der heutigen Fahrbahn auf der Südseite des Platzes zwischen dem Ende der Schmiedestraße und der Münzstraße aufgrund des hohen Bedarfs an Taxen während dieser Zeit von Taxen in einer Richtung befahren werden dürfen. Diese fahren dann von der Schmiedestraße aus über den südlichen umgestalteten Teil der Georgstraße bis zum südlichen Platzteil (Goethestraße), wo fahrbahnparallel zum dort angelegten Fahrband eine Aufstellmöglichkeit vorgesehen ist. Die Weiterfahrt erfolgt in die Münzstraße (nur nach rechts).
Die Taxenstellplätze, die im Rahmen der Umgestaltung der Schmiedestraße entfallen, werden zukünftig außerhalb des Planungsbereiches im Bereich des Platzes Am Marstall angeordnet werden.
Zum Abstellen von Fahrrädern werden zusätzliche gut erreichbare Fahrradabstellplätze im Bereich der Reitwallstraße, parallel zur Münzstraße, entlang der Radverkehrsführung Goseriede auf dem Platz und im Bereich des Eiscafés geschaffen.



4. Bauzeit / Bauablauf

Der Baubeginn ist für Frühjahr 2024 vorgesehen.



5. Kosten / Finanzierung

Durch den Umbau des Platzes „Am Steintor“ zwischen Münzstraße und Georgstraße entstehen Baukosten in Höhe von ca. 7.239.000 €, einschließlich Kosten für die Entwässerungsanlagen (ohne die öffentliche Toilette).

Die Verwaltung wird über die zusätzliche Veranschlagung des u.g. Aufwandes in Höhe von 110.000 € für Betrieb und Wartung der Stele und Wasserspiel ab dem Jahr 2025 im Teilhaushalt 41 im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung 2025/2026 entscheiden.









Für das Versetzen des Gänseliesel-Brunnens auf den neu gestalteten Goseriedeplatz vor dem Ausbau des Steintorplatzes werden insgesamt Mittel in Höhe von ca. 817.000 € erforderlich. Dieses war bereits im Zusammenhang mit dem Projekt zum Umbau des Klagesmarktes und der Goseriede gefordert worden. Hierzu wurde bereits 2016 eine Drucksache (15-0016/2014 S1) erstellt und mit damalig geschätzten Kosten von ca. 250.000 € positiv beschieden. Somit bleibt eine Kostenerhöhung für die Versetzung des Gänselieselbrunnens von ca. 567.000 € zu finanzieren.
Für den Betrieb der Stele sind jährlich ca. 5.000 €, für die Wartung ca. 30.000 € anzusetzen. Für den Betrieb des Wasserspiels sind jährlich ca. 22.000 € anzusetzen. Für die Wartung sind bei täglicher Reinigung ca. 51.000 € pro Jahr kalkuliert worden. Durch die zusätzlichen Brunnen/Wasserspiel entstehen insbesondere aufgrund der Lage der Brunnen zusätzliche Personalaufwendungen für den Betrieb und die Unterhaltung. Da die derzeitig vorhandenen Unterhaltungskolonnen bereits mehr als ausgelastet sind, entstehen Sprungkosten, da eine neue Kolonne eingerichtet werden muss. Aufgrund des Arbeitsschutzes ist es erforderlich, mit mindestens zwei Personen vor Ort zu arbeiten. Über die Einrichtung der erforderlichen Personalstellen wird im regulären Stellenplanverfahren zukünftiger Haushalte bzw. unterjährig über die Anmeldung ,,unterjähriger Personalmehrbedarf" entschieden.

Im Wettbewerbsverfahren wurde eine öffentliche Toilettenanlage auf dem Platz Am Steintor gewünscht. Für die Einrichtung dieser Anlage werden alle erforderlichen Vorbereitungen getroffen. Die Anlage selbst ist nicht Bestandteil dieser Beschlussfassung, da eine Finanzierung derzeit nicht gewährleistet werden kann.

Die Kosten für den Betrieb und die Unterhaltung der Trinkwasserbrunnen betragen zusammen ca. 2.000 € im Jahr.
66.2 
Hannover / Jun 15, 2023