Drucksache Nr. 1403/2014:
Initiativen zur kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche 2014

Inhalt der Drucksache:

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Initiativen zur kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche 2014

Antrag,

der Förderung der in der Übersicht 2.1 aufgeführten Projekte und Vorhaben zur kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche zuzustimmen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Die Projekte und Vorhaben richten sich grundsätzlich an Menschen beider Geschlechter. Vor Ort werden Lern- und Bildungsformen unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse weitestgehend angepasst und ein geschlechtergerechter Einsatz der Ressourcen vorgenommen.

Kostentabelle

Die benötigten Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 258.100,00 € stehen für den Fachbereich Bildung und Qualifizierung im Teilhaushalt 43 beim Produkt 27301 (Teilsumme 136.800,00 €) und für den Fachbereich Jugend und Familie im Teilhaushalt 51 beim Produkt 36201 (Teilsumme 121.300,00 €) zur Verfügung.

Begründung des Antrages


1. Vorbemerkung

Kulturelle Bildung ist eine kommunalpolitische Querschnittsaufgabe. Sie findet in vielen Teilbereichen und Institutionen unserer Gesellschaft statt. Leitlinie kommunalen Gestaltungshandelns ist heute vor allem die Gewährleistung eines flexiblen, dynamischen und mobilen Angebotsverbundes bei optimierter Kompetenz- und Ressourcenmischung.





Eine besondere Aufgabe übernehmen hierbei kulturelle und sozialpädagogische Einrichtungen der außerschulischen Bildung. Diese erreichen Kinder und Jugendliche in ihren Lebenswelten. Dort schaffen sie Gelegenheitsstrukturen für Kinder und Jugendliche zur interessengeleiteten kulturellen Teilhabe und Bildung. Damit tragen sie zur Aktivierung und Gestaltung der städtischen Bildungslandschaft bei.

Zwischen den beteiligten Fachbereichen Bildung und Qualifizierung sowie Jugend und Familie hat sich seit der erstmals 2007 vorgelegten DS 2244/2007 zur Förderung von Vorhaben und Projekten der Kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen die gute Zusammenarbeit intensiviert. Gemeinsam werden innovative Projekte zur Stärkung der Schlüsselkompetenzen bei Kindern und Jugendlichen und zur Stärkung der elterlichen Mitverantwortung gefördert, begleitet und weiterentwickelt. Die Mittel für „Initiativen zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen“ werden auch weiterhin vorrangig zur Erprobung neuer Ansätze und Ideen eingesetzt. Erkenntnisse hieraus werden mittelfristig in reguläre Angebote integriert bzw. weiterentwickelt. Im Bereich kultureller Bildung wird so Nachhaltigkeit des Neuen und Erneuerung bestehender Angebotsstruktur gleichzeitig als Ziel verfolgt.

Eine zentrale Herausforderung in der pluralistischen Gesellschaft ist die Vielfalt von Lebensformen und Kulturen. Kulturelle Vielfalt als Reichtum für die eigene Lebensgestaltung erfahren zu können, ist ein zentrales Ziel demokratischer Kulturpolitik. Durch die Kooperationsbeziehungen im Kontext kultureller Bildung zwischen Kultur, Schule und Jugendhilfe entsteht für junge Menschen aus allen Handlungsfeldern ein lebensnahes Verständnis für die Bedeutung kultureller Rezeption und Teilhabe. Gerade diese übergreifende Zusammenarbeit steigert die Möglichkeiten kulturellen Ausdrucks nachhaltig und verhilft zu einem breiten Spektrum kultureller Angebote.

Kulturelle Bildung ist unverzichtbarer Teil einer umfassenden Persönlichkeitsbildung. Mit der Förderung von Kreativität gewährleistet kulturelle Bildung den Erwerb von kultureller Kompetenz als Ressource für gesellschaftliche Innovation. Kulturelle Bildungsprozesse ermöglichen elementares Lernen der Teilhabefähigkeit und regen zum Lernen nach aktuellem Bedarf an.






















Für die Beteiligten haben Projekte eine besonders hohe Qualität, in denen:

· SchülerInnen eigene ästhetische Qualitätsmaßstäbe für ihre künstlerische Tätigkeit entwickeln können
· Kinder und Jugendliche die Gelegenheit haben, ihre eigenen und gemeinsamen Ideen ernst zu nehmen und sich als selbstwirksam zu erleben
· Kinder und Jugendliche zu diesem Zwecke individuell gefördert werden und individuelle Entwicklungschancen erhalten
· der Blick der Erwachsenen auf die Stärken und Potentiale der Kinder und Jugendlichen gerichtet wird anstatt auf Defizite
· außerschulische und schulische Partner zusammenwirken, um gemeinsam alternative Bewertungsmaßstäbe für die kooperative Arbeit von Schülern in Kulturkooperationen zu entwickeln – vom zertifizierten Teilnahmezertifikat über die Peer-to-Peer-Bewertung bis zum Lernvertrag mit individueller Leistungsrückmeldung
· ästhetische und pädagogische Vorstellungen von Schulen und außerschulischen Partnern gleichermaßen Berücksichtigung finden und die Partner in der Kooperation auf Augenhöhe agieren
· flexible aber klare Strukturen für die Zusammenarbeit festgelegt worden sind, z.B. regelmäßige gemeinsame Arbeitstreffen der Partner
· außerschulische Partner in schulische Gremienarbeit und Entscheidungsprozesse einbezogen werden
· Kinder und Jugendliche in allen Schritten der Planung von Projekten beteiligt werden und Entscheidungen gemeinsam mit den Erwachsenen treffen
· Eltern in die Projektarbeit integriert werden und Gelegenheit zur kulturellen (Fort-) Bildung erhalten

Für die Auswahl der zu fördernden Projekte stellen folgende Kriterien eine Orientierung dar:

· die Interdisziplinarität im Sinne des Vernetzungsgedankens


· der Einsatz kreativer Ressourcen
· die gestalterische Qualität
· die Übertragbarkeit in andere Bildungskontexte
· die Ausrichtung auf Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene, die bislang kaum oder gar keinen Zugang zu den Angeboten der kulturellen und sozialpädagogischen öffentlichen Einrichtungen haben
· die nachhaltige Wirksamkeit
· die Berücksichtigung vorhandener kultureller, schulischer und sozialpädagogischer Strukturen in der Stadt
· die Beteiligung der Eltern, Kinder und Jugendlichen an Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen












2. Vorhaben 2014


2.1 Übersicht

Projekt Nr.
Projekttitel
Projektmittel
2.2.1
„Musik in…“ - Musik in Stöcken
50.000,00 €
2.2.2
NetzWerkstatt „EinfallsReich“
50.000,00 €
2.2.3
Lesementoring
30.000,00 €
2.2.4
Lesestart Hannover - eine Aktion zur frühkindlichen Leseförderung
4.500,00 €
2.2.5
Kindermuseum Zinnober
25.000.00 €
2.2.6
Interaktiver Präventionsparcours „Echt krass“
5.000,00 €
2.2.7
Fuchsbau Festival 2014 – „Die Flucht“
5.000,00 €
2.2.8
Interdisziplinäres Zirkusprojekt in den Ferieneinrichtungen
5.000,00 €
2.2.9
CircO
27.000,00 €
2.2.10
„Make it happen“ – Musikprojekt mit englischen Jugendbands
8.000,00 €
2.2.11
Hip Hop - Pfingstcamp 2014
5.000,00 €
2.2.12
Handyfilmprojekt mit Jugendzentren
8.000,00 €
2.2.13
Kulturscanner
8.600,00 €
2.2.14
„Switch“ – In vier Tagen um die Welt
8.000,00 €
2.2.15
Die singenden Stadtteile
15.000,00 €

Gesamt:
258.100,00 €













2.2 Projektvorhaben 2014

Nachstehend sind die zur Entscheidung vorgelegten Vorhaben und der erbetene Mitteleinsatz dargestellt. Die Anzahl der durch die Projekte erreichten TeilnehmerInnen im Jahr 2013 ist am Schluss als Tabelle ausgeführt.

2.2.1 Projekt "Musik in…" - Musik in Stöcken 2013 / 2014

Das Projekt „Musik in...“ wurde bis Ende 2011 im Stadtteil Hainholz mit Mitteln im Rahmen der „Initiativen Kulturelle Bildung“ durchgeführt und anschließend auf den Stadtteil Stöcken übertragen.

Die Anzahl und Bandbreite der regulären, wöchentlichen Angebote im Stadtteil Stöcken wurde ausgebaut und gut angenommen. Rund 2500 Musikbegeisterte nahmen an den unterschiedlichsten Kursen, Workshops und Ausstellungen teil.

Über das ganze Jahr hinweg fanden regelmäßig Treffen mit der Projektgruppe statt, die aus den jeweiligen Verantwortlichen aller beteiligten Einrichtungen und der Projektleitung/- koordination von „Musik in Stöcken“ besteht. In den Treffen wurden kommende Veranstaltungen und bisherige Entwicklungen der laufenden Projekte besprochen. Durch den Präsentationsmonat im Stadtteil und die diversen Auftritte in der Stadt hat das Gesamtprojekt große, positive Resonanz und Aufmerksamkeit erhalten. Die Bekanntheit im Stadtteil wurde erhöht, so dass weitere geplante Maßnahmen auch im Erwachsenen- und Seniorenbereich sowie für MigrantInnen 2014 in Angriff genommen werden können.



In der Zusammenarbeit mit LeiterInnen von Einrichtungen im Stadtteil, wie z. B. dem Freizeitheim Stöcken, wurden auch gemeinsame, übergreifende Veranstaltungen entwickelt.
Präsentationen auf Festen (Fête de la Musique, Stadtteilfest Stöcken, Fest für junge Leute und Musikfest Schwarze Heide) sorgen für den Austausch an Erfahrungen und Anerkennung.

Die Ausstellung Klangraum für alle Altersgruppen wurde in der Aula der IGS Stöcken gezeigt und hatte auch eine stadtweite Resonanz.

Sieben Einrichtungen (zwei Kitas, IGS, Jugendzentrum, Freizeitheim, Seniorenzentrum, Quartiersmanagement) führen 17 Kurse (Percussion, Samba, Chor, Rock, Instrumentalunterricht) und ein Sommerfest für ihre jeweilige Altersgruppe durch.

Die Planung für Musik in Stöcken 2014:

Im Verlauf des Jahres 2013 wurden die Kooperationen mit den einzelnen Einrichtungen gefestigt und mit der IGS Stöcken Angebote entwickelt. Die verschiedenen Angebote wurden gut angenommen. Viele Kinder und Jugendliche hatten zum ersten Mal die Möglichkeit, mit Gesang, Instrumenten oder der entsprechenden Technik zu arbeiten und zeigten sich experimentierfreudig und neugierig.

Da das Stadtteilprojekt bedarfsorientiert und flexibel aufgebaut ist, fließen die gewonnenen Erfahrungen jedes Kurses/Workshops in den weiteren Verlauf für 2014 ein.


Geplant für 2014 sind bisher folgende Angebote in den Einrichtungen:

Weiterführung eines Gitarrenkurses und Trommelworkshops für Senioren. Die Girlsband wird aufgrund des Entwicklungsstandes der Teilnehmerinnen im Jahr 2014 zum Abschluss gebracht werden, indem die Mädchen dabei unterstützt werden, ihren musikalischen Weg selbstständig weiter zu gehen. Das Ukulelenprojekt in der IGS Stöcken mit rund 30 Schülern und Schülerinnen wird weitergeführt. Eine Samba-Trommel-AG in der IGS Stöcken geht weiter, ebenso wie ein Gitarrenkurs und Angebote des Rockmobils.



Im Jugendzentrum wird neben dem Bandcoaching auch das Singer/Songwriter-Coaching weiter geführt. Die Musikschule wird auch weiterhin ihren offenen Kinderchor anbieten, so dass jederzeit auch neue interessierte Kinder dazu kommen können.
Ein bilingualer Trommelkurs richtet sich an Krippen-, Kita- und Hortkinder, die Nachfrage ist sehr groß.
Im Bereich Tanz haben sich „Zumba in Stöcken“ und „Tänze aus aller Welt“ etabliert.

Geplant ist die Teilnahme an folgenden Events für 2014:

• Auftritte beim Autofreien Sonntag
• Auftritte bei der Fête de la Musique
• Auftritte beim Fest für junge Leute (Großer Garten, Herrenhausen)
• Musikfestival Schwarze Heide e.V./ Musik-In-Festival (in Planung)
• Auftritte beim Stadtteilfest Stöcken

Für die Fortführung des Projektes im Stadtteil Stöcken sind im Jahr 2014 für Projektleitung (40.000 €), Sachkosten (5.000 €) und Kosten für die beschriebenen Aktivitäten (5.000 €) insgesamt 50.000 € erforderlich.

2.2.2 NetzWerkstatt EinfallsReich

Die NetzWerkstatt EinfallsReich ist ein Bildungsprojekt in der Elementar- und Primarbildung. Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Möglichkeit bietet, sich kreativ-schöpferisch mit ungewohnten Alltagsmaterialien auseinanderzusetzen.



Kinder brauchen vielseitige Lerngelegenheiten in unterschiedlichen Bildungsbereichen. Materialsammlungen bieten ein bedeutsames Lern- und Handlungsfeld für das Sachlernen, die ästhetische, kulturelle und die allgemeine Bildung, insbesondere durch das Zusammenspiel von sinnlicher Erfahrung, Interaktion und Vorstellungskraft. Die beteiligten Kinder und Erwachsenen werden in der Auseinandersetzung mit den Materialen zu selbsttätigem, nachhaltigem und inklusiv-orientiertem Handeln befähigt. Das Sammeln, Ordnen und Sortieren von Material bildet in der frühen Kindheit kognitive Grundlagen für Mathematik, Naturwissenschaft und Technik. Das Anlegen von und der Austausch über Sammlungen bietet für die Didaktiken des Elementar- und Primarbereichs eine hervorragende Möglichkeit der Sprachförderung. Darüber hinaus wird ein Beitrag geleistet, schöpferisch-kreatives Denken als kognitive Schlüsselkompetenz in der Breite zu verankern.

Neben der Freude an ästhetisch-künstlerischen Ausdrucksformen mit einem bedeutungsoffenen Charakter sollen Schlüsselkompetenzen der TeilnehmerInnen wie Kreativität, Selbstlernprozesse, Reflexionsfähigkeit, Eigenwahrnehmung und Selbstvertrauen weiterentwickelt werden.

Angelehnt an das Remida-Konzept der italienischen Reggiopädagogik handelt es sich um ein sozialraumorientiertes Angebot, in dem sich insbesondere Kommunen, Wirtschaft, Handwerk und pädagogische Institutionen vernetzen. Auf der Grundlage des gemeinsamen Zieles, der Förderung schöpferischen Denkens, wird eine anregende Materialsammlung aus Produktionsresten (Fehl- und Überproduktionen) betrieben und entsprechende Angebote für Kinder und Erwachsene durchgeführt.

Es geht um ein in vielerlei Hinsicht nachhaltiges und ökologisch sinnvolles Vorhaben, das mit der entsprechenden Kompetenz nicht nur das Material verwaltet, erneuert und verteilt, sondern auch fachliche Impulse für anspruchsvolle Bildungsprojekte in Kindertageseinrichtungen und Schulen liefern kann. Die Erfahrungen aus Italien und mittlerweile auch aus Deutschland zeigen, dass dieses Konzept aufgeht und starke Effekte bei den jeweiligen Nutzern und Spendern nach sich zieht.

Um die Verstetigung auf den Weg zu bringen, werden entsprechende Fort- und Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte in der Praxis, Aus-, Fort- und Weiterbildung konzipiert, erprobt und evaluiert, sowie anschließend fortlaufend angeboten.

Träger des Projektes ist das Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe), Regionalnetzwerk Mitte Hannover. Die Kunstschule KunstWerk e.V. übernimmt in Zusammenarbeit mit der LHH und des nifbe RNW Mitte die Aufgabe, die erforderlichen Netzwerke für die Umsetzung zu initiieren und zu koordinieren. Gemeinsam mit der Leibniz Universität Hannover, Institut für Sonderpädagogik, Prof. Dr. Claudia Schomaker und HAWK Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kultur (HAWK) Hildesheim/Holzminden/Göttingen, Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Stefan Brée, wurde für diese Projektidee ein Konzept entwickelt, dass nun verwirklicht werden soll.

Die Kooperationspartner führen in enger Zusammenarbeit das Projekt „NetzWerkstatt EinfallsReich – Sammlung für nachhaltiges Staunen“ durch und befördern die nachhaltige Verankerung in Hannover.

Weiterer Kooperationspartner über Hannover hinaus ist das nifbe Regionalnetzwerke SüdOst. Gemeinsam wird ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell für das Projekt entwickelt. Das Projekt soll über die Grenzen der nifbe Regionalnetzwerke Mitte und SüdOst hinaus Wirkung entfalten.

Die Entwicklungsaufgaben sind daher für die nächsten drei Jahre:
• die Einrichtung eines Zentrums für schöpferisches Denken in Hannover, in dem ein Materialarchiv und ein Netzwerk an (Material-)Spendern im Mittelpunkt steht und
• die Schaffung eines Netzwerkes für kreativ-schöpferisches Denken unterschiedlicher Beteiligter wie etwa Kinder, Eltern, päd. Fachkräfte aus dem Elementar- und Primarbereich und dem Ausbildungsbereich in Fachschule und Hochschule, KünsterlerInnen sowie
• die Entwicklung und Durchführung von flankierenden Fort- und Weiterbildungen für päd. Fachkräfte (ErzieherInnen und Lehrkräfte) und Eltern.

Neben den regelmäßigen Besuchen von Kindergruppen und Schulklassen der Region als Ausgangspunkt für ihre Projektideen ergeben sich Möglichkeiten für die dringend erforderliche praxisnahe Weiterbildung und (gemeinsame) Ausbildung von pädagogischen Fachkräften und Studierenden der beteiligten Hochschulen (z.B. KindheitspädagogInnen, ErzieherInnen, SonderpädagogInnen). Eine Erweiterung durch ein mobiles Archiv für schöpferisches Denken (großer Lieferwagen mit Sammlung) ermöglicht die landesweite Verbreitung der Projektidee und Anregung für die Implementierung in anderen Bildungsinstitutionen.
Für die Entwicklung und den Aufbau des Netzwerkes werden in den Jahren 2014 – 2016 jeweils 50.000 € für eine Fachkraft benötigt.

2.2.3. Lesementoring – Jugendliche fördern die Lesemotivation und -fähigkeiten von Kindern – und werden selbst in ihren sozialen und kulturellen Kompetenzen gefördert.

Das Projekt „Lesementoring“ ist seit 2007 ein fachbereichsübergreifendes Projekt der Fachbereiche Bildung und Qualifizierung sowie Bibliothek und Schule.

Das Projekt ist so angelegt, dass Spaß und Motivation am Lesen und Spielen im Vordergrund stehen. Angesprochen sind nicht nur leseschwache Kinder, sondern auch durchaus gute LeserInnen. Die Erfahrung zeigt: Das Peer-Learning funktioniert gut. Es ergibt sich ein ganz selbstverständliches Miteinander guter und schlechter LeserInnen, es spielt keine Rolle, welchen Geschlechts oder welcher Herkunft ein Kind ist.

Die jugendlichen MentorInnen werden von den (außerschulischen) MitarbeiterInnen der beiden Fachbereiche für ihre Funktion ausgebildet und in der Projektarbeit beraten und begleitet. In den Stadtteilen organisiert jeweils ein Stadteilteam, bestehend aus den ProjektmitarbeiterInnen und den Kontaktlehrkräften der beteiligten Schulen, die Rahmenbedingungen für die Projektarbeit.

Zweimal jährlich werden im Rathaus die Jugendlichen des Projektes mit dem „Kompetenznachweis Kultur“ ausgezeichnet, ein Bildungspass, der individuell die Kompetenzen eines jeden Teilnehmers dokumentiert.

Neue Entwicklungen im Jahr 2013:


· Da auch aus den 5. Jahrgängen der beteiligten Schulen vermehrt mangelnde Lesefähigkeiten bei vielen Kindern beklagt wurden, wurde an 2 IGS Schulen ein Pilotprojekt mit Fünftklässlern gestartet.

· 2013 ist das Projekt von der Kulturstiftung der Länder als „Kinder zum Olymp“- Projekt in der Sparte Literatur ausgezeichnet worden.

· Aufgrund einer Anfrage aus dem Nds. Kultusministerium hat sich das Projekt um eine Beteiligung an dem 4jährigen Bundesprogramm „BiSS – Bildung durch Sprache und Schrift“ beworben und ist angenommen worden. Ziel ist die Verbreitung erfolgreicher Lese- und Sprachförderansätze.


Der Stand Anfang 2014

In 7 Stadtteilen werden in 15 Schulen immer halbjahresweise kontinuierlich ca. 320 Kinder und Jugendliche beteiligt.

In den einzelnen Stadtteilen sind folgende Schulen beteiligt: Kurt-Schwitters-Gymnasium, Pestalozzischule (GS) und Kardinal-Galen-Schule (GS), IGS Linden, Grundschule am Lindener Markt, Eichendorffschule (GS), Albert-Schweitzer-Schule (GS), IGS Linden, Ricarda-Huch-Schule (Gymnasium), Comeniusschule (GS), IGS Stöcken, GS Fuhsestr., IGS Mühlenberg, Wilhelm-Busch-Schule (GS), GS Mühlenberg, Henning-von-Tresckow-Grundschule, IGS Roderbruch, Schillerschule (Gymnasium) , GS Lüneburger Damm.

Für die Weiterführung ist eine Förderung in Höhe von 30.000 € notwendig.

2.2.4 Lesestart Hannover - eine Aktion zur frühkindlichen Leseförderung

Mit der Aktion "Lesestart Hannover" sollen Eltern unabhängig vom Bildungs- und Herkunftshintergrund und möglichst unmittelbar nach der Geburt der Kinder erreicht werden. Ziel ist die Vorlese- bzw. Leseförderung von Anfang an. Die Aktion ist eingebunden in ein Netz von lokalen und überregionalen Maßnahmen.

Anknüpfend an die seit 2008 von der Stiftung Lesen betriebene bundesweite Kampagne „Lesestart“ hat das Lesenetzwerk Hannover auf lokaler Ebene zahlreiche Aktivitäten zur frühkindlichen Leseförderung entwickelt. Das Lesenetzwerk ist ein Zusammenschluss von Institutionen und Personen in Hannover, die sich der Sprach- und Leseförderung verschrieben haben. Die Koordination liegt bei der Stadtbibliothek. Neben dem Fachbereich Bibliothek, Schule, Museen und Kulturbüro sind die Fachbereiche Jugend und Familie sowie Bildung und Qualifizierung am Lesenetzwerk beteiligt.

Seit 2011 gibt es die bundesweite Initiative Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen, das größte Leseförderungsprogramm Deutschlands. Auch hier beteiligt sich die Stadtbibliothek Hannover. Die Eltern erhalten drei Lesestartsets: bei der U6-Untersuchung vom Kinderarzt, die dreijährigen Kinder bei einem Besuch in der Bibliothek und schließlich einmal kurz nach der Einschulung.

Der Bilderbuchsonntag findet jährlich Ende Januar/Anfang Februar statt und zieht jeweils zwischen 1.500 und 2.000 Besucherinnen und Besucher an, darunter auch zahlreiche Familien mit Migrationshintergrund. Neben einer bunten Bilderbuchausstellung bieten verschiedene Partner des Lesenetzwerkes beim Bilderbuchsonntag mehrsprachige Bilderbuchkino, Fingerspiele, Tischtheater, Vorlesen, Singen, Reimen und vieles mehr. Am 9.02.2014 fand der 6. Bilderbuchsonntag mit ebenso positiver Resonanz wie in den Jahren zuvor statt.

Im Rahmen der frühkindlichen Leseförderung werden darüber hinaus seit 2009 monatliche Eltern-Kind-Gruppen unter dem Motto „Babys in die Bibliothek“ in den Stadtteilbibliotheken in Kooperation mit der Elternbildung der AWO durchgeführt. Es werden Anregungen gegeben, wie Sprachförderung unterhaltsam und ohne viel Aufwand in den Alltag integriert werden kann, damit der Umgang mit Büchern früh eingeübt wird. Die Nachfrage, auch von Familien mit Migrationshintergrund, ist unvermindert groß, deswegen wurde das Angebot erhöht. Seit 2014 findet „Babys in der Bibliothek“ in 12 Stadtteilbibliotheken statt, 2015 sollen es 15 Stadtbibliotheken sein.

Zur Fortführung der Aktivitäten sind im Jahr 2014 4.500 € erforderlich.

2.2.5 Kindermuseum Zinnober

Der Verein Kindermuseum Zinnober e.V., seit 14 Jahren in Hannover mit Ausstellungen für Kinder mit den unterschiedlichsten Partnern (Stadtteilkulturarbeit, Museen, fairKaufHaus, Schulen) aktiv, hat nun einen festen Ausstellungsort in Linden in der Badenstedter Str. 48 gefunden.

Ein Kindermuseum unterscheidet sich von traditionellen Museen. Es ist kein Ort der Beschaulichkeit und Ruhe. Es entwickelt interaktive Ausstellungen zu Themen, die für die Lebensumwelt der Kinder bedeutsam sind, die ihre Neugier und Wissbegier befriedigen.

Die Kinder und ihr Zugang zu den Ausstellungsthemen stehen im Mittelpunkt der Arbeit eines Kindermuseums. Die Objekte und Sammlungen sind Mittel und Werkzeuge, mit denen sie tätig umgehen, so wie es ihrem Forschungsdrang und ihren Lerngewohnheiten entspricht.
Ateliers und Workshops werden zum "Labor" für Erfahrungen, die Herz, Hand und Kopf herausfordern, an denen sich handwerkliche, ästhetische wie intellektuelle Fähigkeiten ausbilden.

Kinder werden als neugierige Wesen geboren. Sie möchten sich die Welt mit allen Sinnen und Lust am Lernen erobern. Sie brauchen dazu schöpferische Freiräume, um phantasievoll zu spielen und ihre Vorstellungskraft zu entwickeln. Im Kindermuseum finden Kinder und Jugendliche dafür vielfältige Möglichkeiten.

Kinder und Eltern können mit- und voneinander lernen. Die Erwachsenen begleiten und fördern die Kinder, aber sie bestimmen nicht über sie. Kinder und Jugendliche partizipieren am Aufbau von Sammlungen und von Ausstellungen.

Nun heißt es für den Verein, regelmäßige Ausstellungen zu konzipieren, mit Kooperationspartnern im Stadtteil und darüber hinaus Projekte zu initiieren und sich ins Gespräch zu bringen. Auch die weitere Finanzierung, Drittmittelbeschaffung und Öffentlichkeitsarbeit steht auf der Agenda. Neben der ehrenamtlichen Arbeit soll eine Geschäftsführung für Verlässlichkeit und die Verstetigung sorgen.



Folgende Angebote sind 2014 geplant:

1. Die Sammel-AG in der Grundschule Am Lindener Markt.

Seit dem Schuljahr 2013/14 kooperiert Zinnober Kindermuseum e.V. mit der Grundschule am Lindener Markt.13 Kinder der dritten und vierten Klassen beteiligten sich im letzten Schuljahr an der Einrichtung des Kindermuseums im Projekt "Originelles sammeln und gestalten". In einer AG und im Unterricht sammelten und ordneten sie ihre Schätze und gingen ins Museum, um Museumsprofis über die Schulter zu schauen und museales Wissen zu erwerben. Ihre Ideen zur Präsentation ihrer Schätze im Kindermuseum haben sie selbst bestimmt und gestalteten mit einem Tischler zum Beispiel ein Schrankpferd, einen Froschstuhl, einen Prinzessinnenthron und einen Löwensessel. Dabei wurden sie unterstützt von einem Lehrer, den PädagogInnen des Kindermuseums und der Fotografin Sarah Ubrig.

2. Das Projekt „So bin ICH“

Eine Ausstellung zum Mitmachen für Kinder von 3 bis 12 Jahren zum Thema „Mensch“ und seinem „Wohlbefinden“ mit einem offenen Atelier und Begleitveranstaltungen

Sie soll während der Laufzeit in Hannover sukzessive erweitert werden mit Arbeiten und Objekten, die in Workshops und Beteiligungsprojekten mit Kindern entwickelt und gestaltet werden. Der inhaltliche Schwerpunkt wird die Interessen der Kinder berücksichtigen mit Themen wie „Was ICH mir wünsche“ oder „Meine Freunde und ICH“. Zudem sind Veranstaltungen für Familien und Erwachsene vorgesehen.


Zielgruppen: Kinder von 3 – 12 Jahren, Familien mit Kindern (Eltern, Großeltern mit Kindern), Schulklassen bis zum 6. Jahrgang, Kindergruppen aus Kindergärten und Kindertagesstätten, Kindergruppen aus Familienzentren und vergleichbaren Einrichtungen, MultiplikatorInnen aus dem Erziehungs- und Bildungsbereich.

3. Das Projekt „Ich sehe was – und was siehst du?“

Die Ausstellung wurde vom Sachgebiet Kulturelle Kinder- und Jugendbildung des Bereichs Stadtteilkulturarbeit in Zusammenarbeit mit Dr. Hermann Krekeler entwickelt.

Sie befasst sich mit Analogien in der bildenden Kunst und den Naturwissenschaften. Die mobile Ausstellung mit ca. 10 Stationen gibt Anlass zu eigenen Forschungen und lädt zum spielerischen Umgang mit Methoden aus den Naturwissenschaften und der Kunst ein.

Die Ausstellung soll ab November 2014 präsentiert werden und am Tag der Eröffnung des Festivals „November der Wissenschaften“ an den Start gehen.

Zielgruppen sind Kinder im Vorschulalter und im Grundschulalter und Familien.

Für den Ausbau des Ausstellungsprogramms und für die Betriebsorganisation werden 2014 – 2016 jeweils 25.000 € benötigt.

2.2.6 Interaktiver Präventionsparcours „Echt krass“

Für den Zeitraum vom 22.07.2014 bis 09.08.2014 wird der interaktive Präventionsparcours „Echt krass“ des PETZE Instituts für Gewaltprävention Kiel in Hannover im Zirkuszelt am Haus der Jugend zu sehen sein.

Die Ausstellung thematisiert sexuelle Übergriffe zwischen Jugendlichen. Der Umgang mit diesem Thema ist Alltag in der Jugendarbeit und Schule. 13 % der Mädchen und 3 % der Jungen geben an, sexuelle Grenzverletzungen durch andere Jugendliche erlebt zu haben. Ein Viertel aller Tatverdächtigen bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind unter 21 Jahre alt. Doch wie weit darf man gehen? Wann ist die Grenze zwischen Spaß und Unwohlsein überschritten? „Echt krass“ sensibilisiert Jugendliche für die Wahrnehmung ihrer individuellen Gefühle und Grenzen und thematisiert auf ansprechende und jugendgemäße Weise viele Facetten jugendlicher Sexualität. Sexuelle Übergriffe reichen von sexistischen Sprüchen über sexuelle Belästigung im Internet bis zur Vergewaltigung. Dabei entstehen Grenzverletzungen mitunter aus Unwissenheit über Sexualität und den Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Das Ausstellungskonzept „Echt krass“ bietet nicht nur Hilfestellung, Orientierung und Stärkung der potentiellen Opfer, sondern ist gleichzeitig als TäterInnenprävention angelegt.

Es werden folgende Facetten aufgegriffen:

1. SEX SELLS (Sexualität in den Medien und im Internet / Pornografie)

2. TRIAL & ERROR (Flirten vs. miese Anmache/ eigene Grenzen setzen und sich wehren)

3. STOP & GO (Einvernehmliche sexuelle Kontakte vs. sexuelle Übergriffe/ Risikofaktoren)

4. LOVE & HATE (Gruppendruck/ Sexuelle Grenzverletzungen in Beziehungen)

5. LAW & ORDER (Definitionen/ Gesetzeslage/ Folgen von und Hilfen bei Gewalt)

Zielgruppe des Ausstellungsprogrammes sind im Schwerpunkt Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren.

Der Präventionsparcours wird im Rahmen eines Fachtages zum Thema „Jugend und Sexualität“ am 22.07.2014 eröffnet werden.

Vom 23.7. bis zum 30.07.2014 kann der Mitmach-Parcours regelmäßig vormittags von angemeldeten Gruppen und Schulklassen besucht werden. Zudem ist er im Nachmittagsbereich für Gruppen aus Jugend(verbands)arbeit und Sport geöffnet.

Die Begleitung der ParcoursbesucherInnen erfolgt durch jeweils ein bis zwei geschulte MitarbeiterInnen des Bereiches Kinder- und Jugendarbeit. Diese wurden dafür entsprechend zusätzlich qualifiziert. Ergänzend zum Mitmachparcours wird ein Elterninformationsabend, eine Filmveranstaltung und ein After-Work- Fachkräfteaustausch und Networking-Party durchgeführt.

In der Ferienwoche vom 31.7. bis 9.8.14 wird im Haus der Jugend im Rahmen der FerienCard eine Woche zum Thema Jugend und Sexualität angeboten, deren Bestandteil die Ausstellung ist. Die Angebote im Rahmenprogramm und in der Ferienwoche wurden von MitarbeiterInnen der Jugendzentren und der hannoverschen Beratungsstellen erarbeitet. Sie knüpfen an die angenehmen, sinnlichen und schönen Facetten von Freundschaft, Flirts und Sexualität an und sollen Jugendliche stärken in ihrer Selbstwahrnehmung und in dem Gespür für Grenzverletzungen.

Um das Thema nicht nur punktuell, sondern nachhaltig in Schulen, Verbänden und Vereinen zu implementieren, wird eine Projektphase der hannoverschen Schulen und Jugendeinrichtungen, ggf. auch Vereinen, initiiert.

Für MultiplikatorInnen und Lehrkräfte ist eine entsprechende Schulung im Vorfeld zur Ausstellung verpflichtend vorgesehen, die die Beratungsstelle Violetta durchführt. Dadurch soll sichergestellt werden, dass mit dem Thema auch in Einzelfällen sensibel und kompetent umgegangen wird. Zudem erhalten die gruppenbegleitenden Personen umfangreiche Materialien zur Vor- und Nachbereitung der Ausstellung z.B. im Unterricht oder in der Jugendgruppe. Darüber hinaus sind ein bis zwei Schulungen für ehrenamtliche MitarbeiterInnen aus der Jugendarbeit im Konzept vorgesehen.

Alle Projektergebnisse werden im November 2014 zu einer Finissage zusammen getragen und veröffentlicht.

Für die Realisierung des Gesamtkonzeptes ist ein Betrag von 5.000 € erforderlich.

2.2.7 Fuchsbau Festival 2014 – „Die Flucht“



Das Fuchsbau Festival bietet vielversprechenden Kunstschaffenden eine öffentliche Plattform, auf der sie sich ausprobieren und präsentieren können. An drei Tagen im August treffen VertreterInnen unterschiedlicher Sparten aufeinander. Kollaborationen entstehen, Disziplinen vermischen sich und die Grenzen zwischen Publikum, KünstlerInnen und Team verschwinden im gemeinsamen Fest. Musik, Bildende Kunst, Theater, Lesungen, Filme, Workshops und Diskussionsrunden vereinen sich zu einer anregenden Mischung. Ein altes Rittergut mit Wiesen und Scheunen wird während des Festivals zur spannenden Ausstellungs- und Aktionsfläche.

Hinter der Konzeption und Durchführung des Projektes steht ein Netzwerk aus Studierenden der Kultur-, Sozial-, und Geisteswissenschaften, Kunstpädagogik, bildenden Kunst und Musik im Alter von 18 bis 25 Jahren. Sie sind überwiegend in Hannover und der Region aufgewachsen oder leben dort.

Über 5000 BesucherInnen und 150 Kunstschaffende wurden in den letzten Jahren Teil dieses Projektes. Dank zwei zurückliegender Durchführungen, mit vielen experimentellen Aspekten, konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Auf deren Basis wurde nun ein Konzept entwickelt, dass dem Publikum durch partizipative Angebote einen leichten Kunstzugang ermöglicht. Dazu zählen begeh- und veränderbare Kunstwerke, die Interaktion zwischen Publikum, KünstlerInnen und Team, sowie Workshops und Diskussionsrunden. Der künstlerische Entstehungsprozess wird nachvollziehbar durch Kunstwerke, die während des Festivals entstehen. Junge Menschen, die sich mit Thematiken wie Gender oder Kulturpolitik wenig bis gar nicht beschäftigen, werden in lockerer Atmosphäre zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen eingeladen. Da das Kollektiv selbst Teil der Zielgruppe ist, wird ein innovativer Blick auf die Vermittlung kultureller Bildung möglich.

In diesem Jahr steht das Festival unter dem Leitmotiv „Flucht“. Künstler nehmen den Begriff auseinander und erschaffen ihre eigenen, mal polarisierenden, mal ästhetischen Interpretationen. Die Bandbreite in Kunstwerken und Diskussionen reicht dabei von Realitätsflucht und jugendlichem Eskapismus in virtuelle Welten, bis hin zur innerdeutschen Grenze und der sehr realen, aktuellen Flüchtlingspolitik.

Als Beteiligung der Landeshauptstadt Hannover an der Finanzierung des Projekts werden für das Jahr 2014 5.000 € benötigt.

2.2.8. Interdisziplinäres Zirkusprojekt in den Ferieneinrichtungen

Bei der Zirkusarbeit verbindet sich der kreativ- künstlerische Ausdruck mit pädagogischen Zielen. Die Zirkuspädagogik möchte ebenso wie die Psychomotorik den Kindern Lernsituation anbieten, in denen sie neue Bewegungsmuster in erlebnisreichen Situationen ausprobieren können. Durch das Medium Zirkus können sich Kinder in eine Welt begeben, die ihre Bewegungsfreude und Kreativität anregt. Oftmals werden so neue ungeahnte Talente entdeckt. Gerade verhaltensauffälligen Kindern wird so die Möglichkeit gegeben, durch die Erfahrung, positiv im Rampenlicht zu stehen, ihre negativen Verhaltensmuster zu durchbrechen. Die Einrichtungen und Maßnahmen des Jugend Ferien-Service werden verstärkt von sozial benachteiligten jungen Menschen besucht. Es wird daher ein immer wichtigeres Anliegen, diesen meist verhaltensauffälligen jungen TeilnehmerInnen gerade in den Ferien neue Anreize und Anregungen zu bieten.

Die Verbindung dieser zirkuspädagogischen Elemente mit einer Ferienmaßnahme verspricht besonderen Erfolg. Zirkus soll in erster Linie Spaß machen. Das Können und die individuellen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen sind dabei die Ausgangspunkte. Unter dem Prinzip der Freiwilligkeit werden diese in einer spielerischen Form gefördert und weiterentwickelt, egal ob als JongleurIn, AkrobatIn, EinradfahrerIn, SeiltänzerIn oder ClownIn. Aufgrund der großen Vielfalt der Zirkustechniken findet jeder einen Platz im Zirkus, ob dick oder dünn, klein oder groß, stark oder schwach.

Die Kinder und Jugendlichen entwickeln gerade in den Ferien, herausgelöst aus dem Alltagsleben und fernab von schulischen Zwängen, Interesse für Neues. Die Maßnahmen verstehen sich somit als ein sehr niedrigschwelliges Bildungsangebot. Entsprechende Angebote wurden in unterschiedlicher Form in den Vorjahren angeboten. Alle waren sehr erfolgreich, einige Kinder trainieren noch heute in den Gruppen vom Kinder und Jugendzirkus.

In 2014 soll mindestens ein Projekt angeboten werden, derzeit ist wieder eine Kooperation mit der Feriencard angedacht. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 – 14 Jahren. Unter der Anleitung von 5 erfahrenen Teamern aus einem Kinder- und Jugendzirkus werden die TeilnehmerInnen unterschiedliche Aktivitäten ausprobieren und erlernen. Die Maßnahme soll im Sommercamp Otterndorf durchgeführt werden.


Es werden Mittel für Unterbringung/Vollverpflegung, Anreise, Honorare und Sachkosten benötigt. Die TeilnehmerInnen sollen einen geringen Eigenmittelbeitrag leisten. Für die Maßnahme werden Mittel in Höhe von 5.000 € benötigt.

2.2.9. CircO

CircO ist ein trägerübergreifendes Netzwerk der Kinder- und Jugendzirkusgruppen in Hannover mit dem Zentrum „CircO Hannover“ an den Standorten IGS Linden und dem Freizeitheim Linden, initiiert zwischen dem Verein CircO e.V. und der Landeshauptstadt Hannover. Das Netzwerk CircO ist eine Zirkusschule mit integrativem Anspruch für Jung und Alt, für Amateure und angehende Profis, sowie für Menschen mit Benachteiligungen aller Art. Beteiligung und Förderung von Ehrenamtlichen an der Netzwerkarbeit ist wichtiger Bestandteil von CircO.

Auf dem Weg der Entwicklung einer Akademie der Zirkuskünste zur beruflichen Qualifizierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird der Ausbau der Kooperation mit der IGS Linden angestrebt.

Durch die Netzwerkarbeit und die Außendarstellung der letzten Jahre hat CircO seine Wirksamkeit und Nachhaltigkeit unterstreichen können. Dabei wird es insbesondere von der GOP Group, dem größten Arbeitgeber für Artisten in Europa, unterstützt. Mit dem Konzept „Von der Breite in die Spitze“ wird CircO weiter vorangehen.

Rück- und Ausblicke für CircO 2013 bis 2015

CircO ist ein wichtiger Kooperationspartner von Schulen geworden und im Bereich kultureller Bildung im Ganztag ein wichtiges Kompetenzzentrum. Die SchülerInnen wurden im motorischen, intellektuellen und sozialen Bereich gefördert und ihr Selbstbewusstsein sowie ihre Konfliktfähigkeit gestärkt. Das Bewegungsangebot Zirkus schließt eine wichtige Lücke in der eher bewegungsarmen Schule. Eine weitere Zusammenarbeit und Ausbau der Angebote ist auch im Jahr 2013 erfolgt. Die Weiterqualifizierung der ZirkuspädagogInnen sichert hierbei die Qualität der Veranstaltungen. Besonderes Augenmerk haben weiterhin die Stadtteile Sahlkamp und Vahrenheide. In den vergangenen Jahren hat es eine kontinuierliche Steigerung der Teilnehmerzahlen gegeben. Die Schulen binden das Angebot mittlerweile fest in ihre Jahresplanung ein. Auf Grund der hohen Nachfrage auch im außerschulischen Bereich bietet der Stadtteiltreff Sahlkamp an vier Nachmittagen in der Woche Trainingsstunden an.

Das Fest für junge Leute im großen Garten und der Abend im GOP waren auch 2013 herausragende Möglichkeiten für die jungen ArtistInnen ihre Kunst zu zeigen. Beim Fest für junge Leute gelang die innovative Mischung von fünf internationalen Gruppen und hunderten jungen ArtistInnen aus Hannover vor 3000 BesucherInnen.

Für die Nachhaltigkeit 2014:

2014 wird CircO den beteiligten Kindern und Jugendlichen wieder Orte gemeinsamer Auftritte und Begegnung bieten. Die Nachfrage von Eltern, insbesondere von Kindern mit unterschiedlichen Religionszugehörigkeiten und Migrationshintergrund für die Teilnahme an außerschulischen Angeboten ist stark gestiegen. CircO wird daher die Ausbildung und Fortbildung von ehrenamtlichen ÜbungsleiterInnen und ZirkuspädagogInnen verstärken. Damit sind dann weitere Angebote möglich.

Für den Ausbau und die Fortführung des Projektes im Jahr 2014 sind 27.000 € erforderlich.

2.2.10 „Make it happen“ - Musikprojekt mit englischen Jugendbands

Vom 05.04.2014 bis zum 12.04.2014 nahmen zwei Bands aus Hannover an einem Austauschprojekt in London teil. Die beteiligten Bands entstanden in Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt.

Insgesamt haben 15 hannoversche Jugendliche und 4 BegleiterInnen an dem Projekt teilgenommen. Von englischer Seite waren zwei Bands beteiligt. Neben der sehr gemischten Altersstruktur der TeilnehmerInnen brachten fast alle Teilnehmenden aus beiden Ländern einen Migrationshintergrund mit.

Der Austausch sprach insbesondere Jugendliche an, die in der Regel nicht an internationalen Begegnungen teilnehmen, da ihnen die finanziellen Mittel fehlen oder/und sie aufgrund ihres Milieukontexts keinen oder kaum Zugang zu diesem Bereich der Jugendarbeit haben.

Ziel der Maßnahme in musikalischer Hinsicht war, am Ende der Woche auf zwei gemeinsamen Konzerten die gemeinsam erarbeiteten Songs zu spielen. Weiterhin wurde ein Begleitprogramm angeboten. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten in London wurden Jugendzentren besichtigt und an einer alternativen Stadtführung teilgenommen. Hier präsentierten Londoner Jugendliche „ihr London“.

Die pädagogischen Ziele der Maßnahme leiteten sich außerhalb des musikalischen Bereichs von den allgemeinen Zielen internationaler Begegnungen ab. Die Musik war der gemeinsame Nenner der Jugendlichen. Sie wurde als Methode genutzt, um sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden.

Für die Maßnahme wird ein Zuschuss in Höhe von 8.000 € vorgeschlagen.

2.2.11 Hip Hop - Pfingstcamp 2014

Als Kooperation zwischen der Hip Hop Community Hannover e.V. und der Kinder- und Jugendarbeit des Hauses der Jugend sowie den Jugendzentren Posthornstraße und Döhren findet jährlich zu Pfingsten das weit über die Grenzen der Region bekannte und etablierte Hip-Hop Pfingstcamp im Haus der Jugend statt. Die jugendkulturelle Ausdrucksform des Hip Hop ermöglicht über die Grenzen hinweg einen Kulturaustausch und friedlichen Wettstreit Jugendlicher.


Hip Hop ist der Oberbegriff für einen Komplex aus Rap, Graffiti und Breakdance, sowie dem DJing, der das gesamte kulturelle Umfeld und eine spezifische Mode, einen Stil, Einstellungen und Ideologien umfasst. Ursprünglich entstanden in den USA-Großstadt-Ghettos, stellt Hip Hop heute die größte jugendkulturelle Ausdrucksform dieser Zeit dar. Ideologisch spielt in der Hip-Hop-Kultur „Fame und Respect“ eine wichtige Rolle. Die Anerkennung erwirbt man sich dabei im sogenannten „Battle“ – dem gewaltfreien und in höchstem Maße kreativen sprachlichen oder sportlichen Wettstreit zweier Personen oder Crews (Gruppen), die gegeneinander antreten. Wer aktiv dabei ist und tatsächlich partizipiert oder zumindest ernsthaftes Interesse zeigt, wird anerkannt und integriert. So verschmelzen in der Hip-Hop-Kultur Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen und Ethnien im Wettstreit um die beste öffentliche Selbstdarstellung.

Das Hip-Hop Pfingstcamp bindet in der Planung, Organisation und Durchführung etwa 20 – 30 Jugendliche ein, die in verschiedenen Jugendeinrichtungen in Hannover trainieren und Aufgabenbereiche in Eigenverantwortung übernehmen. Darüber hinaus werden auch teilweise aus den Trainings heraus Auftritte und Performances entwickelt, die beim Pfingstcamp auf großer Bühne gezeigt werden.

Insgesamt erreicht das Projekt inklusive ZuschauerInnen weit mehr als 600 junge Menschen. Das Pfingstcamp ist zudem eine Plattform der internationalen Begegnung: es werden Gastgruppen aus Holland, Frankreich und Marokko erwartet, zudem ist in Planung, eine Live-Übertragung zu einer Gruppe Hip Hopper aus Bristol zu ermöglichen.

Die Teilnehmenden kommen aus allen Bevölkerungsgruppen mit einem starken Anteil von Jugendlichen aus einkommensschwachen bzw. teilhabebenachteiligten Familien. Es sind Jugendliche mit Migrationshintergrund mit afrikanischen, türkischen, arabischen oder osteuropäischen Wurzeln zahlenmäßig genauso vertreten wie deutsche Jugendliche / junge Erwachsene. Es sind etwa 60 % männliche und 40 % weibliche Teilnehmende im Alter von 8 – 27 Jahren. Zudem werden junge Menschen mit Handicap in die Veranstaltung einbezogen.

Besondere Neuerungen in 2014 sind ein Hip Hop Family Day mit vielen Schnupper-Workshops für Jüngere, sowie der „Master of all elements“ – ein Wettbewerb über verschiedene Facetten des Hip Hop.

Zur Absicherung dieser Hip Hop Events ist ein Ansatz in Höhe von 5.000 € erforderlich.

2.2.12 Handyfilmprojekt mit Jugendzentren

In Kooperation mit dem Sachgebiet kulturelle Kinder- und Jugendbildung und dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit bieten die beiden Künstlerinnen Eva Paulitsch und Uta Weyrich ein Projekt an, dass sich mit den medialen Aneignungsweisen von Jugendlichen beschäftigt und diese aktiv an dem künstlerischen Forschungsprozess mitbeteiligt.

Der künstlerische Blick der Künstlerinnen gilt dem Facettenreichtum des Alltäglichen. Bildmaterial dazu suchen sie auf der Straße und finden es auf den Handys von Jugendlichen. Seit 2006 bauen sie ein weltweit einzigartiges digitales Handyfilmarchiv auf. Dieses entwickelt sich unaufhaltsam zu einem faszinierenden Zeitdokument – als Spiegelbild von gesellschaftlichen Entwicklungen und (Re)-präsentationen des Alltags – eine Art Spurensicherung und Verortung von Gegenwart.

Mit den von ihnen initiierten Plattformen und Aktionen im öffentlichen Raum – eine Art kulturelles Stadtlabor – schaffen die beiden Künstlerinnen neue Handlungsräume als einen Beitrag zur kulturellen Bildung.

Ziele: Temporär in das Alltagsgeschehen der Bevölkerung eingreifen, Räume für neue Blickwinkel schaffen, Bilder im öffentlichen Raum erzeugen, Förderung der Kommunikation zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Nationalitäten, lebendige Vermittlung von Kunst, verortet an den Grenzen von Kunst- und Bildungssystem mit der Aufforderung zur kritischen Auseinandersetzung bzw. Reflexion über das aktuelle, gesellschaftliche Geschehen, Einbinden unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen sowohl als Zuschauer, als auch als Produzenten.

Zielgruppen: Bevölkerung Hannovers, insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund und Jugendliche aus Jugendzentren.

Das Vorhaben:

Die Künstlerinnen gehen an Orte, an denen sich Jugendliche aufhalten und sprechen sie direkt auf ihre kleinen selbstgedrehten Filme an, die sie auf ihren Handys gespeichert haben. Via Bluetooth übertragen sie das Material auf das Handy der Künstlerinnen. Die Übertragungszeit wird genutzt, um die Jugendlichen in Gespräche über Kunst und die Idee von diesem Projekt zu verwickeln.

Darüber hinaus ist geplant, das Material im Historischen Museum oder im Sprengel Museum zu veröffentlichen.

Für die Durchführung des Projektes werden 8000 € benötigt.

2.2.13 Kulturscanner


Der Verein „Politik zum Anfassen“ hat in Zusammenarbeit mit dem Bereich Stadtteilkultur ein Projekt initiiert, das sich insbesondere an Jugendliche wendet. Ziel ist, Jugendlichen über einen partizipativen Weg Zugang zu Kulturangeboten zu ermöglichen, Interesse zu wecken und sie darin zu unterstützen, kulturelle Räume als „eigene“ zu erarbeiten.


Für viele Jugendliche sind kulturelle Güter fremde Welten, nur wenige gehen in ein Museum oder in das Theater. Wie kann Interesse an kulturellen Einrichtungen geweckt werden? Besonders, wenn diese nicht zum heimischen Erziehungsprogramm gehören? Wird Kultur von Erwachsenen - womöglich gar LehrerInnen - vermittelt, bekommt es für Jugendliche schnell einen faden Beigeschmack. Unabhängig von Inhalten weckt es bei SchülerInnen eher Ablehnung statt Neugier und vermittelt eher Gefühle von Unwissenheit als hilfreiches Wissen. Und doch ist die Schule als Ausgangspunkt kultureller Bildung bestens geeignet: Nirgendwo sonst können wirklich alle SchülerInnen, unabhängig von ihrer außerschulischen Aktivität, angesprochen werden.


Insgesamt sind ca. 80 SchülerInnen aus 4 Schulen: IGS List, Südstadtschule, IGS Bothfeld und der Schillerschule beteiligt. Gescannt werden das Historische Museum, das Klecks-Theater, die Musikschule und das Freizeitheim Vahrenwald.


Für das „Scanning“ sind z.B. folgende Module möglich:

1. Der Selbstversuch: hier probieren SchülerInnen die Kultureinrichtungen aus und berichten darüber.

2. Kultur-Vorurteil: SchülerInnen stellen Vorurteile zu den jeweiligen Kultureinrichtungen filmisch der Realität gegenüber.

3. HOW-TO: Die SchülerInnen setzen sich mit den gängigen Regeln, sowie Räumlichkeiten der Kultureinrichtungen auseinander und setzen diese altersgerecht für ihre Mitschüler um.

4. Backstage-Pass: In Video-Reportagen schauen SchülerInnen hinter die Kulissen des Kulturbetriebs der Stadt.

5. Talking-Heads: Die SchülerInnen befragen die Menschen in den Kultureinrichtungen mit der Kamera und schneiden unterhaltsame Filme daraus zusammen.

6. Kultur-Werbung: Auf Plakaten, Videos oder online machen die SchülerInnen Werbung für die Einrichtung.



Ergebnis sind kleine YouTube-Filme aus den einzelnen Gruppen. Diese sollen möglichst gut verbreitet werden, um den Werbe- und Kennenlerneffekt nicht nur bei den beteiligten SchülerInnen, sondern auch darüber hinaus, zu haben. Als Anreiz, für die eigenen Filme zu werben, wird es eine Abschlussveranstaltung geben, bei der die meistgesehenen Filme prämiert werden. Im letzten Jahr übernahm hier Oberbürgermeister Stefan Schostok die Laudatio für den Gewinnerfilm.

Dieses Projekt hat sich im letzten Jahr bewährt. Mit dieser neuen Form der Ansprache sind die Jugendlichen beim Thema Kultur dabei. Es ist möglich, wertvolles Wissen über die Wünsche, Ideen und Einstellungen von Jugendlichen zu erhalten.

Auch der momentane Verlauf ist positiv, die Schulen sind sehr interessiert an dem Projekt, die Einrichtungen aufgeschlossen. Die Ausweitung auf weitere Einrichtungen erscheint möglich.



Zur Weiterführung dieses Projekts werden 2014 Mittel in Höhe von 8.600 € benötigt.


2.2.14 „Switch“ - In vier Tagen um die Welt

In diesem Projekt soll das Verständnis anderer Kulturen, Sitten und Gebräuche gefördert werden. Dazu gehen jeweils vier Kinder im Alter von 8 – 14 Jahren die jetzt in Hannover zu Hause sind, aber alle aus unterschiedlichen Herkunftsländern kommen, auf eine kleine Weltreise. Nach einer ausführlichen Vorbereitungsphase besuchen die Kinder pro Tag eine andere Familie, so dass nach vier Tagen jeder die Besonderheiten des Anderen kennengelernt hat.



Gemeinsam einkaufen und mit allen Kindern und der Gastgebermama oder dem Gastgeberpapa ein leckeres, traditionelles Essen zubereiten, Fotos des Landes anschauen oder sich landestypisch verkleiden, musizieren oder tanzen. Dies sind nur ein paar Ideen, den anderen Kindern seine eigene Kultur vorzustellen und näher zu bringen. Gemeinsam wird über das Erlebte ein Reisetagebuch geführt, welches auf einer großen, mit allen Familien gemeinsam geplanten und durchgeführten Abschlussveranstaltung präsentiert wird.

Das Projekt wurde in 2013 erstmals in Hannover angeboten. Die Organisation erfolgt in Kooperation mit den Spielparks Linden und Wakitu, es haben 7 Familien mit 10 Kindern teilgenommen. Vertreten waren die Länder Eritrea, Österreich, Türkei, Deutschland und Marokko. Es gab nur positive Reaktionen auf diese kleine Weltreise. In 2014 beabsichtigen wir die Teilnehmerzahl erheblich zu erhöhen und neben den bewährten Kooperationspartnern auch freie Träger einzubeziehen. Das Projekt soll in den Herbstferien stattfinden. Neben einer Eröffnungsveranstaltung ist wieder ein Abschlussfest geplant.

Für das Projekt sind in 2014 zur Vorbereitung, Planung und Umsetzung der zentralen Veranstaltungen, für Fahrkarten, Reisetagebücher, Lizenzgebühren, Honorarmittel und Öffentlichkeitsarbeit insgesamt 8.000 € notwendig.

2.2.15 Die singenden Stadtteile

In den letzten Jahren konnte die Musikschule Hannover auch mit Mitteln der „Initiativen zur kulturellen Bildung“ ein Konzept zur musikalischen Früherziehung in Kitas entwickeln und etablieren.

Für die Kinder, die die Kurse in den Kitas besucht haben und weiter Musik machen wollen, fehlt in vielen Stadtgebieten ein geeignetes Angebot, sofern sie nicht in den Instrumentalunterricht wechseln.

Um diese Zielgruppe zu erreichen, ist geplant, ein musikalisches offenes Netzwerk aufzubauen, das es Kindern ermöglicht, niedrigschwellig (keine verbindlichen Anmeldungen sind nötig) an musikalischen Angeboten in ihrem Stadtteil teilnehmen zu können.

In Einrichtungen wie Spielparks und Freizeitheimen und weiteren stadtteilorientierten Orten sollen offene Chor- bzw. Musiziergruppen regelmäßig stattfinden. Diese Angebote wenden sich sowohl an Kinder, die nach der Musikgruppe in der Kita weiter musizieren möchten als auch an solche, die das Singen oder Musizieren neu ausprobieren möchten. Eine Verknüpfung von offenen Angeboten und bestehenden Chor- und Musiziergruppen der Musikschule im Stadtteil ist Teil des Konzeptes.

Hierdurch kann den Kindern wohnortnah auf breiter Basis die Möglichkeit zum weiteren Musizieren gegeben werden.

Um dieses Netzwerk aufzubauen und erste Angebote auf den Weg zu bringen, werden 15.000 € benötigt.

3. Statistik

Die Förderung von Initiativen, Vorhaben und Projekten zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen, die in der DS 1600/2013 dargestellt wurden, hat sehr beachtliche Teilergebnisse hervorgebracht. Mit den daraus geförderten Maßnahmen und Projekten wurden im Jahr 2013 ca. 26.000 TeilnehmerInnen erreicht.

Projekt 2013

Nr.

Vorhaben
regelmäßig und
langfristig
kurzzeitig, spontan,
performativ
Stand 2014
2.2.1
Projekt "Musik in…" – Musik in Stöcken
2500 Kinder und Jugendliche, die größtenteils die Angebote über das Jahr wöchentlich wahrnehmen
2300 TN in der Klangräume Ausstellung
Wird
fortgesetzt
2.2.2
Musikalische Früherziehung „Singen, Spielen, Tanzen“
100 Kurse in 50 Kitas, 1400 Kinder in Stadtteilen, in denen mehr als 18% Familien leben, die Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten.

Verstetigt
2.2.3
Lesementoring – Jugendliche fördern die Lesekompetenz von Kindern
2013 nahmen 153 Jugendliche (LesementorInnen) und ca. 450 Kinder (Mentees) teil

Wird
fortgesetzt
2.2.4
Lesestart Hannover - eine Aktion zur frühkindlichen Leseförderung
Eltern-Kindgruppen in 10 Stadtteilbibliotheken (monatliche Treffen)
„„Babys in der Bibliothek“ mit 1233 Kindern und 1200 Eltern

Besucher des 5. Bilderbuch-sonntags im FZH Vahrenwald: ca. 1.150

Wird
fortgesetzt

2.2.5
Stärkung der Medienkompetenz
20 SchülerInnen

Verstetigt (Zuwendung)
2.2.6
Tanzprojekt MOTS – Moderner Tanz in Schulen
120 SchülerInnen


Finanzierung über Beschluss zum HH 2014, für das Schuljahr 2014/15 gesichert
2.2.7
„Balu und Du“
63 Moglis und

75 Balus


Verstetigt (Zuwendung)
2.2.8
Interdisziplinäres Zirkusprojekt in den Ferien-einrichtungen

Etwa 120 TN bei Mitmach-veranstaltungen
Wird
fortgesetzt
2.2.9
CircO
wöchentlich: 640 TN
Etwa 2030 TN bei Projekten und Veranstaltungen
sowie ca. 10.700 BesucherInnen
Wird
fortgesetzt
2.2.10
Offenes Zirkusangebot auf dem Fährmannsfest

Wurde 2013 anderweitig finanziert
Wird
fortgesetzt
2.2.11
Hip Hop – Pfingstcamp 2013

Etwa 100 TN an Workshops, etwa 20 Jugendliche, die mit geplant und organisiert haben, rund 400 TN an den Battles, etwa 100 ZuschauerInnen
Wird
fortgesetzt

2.2.12
ju:an - Jugendarbeit gegen Antisemitismus und andere Ungleichwertig-keitsideologien im Stadtteil Sahlkamp
50 Einrichtungs-besucherInnen

35 AkteurInnen in Gremien

3 Fachkräfte

Gesamt: 88 TN
Juleica:
39 TN,
Projektwoche Erich Kästner Schule:
(SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen)
209 TN,
Veranstaltungs-woche „Heimat“:
155 TN,
Workshops mit Jugendlichen:
27 TN,
Fortbildungen:
48 TN

Gesamt: 478 TN
Wird
fortgesetzt
2.2.13
Kulturscanner

Projekttage bzw. Projektwochen mit ca. 80 SchülerInnen

Die von den Schülern erstellten Videos wurden mehr als 10.000 Mal bei Youtube geschaut.

Wird
fortgesetzt

2.2.14
Plan K - Kunst verändert Schule – Beteiligungs-projekt für die GS Lüneburger Damm
Kulturelle Bildung im Ganztag AG mit 20 SchülerInnen
Projektwochen mit 320 SchülerInnen
Wird im Rahmen des Programms „Kultur macht stark“ fortgesetzt
2.2.15
„Switch“ Kultur-Welt-Reise
10 Kinder mit ihren Familien (insgesamt 8 Familien) haben an der „Kultur-Welt-Reise“ teilgenommen

Wird
fortgesetzt

Gesamt
Ca. 5.700 Kinder, Jugendliche und Eltern
Etwa 20.200 Kinder, Jugendliche und Eltern

43.2 / 51.5
Hannover / Jun 17, 2014