Anfrage Nr. 1392/2023:
Anfrage von Ratsherrn Böning (Die Hannoveraner) zu Schulen ohne Rassismus / Schulen mit Courage in Hannover

Inhalt der Drucksache:

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Anfrage von Ratsherrn Böning (Die Hannoveraner) zu Schulen ohne Rassismus / Schulen mit Courage in Hannover

Bereits zweimal habe ich in den letzten Jahren aus gutem Grund eine Anfrage zu den sog. „Schulen ohne Rassismus" stellen müssen.

2011 als Einzelvertreter im Rat:


https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebre.nsf/DS/1443-2011

und 2013 als Mitglied der HANNOVERANER Fraktion:


https://e-government.hannover-stadt.de/lhhsimwebre.nsf/DS/1653-2013

Nach einem Gespräch mit einer jüdischen Lehrerin - die Teilnehmerin bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Antisemitismus auf dem Kirchentag in Nürnberg war - ist diese erneute Anfrage zu dem nach wie vor gleichem und altem Thema, leider notwendig geworden.

Jene Lehrerin erzählte mir im Anschluss an besagte Podiumsdiskussion zum Thema „Antisemitismus", dass sie (und viele andere!) erleben müssen, dass antisemitische "Ausfälle" an den "Schulen ohne Rassismus" in der Regel schweigend hingenommen und nicht weiter verfolgt werden. Ebenso sei es übrigens mit "deutschfeindlichen" Entgleisungen

Wirklich aktiv und "couragiert" - wie der Name "Schule mit Courage" schon sagt - werde demnach vor allem dann reagiert, wenn ein Schüler ohne Migrationshintergrund einen Schüler mit Migrationshintergrund beleidigt, o ä.!

Mit anderen Worten: Es ist ein klares Messen mit zweierlei Maß, was das sog. "couragierte" Vorgehen gegen Rassismus an diesen so hochgelobten „Schulen ohne Rassismus" betrifft!

Bei einem Blick auf die Anfragen von 2011 (das Original der damaligen schriftlichen Anfrage enthielt übrigens keinen Schreibfehler in der Überschrift) und 2013 werden Sie feststellen, dass ich bereits damals exakt diese Problematik angesprochen habe.

Es ist ein wirkliches Armutszeugnis, dass sich dieses Problem bei den sog. „Schulen ohne Rassismus"


bis heute offensichtlich immer noch nicht verbessert hat und dass ausgerechnet eine jüdische Lehrerin diese schlimme Verhaltensweise kritisieren muss.

Ich hätte mir diese erneute Anfrage gern erspart.

In der Hoffnung, als Antwort nicht die üblichen bekannten Satzbausteine, sondern klare Aussagen zu erhalten, frage ich daher die Verwaltung:

1. Da es (auch wenn die Verwaltung und Teile der Politik das naturgemäß anders sehen mögen) auch 2023 immer noch die gleichen schlimmen Probleme bei den „Schulen ohne Rassismus" gibt, die ich bereits in meinen Anfrage 2011 und 2013 deutlichst beschrieben habe:


Wie gedenkt die Verwaltung jetzt darauf zu reagieren?
Ein Relativieren oder Ignorieren dieser Probleme kann für eine weltoffene Stadt, die sich gegen Diskriminierung einsetzt, wohl kaum der richtige Weg sein.

2. Die sog. „Schulen ohne Rassismus / Schulen mit Courage" werden mit städtischen Geldern unterstützt. Diese finanzielle Förderung wäre dann völlig ok, wenn diese Schulen ihrem "Auftrag" auch ohne Wenn und Aber nachkämen! Da mittlerweile jedoch niemand mehr die genannten Probleme bestreiten kann (es sei denn, man verschließt bewusst die Augen vor einer unbequemen Wahrheit), frage ich die Verwaltung:


Hält es die Verwaltung nach wie vor für richtig, dass dieses Projekt "SOR" finanziell gefördert wird? Wenn ja, warum? (Ich erinnere nochmals daran, dass ich mir klare, verständliche Antworten und nicht die üblichen Satzbausteine, mit denen das Projekt „SOR" ausführlich verteidigt und gewürdigt wird, wünsche...)