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kommunale Schulsozialindizes wie untenstehend beschrieben anzuwenden.
Der Entwurf der Sozialindizes betrifft alle Geschlechter gleichermaßen.
Es sind keine negativen Auswirkungen auf das Klima zu erwarten.
Durch die Anwendung kommunaler Schulsozialindizes entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Mit der Drucksache Nr. 0037/2024 wurde die Verwaltung beauftragt, einen Entwurf für einen kommunalen Sozialindex an den Schulen in Hannover vorzulegen, der zwischen Grund- und weiterführenden Schulen unterscheidet. Mit der Informationsdrucksache Nr. 1874/2024 hat die Verwaltung zwischenzeitlich über den aktuellen Sachstand berichtet. Hier wurde u.a. eine Liste von möglichen geeigneten Indikatoren und eine Berechnungsweise für Indizes für Grund- bzw. weiterführende Schulen benannt.
Nach erfolgten Abstimmungsgesprächen, z.B. im Arbeitskreis Schulentwicklung, im Qualitätszirkel Schulleitungen sowie mit den Stadteltern- und Stadtschüler*innenvertretungen hat die Verwaltung eine Auswahl der zur Verfügung stehenden Indikatoren getroffen. Diese Auswahl basiert auf inhaltlichen Überlegungen sowie der schulscharfen Verfügbarkeit von Daten.
Indikatoren für Sozialindizes für Grund- und weiterführende Schulen
Indikatoren für Grundschulen:
Variable | Datenquelle |
Anteil der BuT-Schüler*innen | Städtische Schulstatistik |
Anteil der Schüler*innen mit nicht-deutscher Herkunftssprache | Städtische Schulstatistik |
Anteil der BasU-Schüler*innen mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache oder emotionale und soziale Entwicklung | Städtische Schulstatistik |
Anteil der Prävalenz von Übergewicht | Team Sozialpädiatrie Region Hannover |
Anteil mit Schwierigkeiten bei der deutschen Sprache | Team Sozialpädiatrie Region Hannover |
Anteil mit 3 oder mehr Auffälligkeiten im SOPESS | Team Sozialpädiatrie Region Hannover |
Indikatoren für weiterführende Schulen:
Variable | Datenquelle |
Anteil der BuT-Schüler*innen | Städtische Schulstatistik |
Anteil der Schüler*innen mit nicht-deutscher Herkunftssprache | Städtische Schulstatistik |
Anteil der BasU-Schüler*innen mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache oder emotionale und soziale Entwicklung | Städtische Schulstatistik |
Beschreibung und Begründung der einzelnen Indikatoren
Anteil der BuT-Schüler*innen:
Dieser Indikator wird in der jährlichen kommunalen Schulstatistik abgefragt. Einschränkend ist hier zu bemerken, dass Schulen nicht automatisch von einer BuT-Berechtigung erfahren, sondern nur wenn diese Information der Schule beispielsweise durch die Eltern mitgeteilt wird. Da dies aber nur ein Indikator unter mehreren ist, hält die Verwaltung die durch diese Einschränkung entstehenden Ungenauigkeiten für rechtfertigbar - insbesondere da davon auszugehen ist, dass BuT-Berechtigungen der Schule insbesondere dann mitgeteilt werden, wenn die die BuT-Berechtigung begründenden ökonomischen Nachteile durch das Elternhaus nicht mehr anderweitig ausgleichbar sind. Die Bundesdeutsche Bildungslandschaft weist trotz gegenteiliger Bemühungen einen hohen Grad an sozialer Selektivität auf. Deswegen hält die Verwaltung den Anteil der BuT-Schüler*innen für eine relevante Größe um Budgets sozial gerecht zu verteilen um systemimmanente Bildungsdisparitäten zu verringern.
Anteil der Schüler*innen mit nicht-deutscher Herkunftssprache:
Auch dieser Indikator repräsentiert einen Ausschnitt potentieller Herausforderungen vor denen Schüler*innen und ggf. auch Schulen stehen können und wird in der jährlichen kommunalen Schulstatistik abgefragt. Auch das Land Niedersachsen hat das Ziel „Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen, bei denen Deutsch nicht die Herkunftssprache mindestens eines Elternteils ist“ zu verbessern „und ihnen ein höchstmöglicher Bildungsabschluss“ zu ermöglichen (vgl.
RdErl. d. MK v. 1.7.2014 -25 -81 625 (SVBl. 7/2014 S. 330), geändert durch RdErl. v. 4.11.2019 (SVBl. 12/2019 S. 624).
Anteil der BasU-Schüler*innen mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache oder emotionale und soziale Entwicklung:
Es gab im Vorfeld unterschiedliche Überlegungen welche Förderbedarfe in den kommunalen Sozialindex eingehen sollten. Die Verwaltung hat sich hier für die o.g. Förderbedarfe entschieden, da diese einen statistischen Zusammenhang zur sozioökonomischen Lage des Elternhauses aufweisen. So ist dies einerseits ein Indikator für die sozioökonomische Zusammensetzung, andererseits werden so auch tatsächliche Bedarfe an denen Schulen sich häufig Unterstützung wünschen, berücksichtigt.
Anteil der Prävalenz von Übergewicht, Anteil mit Schwierigkeiten bei der deutschen Sprache, Anteil mit 3 oder mehr Auffälligkeiten im SOPESS: Diese Daten sind aus den Schuleingangsuntersuchungen für die jeweiligen Grundschulen und werden von der Region Hannover in eigener Zuständigkeit erhoben. Genutzt werden im Schulsozialindex für Grundschulen der LHH die Durchschnitte der drei aktuellsten derzeit verfügbaren Jahre. Aus Datenschutzgründen wurden Werte mit Fallzahlen <6 seitens der Region Hannover entfernt. Für diese Werte wurde seitens der LHH immer der Prozentwert errechnet, der einer Fallzahl von 2 entsprechen würde, um dem geringen Vorliegen des jeweiligen Merkmales Rechnung zu tragen. Die Miteinbeziehung dieser Indikatoren hat zwei Gründe: Einerseits gibt es einen Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Gesundheit, andererseits kann ein hoher Score einer Schule im kommunalen Schulsozialindex so auch einen Hinweis auf eventuell förderliche Programme oder Maßnahmen geben.
Zusammenfassung:
Alle diese Indikatoren haben nicht Ziel oder Anspruch, die soziale oder sozioökonomische Situation an einer Schule möglichst perfekt darzustellen. Sie sollen in ihrer Gesamtheit lediglich als Mittel zu einem Verteilmechanismus dienen, der das Ziel hat, Bildungsdisparitäten dort zu verringern, wo dies einer Kommune möglich ist. Wichtig ist aber zu bemerken, dass aufgrund der Natur der Indikatoren nicht das Ziel sein kann, dass Schulen in einer indexbasierten Reihung „aufsteigen“. Die Umverteilung von Ressourcen hat nicht das Ziel, Anzahl oder Anteil der Personengruppen, die durch die ausgewählten Indikatoren explizit erwähnt werden, zu verringern. Im Gegenteil: Erst durch die Anerkennung dessen, dass bestimmte Eigenschaften mit Herausforderungen unterschiedlicher Art einhergehen, können wir gemeinsam auf den Abbau dieser Herausforderungen hinarbeiten.
Berechnungsverfahren
Die Indizes werden additiv und ungewichtet berechnet. Der so entstandene Wert wird schließlich durch die Anzahl der eingeflossenen Indikatoren dividiert. Das so berechnete Ergebnis kann also ausschließlich Werte zwischen 0 und 100 annehmen.
Datenschutz und Veröffentlichung
Keiner der einzelnen Indikatoren soll schulscharf veröffentlicht werden, um einerseits bei Sozial- und Gesundheitsdaten oder bei Daten über sozial benachteiligte Gruppen dem Datenschutz zu genügen und andererseits die betreffenden Schüler*innen vor Diskriminierung zu schützen. Zusätzlich ist der Fachbereich Schule bzw. die Landeshauptstadt Hannover auch nicht Eigentümer*in aller oben genannten Daten und kann somit nicht über eine Veröffentlichung verfügen.
Um jedoch dem Bedürfnis auf Transparenz nachzukommen wird die Reihung der Schulen mit Nennung der jeweiligen Indexwerte im Arbeitskreis Schulentwicklung vorgestellt.
Anwendung
Zunächst fokussiert der Hannoversche Schulsozialindex auf Steuerungsmöglichkeiten der Ressourcen des Fachbereichs Schule, ergänzt durch den HH-Antrag 0117/2025. U.a. aufgrund rechtlicher Vorgaben ist eine solche Steuerung aber insbesondere bei Pflichtaufgaben nicht vollumfänglich möglich. Die erste Umsetzungsphase ist das Schuljahr 2025/26, wobei es hier vorrangig um eine erste pilothafte Ressourcensteuerung über einzelne Projekte gehen wird und noch nicht um eine vollumfängliche Steuerung aller der Schulträgerin zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Beispielhaft seien hier die Projekte Kooperative Klassenteams und Besondere Ausstattungen – wie z.B. Lernlandschaften – genannt.
Nachdem im Schuljahr 2025/26 so erste Erfahrungen gesammelt werden, ist ein weiterer Ausbau auf Basis der so gesammelten Erfahrung anvisiert.
Im Fokus liegt dabei eine Ressourcenverteilung, die dazu dient, ein bedarfsgerechtes Bildungsangebot entwickeln zu können. Bewertet wird durch die Indizes nicht die qualitative Arbeit jeder einzelnen Schule.