Drucksache Nr. 1337/2014:
Herrenhäuser Gärten - Sanierung der Wasserkunst Bauabschnitt 1

Informationen:

Inhalt der Drucksache:

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1337/2014
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Herrenhäuser Gärten - Sanierung der Wasserkunst Bauabschnitt 1

Antrag,

1. der Haushaltsunterlage Bau gemäß § 12 der GemHKVO zur Sanierung der Wasserkunst
1. BA in Höhe von 1.670.000 € und
2. der Mittelfreigabe sowie dem Baubeginn
zuzustimmen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Keine Auswirkungen; Frauen und Männer sind in gleicher Weise betroffen.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 46 - Investitionstätigkeit
Investitionsmaßnahme I.52301.004.2
Bezeichnung
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Beiträge u.ä. Entgelte für Investitionstätigkeit €0.00
Veräußerung von Sachvermögen €0.00
Veräußerung von Finanzvermögensanlagen €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
  
  
Erwerb von Grundstücken und Gebäuden €0.00
Baumaßnahmen €1,670,000.00
Erwerb von bewegl. Sachvermögen €0.00
Erwerb von Finanzvermögensanlagen €0.00
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
Saldo Investitionstätigkeit (€1,670,000.00)
€0.00

Teilergebnishaushalt 46 - Investitionstätigkeit
Produkt 52301
Herrenhäuser Gärten
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Zuwendungen und allg. Umlagen €0.00
Sonstige Transfererträge €0.00
Öffentlichrechtl. Entgelte €0.00
Privatrechtl. Entgelte €0.00
Kostenerstattungen €0.00
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €0.00
Sonstige ordentl. Erträge €0.00
  
Außerordentliche Erträge €0.00
  
Erträge aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Personalaufwendungen €0.00
Sach- und Dienstleistungen €0.00
Abschreibungen €18,556.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €62,625.00
Transferaufwendungen €0.00
Sonstige ordentliche Aufwendungen €0.00
  
Saldo ordentliches Ergebnis (€81,181.00)
Außerordentliche Aufwendungen €0.00
Saldo außerordentliches Ergebnis €0.00
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo gesamt (€81,181.00)

Begründung des Antrages

Die Wasserkunst Herrenhausen versorgte über Jahrhunderte die Wasserspiele im Großen Garten. 1720 schafften dank neuer Pumpentechnik 40 Pumpen, die von acht Wasserrädern angetrieben wurden, die Große Fontäne auf 35 Meter Höhe springen zu lassen. Sie war damals die höchste Fontäne Europas und übertrumpfte sogar Versailles. 140 Jahre erledigten diese Pumpen ihre Aufgaben, bis sie um 1860 durch vier neuere Modelle der Firma Egestorff, der späteren Hanomag, ersetzt wurden. Die zwei Wasserräder und vier Pumpen sind bis heute funktionsfähig und sind gemeinsam mit dem damals errichteten Gebäude ein Technikdenkmal von nationaler Bedeutung.

Neben dem Gebäude befinden sich noch die Fundamente von Teilen der ursprünglichen Wasserkunst, die sogenannte Wehranlage. Die Sandsteinmauern sind um 1740 errichtet worden und stehen noch auf den ursprünglichen, in das Wasser gerammten Eichenpfählen. Komplettiert wird die Anlage durch die um 1770 angelegte Schleuse, die vor gut 15 Jahren saniert wurde (Anlagen 1, 2.1 und 2.2).

Seit einigen Jahren ist die Wasserkunst nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich, da größere Schäden festgestellt wurden. Die sichtbaren Schäden wurden vor allem an den hölzernen Sperrtoren und den hölzernen Schützen, die der Wasserregulierung der Wasserräder dienen, festgestellt. Auch das Sandsteinmauerwerk der äußeren Stützmauern im Bereich der Wehranlage ist betroffen. Eine weitere Schadensanalyse der Fundamente konnte aufgrund der meterdicken Schlammschichten nicht gemacht werden. Es bestand ein großes Risiko, dass bei Hochwassern die Sperrtore brechen könnten, was eine Unterspülung und Zerstörung des gesamten Fundaments zur Folge gehabt hätte. Außerdem wäre die gesamte Leineaue überschwemmt worden. Daher wurde im Sommer 2013 im Rahmen einer Voruntersuchung eine Spundmauer errichtet und die Fundamente des Gebäudes und der historischen Wehranlagen so weit entschlammt, dass eine genaue Schadensanalyse erfolgen konnte.

Im Bereich der historischen Wehranlage sind große Schäden im Fundamentbereich gefunden worden. Provisorisch angebrachte, so genannte Patentstützen zwischen Leineinsel und Gebäude der Wasserkunst sollen ein Zusammenbrechen der Bauwerksteile bis zur Sanierung im Sommer 2015 verhindern. Positiv ist, dass sich das Fundament des Gebäudes Wasserkunst noch in einem relativ guten Zustand befindet, die Standsicherheit ist nicht gefährdet.

Die Sanierung soll im Frühsommer 2015 begonnen werden. Dafür sind Konsten in Höhe von 1,67 Millionen Euro berechnet worden (Anlage 3).

Ein zweiter Bauabschnitt, für den es eine eigene Beschlussdrucksache geben wird, ist für 2016 geplant. Die genauen Kostenberechnungen werden parallel zu den Arbeiten im nächsten Jahr vorgenommen. Für den zweiten Bauabschnitt laufen Gespräche mit potentiellen Förderern.



Beschreibung des Vorhabens

Ende 2013 wurde die Voruntersuchung für die Sanierung der Wasserkunst abgeschlossen. Nach erfolgter Entschlammung und Trockenlegung des Gebäudes wurde eine baukonstruktive und qualitative Beurteilung der Bauteile unterhalb der Wasserlinie getroffen.


Die Gesamtsanierung des Gebäudes samt angrenzender Wehranlage soll in zwei Bauabschnitte unterteilt werden:

1. Bauabschnitt: Sanierung der Wehranlage und der Fundamente der Wasserkunst inklusive Holzbauteile insbesondere unterhalb der Wasserlinie.

2. Bauabschnitt: Sanierung des Gebäudes Wasserkunst und des Anbaus der ehemaligen Schmiede inklusive historische Pumpen und Elektrotechnik, überwiegend oberhalb der Wasserlinie. In diesem Abschnitt fallen Arbeiten an den Fenstern, am Dach, an der Elektrik und der Fassade.

Es wird sichergestellt, dass die zu erfolgende Trockenlegung der Baugrube während der Arbeiten am Gebäude von April bis Oktober keinen schädlichen Einfluss auf die vorhandene Bausubstanz ausübt. Aus diesem Grund ist es erforderlich, alle Arbeiten unterhalb der Wasserlinie in einem Bauabschnitt zu erledigen, da eine über das Winterhalbjahr andauernde Trockenlegung vermieden werden muss und mehrmaliges Trockenlegen immer wieder mit einer kostenintensiven Entschlammung verbunden ist.

Maßnahmen 1. Bauabschnitt:

Anfang Mai 2015 soll die erneute Trockenlegung mit offener Wasserhaltung erfolgen. Eine erneute Entschlammung ist in geringem Umfang erforderlich. Verlandete Böschungsberei- che im Unterwasser werden entfernt, um einen ungehinderten Wasserzu- und –ablauf sicherzustellen. Die historische Wehranlage ist auf Holzpfählen gegründet, die sich in einem sehr schlechten Zustand befinden (Anlage 4). Die Gründung muss komplett erneuert werden. In diesem Zuge werden die Sandsteinquader vorher dokumentiert, abgetragen, gereinigt und auf dem neuen Fundament wieder aufgebaut.

Im Gebäude werden ausgewaschene Fugen geschlossen und das Sockelmauerwerk der Südfassade saniert. Mehrere Holzschaufeln der Wasserräder werden repariert, bzw. ausgetauscht. Die inneren und äußern Holzschütze der Wasserräder sind komplett abgängig und werden erneuert. Die Holzdielen der Laufebene in den Pumpenräumen müssen ausgetauscht werden. Die Antriebe und Zahnstangen der Schütze der Wehranlage, die Kurbelböcke und Zahnstangen an den Kulisseneinläufen zu den Wasserrädern und die Verschlüsse inklusive der Führungsschienen an den Kulisseneinläufen werden entrostet, sandgestrahlt, grundiert und neu beschichtet. Die Arbeiten sollen spätestens Ende Oktober 2015 abgeschlossen sein.

Die Kosten sind nach den gründlichen Voruntersuchungen berechnet worden, unvorher- gesehene, zusätzliche Maßnahmen sind bei einem gut 150 Jahre alten Gebäude und bei einer fast 300 Jahre alten Wehranlage nicht auszuschließen.

Die Wiedereröffnung der Wasserkunst ist für die Saison 2017 geplant. Im Rahmen von regelmäßigen Öffnungen und Führungen wird über die Geschichte des Gebäudes und der Wasserversorgung der Fontänen in Herrenhausen informiert. Dabei werden auch die historischen Wasserräder und Pumpen in Betrieb genommen. Zusätzlich wird eine kleine, permanente Ausstellung mit Plänen, Fotos und Modellen in den Räumen der Wasserkunst eingerichtet.
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Hannover / Jun 10, 2014