Antrag Nr. 1323/2024:
Änderungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei zu Drucks. Nr. 0617/2024: Antrag der CDU-Fraktion: Lokale Strategie gegen Einsamkeit in Hannover

Informationen:

verwandte Drucksachen:

1323/2024 (Originalvorlage)
0617/2024 (Ursprungsvorlage)

Beratungsverlauf:

Antragsteller(in):

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei

Inhalt der Drucksache:

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Änderungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei zu Drucks. Nr. 0617/2024: Antrag der CDU-Fraktion: Lokale Strategie gegen Einsamkeit in Hannover

Antrag

zu beschließen:

Die Punkte in der DS 0617/2024, die bei der Erarbeitung einer lokalen Strategie gegen Einsamkeit berücksichtigt werden sollen, sind zu ergänzen um:

1. Die lokale Strategie soll in besonderer Weise Betroffene unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Blick nehmen und die Gründe und Ausprägung berücksichtigen sowie bei den Gegenstrategien einbeziehen.

2. Bei der Entwicklung der lokalen Strategie stimmt sich die LHH eng mit dem Sozialministerium Niedersachsens und der dort angesiedelten Strategie gegen Einsamkeit („Gemeinsam gegen Einsam“) ab.

In der Begründung soll die DS 0617/2024 unter Punkt 2 wie folgt geändert werden:

2. Die lokale Strategie soll in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen aus der aktuellen Einsamkeitsforschung sowohl einen Schwerpunkt bei der Prävention von Einsamkeit im Alter legen. Alle Gruppen von Betroffenen, ob jung oder alt, männlich, weiblich oder divers, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, ob sozial benachteiligt oder nicht, sollen dabei entsprechend ihrem Anteil und ihrem Bedarf betrachtet und einbezogen werden.

Begründung


Zu 1. Aktuelle wissenschaftliche Studien (wie „BBC Loneliness Expertiments“1 oder „Extrem Einsam“2 ) kommen zu dem Ergebnis, dass sich überwiegend junge Menschen einsam fühlen. Betroffen sind laut den Erkenntnissen vor allem Männer, die in individualisierten Gesellschaften wie den USA, Großbritannien und Deutschland leben. Zudem zeigt sich insbesondere für Deutschland, dass besonders junge Menschen, die finanziellem Druck ausgesetzt sind, bereits eigene Kinder oder eine Migrationsgeschichte haben, von Einsamkeit betroffen sind. In Anbetracht dieser Erkenntnisse ist es von Bedeutung, dass die LHH bei der Entwicklung einer Strategie sich insbesondere dieser Altersgruppe zuwendet, Gründe analysiert und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Maßnahmen einbezieht.

Zu 2. Der Niedersächsische Landtag hat im März mit der DS 19/3371 den Antrag „Gemeinsam statt einsam: Gemeinschaft stärken - landesweite Strategie gegen Einsamkeit entwickeln“ beschlossen. Darin wird die Landesregierung u.a. aufgefordert, „ […] neue Konzepte und Ansätze zu entwickeln, die darauf abzielen, soziale Verbindungen zu stärken und das Bewusstsein für das Thema Einsamkeit zu schärfen. […]“ Zudem sollen „alle bestehenden und neu erarbeiteten Maßnahmen und Unterstützungsangebote in einer Gesamtstrategie zusammengeführt werden, die eine effektive, koordinierte und nachhaltige Einsamkeitsbekämpfung ermöglicht.“

Da bereits auf Landesebene eine Initiative zum Vorgehen gegen Einsamkeit initiiert ist, ist es sinnvoll, dass sich die LHH bei der Entwicklung ihrer Strategie eng mit dem Land abstimmt, auf aktuelle Informationen zurückgreift und ggf. Ideen, Projekte und andere Maßnahmen adaptiert und so von den Überlegungen und Maßnahmen auf Landesebene profitiert. Darüber hinaus wird eine unnötige Doppelarbeit auf Landes- und kommunaler Ebene vermieden.


Dr. Daniel Gardemin/Dr. Elisabeth Clausen-Muradian
Fraktionsvorsitz