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Mit dieser Informationsdrucksache wird zum gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen+Volt+Piraten, CDU und FDP zur Vorbereitung und Umsetzung der Biennale der Vielfalt der Landeshauptstadt Hannover (Druck. Nr. 1025/ 26, s. Anlage) berichtet.
1.Wie unter Einbeziehung der zuständigen politischen Gremien die kulturelle Entwicklungsstrategie „Biennale der Vielfalt Hannover", welche das Fest der kulturellen Vielfalt (2027) sowie das Prozess- und Reflexionsformat „Fluid Identity der Generationen“ (2028) beinhaltet, vorbereitet und umgesetzt werden kann.
Die Biennale der Vielfalt der Landeshauptstadt Hannover kann im Rahmen einer kooperativen Form die beteiligten Akteur*innen frühzeitig über Netzwerktreffen informieren und Vertrauen aufbauen, ein gemeinsames Motto abstimmen, die Teilnahme über Stände und Bühnenbeiträge ermöglichen, das Programm gemeinsam gestalten und abgleichen, weitere Bedarfe identifizieren und technische/organisatorische Abstimmungen und Informationsaustausch sicherstellen.
Vorbereitung und Umsetzung des Festformats werden im Ablaufplan unter Punkt 3 der Prüfungsergebnisse über einen Beteiligungs- und Umsetzungsprozess dargestellt. Dieser umfasst verschiedene Beteiligungs- und Abstimmungsschritte während der Konzeptions- und Vorbereitungsphase sowie die organisatorische und inhaltliche Entwicklung des Formats. Dabei werden MSOs, postmigrantische Initiativen, die zuständigen politischen Gremien sowie darüber hinaus interkulturelle, interreligiöse und transkulturelle Initiativen, Bündnisse und Initiativen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Menschenrechte angesprochen.
Vorbereitung und Umsetzungsschritte
Das Gesamtkonzept zur Biennale der Vielfalt Hannover (BdVH) würde federführend durch das Dezernat für Bildung und Kultur (Dezernat VII) in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Stadtbibliothek unter Einbindung des Fachbereichs Kultur (41), des Fachbereichs Sport, Bäder und Eventmanagement (52) sowie des Fachbereichs Gesellschaftliche Teilhabe, Bereich Einwanderungsstadt (56.1) einschließlich Migrations- und Teilhabeplan der Landeshauptstadt Hannover - Team WIR 2.0 - erarbeitet.
Die Organisation des „Festes der kulturellen Vielfalt“ sowie des Prozess- und Reflexionsformates umfassen je über ein Jahr hinweg umfangreiche Aufgaben: Konzeption, Ausschreibung, Begleitung von Vergabeverfahren, Entwicklung einer tragfähigen strategischen Ausrichtung sowie geeigneter Beteiligungsformate, die Zusammenarbeit mit der künstlerischen Kuration im Prozessformat und die zugehörige Vernetzung, Planung und Ausgestaltung eines Programmhefts und der Öffentlichkeitsarbeit, zentrale und dezentrale Kommunikation innerhalb städtischer und zivilgesellschaftlicher Räume, zusätzliche Schnittstellenarbeit und zahlreiche Abstimmungen, Logistische- und eine hohe Budgetverantwortung sowie Sicherheits- und Flächenplanung. Daher braucht es ergänzend auf städtischer Seite eine professionelle Fach-, Koordinierungs- und Entwicklungsstelle (0,5 VZÄ), die diesen Prozess vorbereitet und umsetzt.
2. Zu prüfen ist, wie die Umsetzung der Biennale vorrangig durch vorhandene personelle Ressourcen innerhalb der Verwaltung sichergestellt werden kann und ob hierfür eine Umwidmung bestehender Kapazitäten möglich ist oder zusätzlicher Bedarf entsteht
Diese Stelle kann im Rahmen der bestehenden Ressourcen erwirtschaftet werden. Für die Umsetzung der Biennale der Vielfalt ist eine 0,5-Stelle ab Juli durch Umwidmung möglich. Die Umsetzung wird durch die an der Konzepterarbeitung beteiligten Fachbereiche, Bereiche und Projekte fachlich unterstützt.
3. Ob ein Konzeptstart im Juni 2026 realistisch ist und welche Meilensteine für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig sind.
Möglicher realistischer Termin Juni 2027
Im Rahmen der Prüfung der terminlichen Realisierbarkeit wurde hierfür ein Umsetzungszeitraum ab Juli 2026 zugrunde gelegt. Unter Berücksichtigung des notwendigen Vorlaufs und bestehender Veranstaltungsformate im Kulturbereich erscheint eine Durchführung im Juni 2027 als geeignete Option. Der Juni ist durch etablierte Veranstaltungen wie die Fête de la Musique, die Lange Nacht der Museen, Veranstaltungen auf der EXPO Plaza sowie weitere Termine im Kulturbereich bereits stark belegt, dies wird bei der Planung beachtet.
Voraussetzungen für die Realisierbarkeit
Ein Konzeptstart ist unter den unter Punkt 2 beschriebenen Ressourcen bereits ab Juli 2026 möglich. Die erfolgreiche Umsetzung ist bei einem Start zu Anfang Juli noch realistisch, zu einem späterem Zeitpunkt nicht mehr.
Vor dem Hintergrund des Beteiligungsansatzes eines sehr heterogenen migrantischen und künstlerisch und kulturell aktiven Partner*innenkreises bedarf es der Einhaltung der dargestellten notwendigen Schritte im Ablaufplan sowie der in der Zeitschiene vorgesehenen Zeiträume zur Vorbereitung und Umsetzung.
Hierzu bedarf es spätesten zur Ausschusssitzung im August eines Grundsatzbeschlusses zum Auftrag der weiteren Konzeptionierung und Umsetzung, vorbehaltlich eines Haushaltsbeschlusses, u. a. um die notwendigen Fragen zur logistischen Infrastruktur frühzeitig abzusichern und notwendige Reservierungen noch rechtzeitig auszuführen als auch die Netzwerkaktivierung und Beteiligung vorzubereiten und zu organisieren.
Die Verwaltung wird hierzu für die Augustsitzung einen entsprechende Beschlussvorschlag mit einem Gesamtkonzept unter Berücksichtigung der Wünsche des Antrages (Drucks.Nr. 1025/2026) einschließlich einer finanziellen Darstellung der Gesamtkosten und ihrer Zusammensetzung.
2027 – Festformat (Arbeitstitel: Fest der kulturellen Vielfalt)
Zeitraum | Schwerpunkt |
Ende Juni 2026 | Startsignal |
Juli 2026 | Ziel-, Struktur-, Ressourcen- und Netzwerkaufbau sowie Entwicklung der strategischen Ausrichtung und organisatorischen Grundlagen |
August – September 2026 | Start: Beteiligungsprozess zur Entwicklung eines gemeinsamen Mottos, zentraler Schwerpunkte und programmatischer Leitlinien |
Oktober – Dezember 2026 | Netzwerkaktivierung, Programmaufbau, Abstimmung von Beiträgen und Formaten sowie organisatorische und technische Vorbereitung |
Januar – Februar 2027 | Produktions-, Logistik-, Kommunikations- und Veranstaltungsplanung einschließlich Genehmigungs-, Vergabe- und Abstimmungsprozessen |
Februar – März 2027 | Gemeinsamer Programmabgleich mit den Beteiligten, Identifikation weiterer Bedarfe und Ergänzung fehlender Bausteine |
April – Mai 2027 | Vertragsabschlüsse, finale Programm- und Ablaufplanung sowie Umsetzung der Kommunikations- und Werbemaßnahmen |
Mai – Juni 2027 | Operative Umsetzung und Durchführung |
Juni – Juli 2027 | Auswertung und Nachbereitung |
2027–2028 – Prozessformat (Arbeitstitel: Fluid Identity der Generationen)
Zeitraum | Schwerpunkt |
August – Oktober 2027 | Netzwerkaufbau, Aktivierung relevanter Akteur*innen und Communities sowie Entwicklung gemeinsamer thematischer Schwerpunkte |
Oktober – Dezember 2027 | Beteiligungsprozess, Ausschreibung, Auswahlverfahren sowie Entwicklung gemeinsamer Themen, Fragestellungen und Projektansätze |
Januar – August 2028 | Dezentrale Umsetzung der künstlerischen und dialogorientierten Prozesse einschließlich Werkstätten, Produktionsphasen, Beteiligungsformaten, Begleitung und Kommunikation |
August – Oktober 2028 | Verdichtung der Ergebnisse, Vernetzung der Teilprojekte sowie Vorbereitung der gemeinsamen Abschlusspräsentation |
2028 – Abschluss
Zeitraum | Schwerpunkt |
Oktober 2028 | Ausstellung, Präsentation und öffentliche Abschlussveranstaltung |
November – Dezember 2028 | Nachbereitung, Dokumentation und Auswertung |
4. Es soll geprüft werden, ob neben der in dem Konzept bereits integrierten Hauptbühne eine zweite Bühne, beispielsweise für ein Kinder- und Familienprogramm, realisiert werden kann.
Die Einrichtung einer zusätzlichen Kinder- und Familienbühne ist grundsätzlich umsetzbar und stärkt den Schwerpunkt einer familien- und kinderfreundlichen Kommune. Die hierfür erforderlichen Programmbausteine sowie die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen von je 10.000 Euro werden unter dem Punkt "Wesentliche Merkmale" als Querschnittsthema und unter dem Punkt "Kostenplan" des Konzeptes berücksichtigt.
Ausgangssituation und Sachstand
Das Fest der Kulturen war über viele Jahre ein zentraler Bestandteil des städtischen Veranstaltungskalenders. Es fand traditionell im zweijährigen Rhythmus statt und hätte zuletzt im Jahr 2022 durchgeführt werden sollen. Pandemiebedingte Einschränkungen führten jedoch zur Absage. In der Folge standen aufgrund der angespannten Haushaltslage keine ausreichenden Mittel zur Verfügung, um das Format regulär fortzuführen. Damit ging ein bedeutsamer Ort der Begegnung, Sichtbarkeit und kulturellen Teilhabe verloren, der insbesondere von Vereinen, Migrant*innenorganisationen und Initiativen geprägt wurde.
Gleichzeitig entwickelten sich in Hannover neue Ansätze kultureller Produktion und Beteiligung. Insbesondere das vom Programm WIR 2.0 angestoßene und vom Kulturbüro begleitete Modellprojekt „Fluid Identity“ zeigte, wie postmigrantische Perspektiven, kulturelle Ausdrucksformen und Generationenwissen in einer Einwanderungsstadt zusammenwirken können. Die Beteiligten gestalteten Workshops, Produktionen und Ko-kreative Prozesse, die neue Zugänge zu kultureller Arbeit und städtischer Öffentlichkeit eröffneten.
Vor diesem Hintergrund ist die Grundidee für eine „Biennale der Vielfalt Hannover“ entstanden. Sie verbindet ein Fest der kulturellen Vielfalt im Jahr 2027 mit einem künstlerisch-interdisziplinären, ko-kreativen und postmigrantischen dezentralen Prozess- und Reflexionsformat – in Zusammenhang mit Gedanken zu Generationen, Wandel, Übergängen und Vielfalt im Jahr 2028 und führt beide Formate zu einer gemeinsamen kulturellen Entwicklungsstrategie für die Einwanderungsstadt Hannover zusammen.
Das Konzept betrifft alle Geschlechter gleichermaßen.
Durch diese Information werden keine zusätzlichen Kosten ausgelöst. Die voraussichtlichen Kosten der Maßnahme werden mit dem Konzept in einem Kostenplan dargestellt.