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der Einrichtung und Etablierung eines Innenstadtmanagements für die Landeshauptstadt Hannover nach Stufe 1 des vorgeschlagenen Stufenmodells inklusive der notwendigen Ressourcen zuzustimmen.
Die Einführung eines Innenstadtmanagements kommt allen Akteur*innen der Innenstadt gleichermaßen zugute, sodass Gender-spezifische Aspekte nicht explizit zu berücksichtigen sind.
Durch die zentrale Ansiedlung des Innenstadtmanagements direkt in der hannoverschen Innenstadt kann es zu einem Mehrverbrauch an Ressourcen kommen (Strom, Heizung, etc.). Auch aufgrund der Durchführung von Veranstaltungen oder entsprechender Werbekampagnen kann es einen erhöhten Ressourcenverbrauch geben. Sämtliche Maßnahmen sollen sich jedoch an den Leitlinien der Nachhaltigkeit orientieren.
Die Aufwendungen sind pro Haushaltsjahr aufgeführt. Aktuell wird seitens der Verwaltung geprüft, ob Mittel aus dem Förderprogramm "Resiliente Innenstadt" in Anspruch genommen werden können. Im positiven Fall würden sich die Aufwendungen entsprechend reduzieren.
Ausgangslage und Grundsätze eines Innenstadtmanagements:
Beim Innenstadtmanagement handelt es sich um das Projekt Nr. 12 des beschlossenen Innenstadtkonzeptes gemäß Drucksache 1904/2022 (Innenstadt-Konzept „Mitte Neu Denken – Das Innenstadtkonzept 2035“), welches durch die Projektfinanzierung im Rahmen des Förderprogramms REACT/ Perspektive Innenstadt mit entsprechendem Förderbescheid realisiert werden konnte.
Ergebnis dieses Projektes ist eine Machbarkeitsstudie zum Innenstadtmanagement, welche u. a. im Rahmen von drei Workshops unter Beteiligung der wesentlichen Stakeholder erstellt worden ist. Die Durchführung oblag der beauftragten Beratungsagentur „Stadtmanufaktur“ aus Hamburg. Eine Vorstellung der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie ist im Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten am 13.04.2024 erfolgt. Auf die in diesem Zusammenhang versandte Präsentation wird ergänzend verwiesen.
Das Innenstadtmanagement soll die maßgebliche Kommunikations-, Vernetzungs- und Steuerungseinheit für die Belange der hannoverschen Innenstadt sein und durch sein Handeln zukunftssichernde Impulse für deren kontinuierliche Entwicklung/ Transformation setzen. Es setzt auf dem vom Rat im September 2022 beschlossenen Innenstadtkonzept auf und soll als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Einwohner*innen, Immobilieneigentümer*innen, Gewerbetreibenden, Kulturschaffenden und Nutzer*innen der Innenstadt vor Ort agieren.
Handlungsfelder und Aufgaben sind hierbei:
· Prozess- und Projektsteuerung, Controlling, Evaluation
· Stakeholder- und Kooperationsmanagement
· Öffentlichkeitsarbeit, Vermarktung, Kommunikation und Information
· Ressourcenmanagement
· Wissensmanagement und Zukunftsthemen
· Maßnahmenentwicklung und Umsetzungsbegleitung.
Die konkreten Ziele für das Innenstadtmanagement sind:
· Eine Attraktivitätssteigerung sowie Belebung der Innenstadt
· Eine Förderung der Kommunikation und Kooperation. Dazu gehören auch die Abstimmung und Bündelung der Aktivitäten
· Die Unterstützung der Profilbildung von Image und Identität (der Innenstadt an sich sowie der Innenstadt als prägender Teil der gesamten Stadt)
· Die Steigerung der Zufriedenheit der innerstädtischen Nutzer*innen.
Dabei verfolgt das DasInnenstadtmanagement
verfolgteinen integrativen Ansatz, da es in die bestehenden Konzepte der Stadt integriert wird und nicht als Einzelprojekt zu sehen ist. Weiterhin ist es umsetzungsorientiert, da mit ihm konkrete Maßnahmen verbunden sind, die die Innenstadt stärken sollen. Dieses Spektrum reicht von Werbung/ Marketing bis hin zu gestalterischen Maßnahmen. Hierzu gehört auch ein Kommunikationsprozess, da auf der einen Seite die Kommunikation der
Einzelhändler*innen privaten Akteur*innen mit der Stadtverwaltung, aber auch der
Einzelhändler*innen privaten Akteur*innen untereinander verbessert werden soll. Obwohl das gemeinsame Interesse an der Stärkung der Innenstadt im Mittelpunkt steht, können verschiedene Vorstellungen zur Umsetzung dieses Ziels oder persönliche Präferenzen Hindernisse darstellen. Hier liegt die besondere Herausforderung, durch eine gezielte Kommunikation diese Probleme zu lösen.
Um einen vertieften Einblick in die beabsichtigten Aufgabenfelder des Innenstadtmanagements zu ermöglichen und insb. auch eine Abgrenzung zu den Aufgaben der City Gemeinschaft (CGH) sowie zum Stadtbezirksmanagement (SBM) Mitte zu verdeutlichen, wurde gemeinsam mit den beiden Genannten die beiliegende tabellarische Übersicht erarbeitet und abgestimmt (Anlage 2). Die Aufgaben beziehen sich auf die Stufe 1 des vorgeschlagenen Umsetzungsmodells.
Konkret soll das Innenstadtmanagement in die vorhandenen Strukturen der LHH etabliert werden. Insbesondere steht im Vordergrund die Wahrnehmung der Funktion als maßgebliche Kommunikations-, Vernetzungs- und Steuerungseinheit für die Belange der hannoverschen Innenstadt. Das Ganze geschieht in enger Abstimmung mit CGH und SBM Mitte. Das aufzubauende Innenstadtmanagement soll die Arbeit der CGH ergänzen und stärken und in engem Austausch (z.B. regelmäßige Jour Fixes) mit dem SBM Mitte die Innenstadt betreffende Themen aufnehmen und entsprechend abgrenzen. So werden soziale Themen und solche der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, nach wie vor vom SBM Mitte koordiniert. Angesichts der außerordentlichen Themenvielfalt, könnte auch eine physische oder analoge Plattform geschaffen werden, die als Themenspeicher und Raum für Abstimmungen dienen kann. Hier ist das erklärte Ziel, keine Doppel-Strukturen zu schaffen, und im besten Fall auch Abstimmungen zu vereinfachen.
Das Innenstadtmanagement wird als eine wesentliche Aufgabe auch maßgeblich zur Entwicklung von Projekten in und für die Innenstadt beitragen. Dies geschieht in Abstimmung und Kooperation mit z.B. den Teams von „Smart Cities“ und dem „Kulturdreieck“. Dazu gehören u.a. die Ansprache und Aktivierung von Partner*innen aus der Stadtgesellschaft mit Schwerpunkt Unternehmen und Immobilieneigentümer*innen zur Mitwirkung und Kooperation in Projekten. Dieses Stakeholder- und Kooperationsmanagement erfolgt in enger Abstimmung mit der CGH und Akteur*innen wie IHK, Handelsverband etc.
Ebenso ist das sog. “Trendscouting” eine wichtige Aufgabe. Dies beinhaltet die Sichtung, fachliche Durchdringung, Identifizierung und Auswahl von innenstadtrelevanten Themenfeldern die vor allem die dringend erforderlichen Transformationsprozesse hin zu einer resilienten und nachhaltigen Innenstadt betreffen. Daraus sollen im Rahmen des städtischen Handlungsrahmens Strategie- und Maßnahmenempfehlungen und Entscheidungsvorlagen erarbeitet werden. Ebenfalls mit zum Aufgabenspektrum des Innenstadtmanagements gehört, in enger Abstimmung mit der kommunalen Wirtschaftsförderung die Recherche von Förderrichtlinien auf EU, Bundes und Landeseben zur Unterstützung der Wirtschaft in der LHH.
Umsetzung eines Stufenmodells zur Einführung eines Innenstadtmanagements:
Die „Stadtmanufaktur“ hat als Ergebnis der Machbarkeitsstudie eine Organisationsempfehlung für das Innenstadtmanagement erstellt (siehe Anlage 1, Management Summary).
Diese favorisiert eine umfangreiche Lösung zur Etablierung eines Innenstadtmanagements unter Aufwendung erheblicher Personal- und Sachaufwendungen (vgl. Anlage 1). Von einer direkten Umsetzung einer entsprechenden „maximalen“ Struktur-Lösung wird allerdings zunächst Abstand genommen, da dies ressourcenseitig eine zu hohe Hürde beim Start darstellt. Aus diesem Grund wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie verwaltungsintern weiter modifiziert. Vorgeschlagen wird nun die Einrichtung und Etablierung eines Innenstadtmanagements im Rahmen eines Stufenmodells. Dies sieht zunächst einen reduzierten Ressourcenbedarf vor:
Stufe 1:
Das Kernteam Innenstadtmanagement soll im Fachbereich Wirtschaft angesiedelt werden. Im ersten Schritt werden zwei zusätzliche Stellen geschaffen:
Eine Projektleitung (Innenstadtmanager*in) und eine unterstützende Geschäftsstellenfunktion. Es kann eine gemeinsame Lösung mit der Stabsstelle Smart City avisiert werden, da auch hier Bedarf an einer Geschäftsstellenfunktion besteht. Sachkosten fallen im Wesentlichen in Form von Marketingmitteln sowie einer Raummiete an. Die zentrale Verortung des Managements in der Innenstadt ist für eine effektive Arbeit vor Ort dringend erforderlich. Die Erreichbarkeit des Innenstadtmanagements sollte niedrigschwellig für alle relevanten Akteur*innen vorhanden sein.
Da das Thema Innenstadt jedoch weiterhin alle Dezernate betrifft, erfolgt eine Benennung fester Ansprechpartner*innen für die Innenstadt innerhalb der Dezernate und eine strukturelle Einbindung über regelmäßige Arbeits-/ Projekttreffen (6-8x p.a.).
Stufe 2:
Nach einer erfolgten Evaluation und Bewertung des eingeführten Innenstadtmanagements ist zu entscheiden, ob weitere Ressourcen für die erfolgreiche Etablierung und Weiterführung des Innenstadtmanagements notwendig sind, wie von der Stadtmanufaktur ursprünglich vorgeschlagen. Die Verwaltung wird daher nach zwei Jahren eine Auswertung vorlegen und einen daraus abgeleiteten Vorschlag zur Beratung einbringen. Sofern das Innenstadtmanagement fortgesetzt werden soll, wären voraussichtlich folgende Personalressourcen zu kalkulieren:
· Dez. V / FB 23: 1 Stelle E13/A13, eine Stelle E9c/E10/ A9/ A10 (s.o., gemäß Stufe 1)
· Dezernat VI: 1 Stelle E13/E14 (Stufe 2)
· Dezernat III: 0,5 Stelle E13/A13 (Stufe 2)
· Dezernat VII: 0,5 Stelle E13/A13 (Stufe 2).
Eine nach wie vor große und noch nicht geklärte Herausforderung stellt weiterhin die ressourcenbezogene Einbindung der privaten Akteur*innen dar. Dies wurde in der Machbarkeitsstudie ausdrücklich empfohlen und es wird für einen zukünftigen Erfolg als unabdingbar angesehen, die privaten Akteur*innen über die reine Teilnahme an Arbeitskreisen etc. auch ressourcenseitig zu aktivieren. Hier ist insbesondere die finanzielle und damit indirekt personelle Ertüchtigung der City Gemeinschaft relevant, um eine kontinuierliche Mitwirkung am Innenstadtmanagement zu etablieren. Die aktuelle finanzielle Situation des Vereins wird allerdings eine personelle Aufstockung aus Eigenmitteln kaum ermöglichen. Grundsätzlich aber hat die City Gemeinschaft große Bereitschaft zur Kooperation mit dem einzurichtenden Innenstadtmanagement signalisiert. Auch ein möglicher Ressourcen-Beitrag der HMTG wird zu prüfen sein.