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Stadtbahnstrecke C-West
- Nachrüstung der Tunnelstation Königsworther Platz mit Aufzügen
Antrag,
zuzustimmen, dass die Infrastrukturgesellschaft Region Hannover GmbH (infra) für die Nachrüstung der Tunnelstation Königsworther Platz mit Aufzügen gemäß den als Anlagen beigefügten Planunterlagen die erforderlichen planrechtlichen und finanziellen Voraus-
setzungen schafft und die Maßnahme anschließend realisiert.
Berücksichtigung von Gender-Aspekten
Frauen sind im besonderen Umfang auf den ÖPNV angewiesen und im Rahmen der Begleitmobilität mit Kindern und älteren Menschen in stärkerem Umfang gefordert. Unter diesem Aspekt stellt die Nachrüstung von unterirdischen Stadtbahnstationen mit Aufzügen eine wesentliche Verbesserung gegenüber einer Erreichbarkeit der Bahnsteige nur über feste Treppen bzw. Fahrtreppen dar.
Die vorgelegte Planung berücksichtigt das besondere Sicherheitsbedürfnis von Frauen. Soweit technisch möglich sind die Einhausungen der Aufzüge sowie die Aufzüge trans-
parent gehalten. Ergänzt wird dies durch Notruftasten.
Kostentabelle
Die finanziellen Auswirkungen sind in einer Kostentabelle nicht darstellbar.
Begründung des Antrages
1. Ausgangslage
Nach dem Nahverkehrsplan 2003 der Region Hannover sowie dem Entwurf des Nahver-
kehrsplans 2008 sollen schrittweise weitere Haltestellen und Stationen des hannoverschen Stadtbahnsystems barrierefrei ausgebaut werden. Bestandteil dessen ist auch die weitere Nachrüstung von Aufzügen in den Tunnelstationen der Stadtbahn. Von den bestehenden
19 Tunnelstationen verfügen bisher 16 Stationen über Aufzüge zur barrierefreien Erreichbar-
keit der Bahnsteige bzw. der Oberfläche. Es fehlen noch Aufzüge in den Tunnelstationen Königsworther Platz, Werderstraße und Markthalle/Landtag.
Die Planung der Region Hannover als Aufgabenträger für den Öffentlichen Personen-
nahverkehr und der infra als Bauherr von Stadtbahnanlagen sieht vor, im Jahre 2009 in den Stadtbahnstationen Königsworther Platz und Werderstraße sowie im Jahre 2010 in der Station Markthalle/Landtag Aufzüge einzubauen. Ferner soll die Station Hauptbahnhof auch am Südkopf Aufzüge erhalten.
Die 1985 in Betrieb genommene Station Königsworther Platz befindet sich direkt unter dem gleichnamigen Platz am Schnittpunkt der drei Stadtteile Calenberger Neustadt, Mitte und Nordstadt. Im Umfeld der Station befinden sich zahlreiche Institute der Leibniz-Universität, zwei Berufsbildende Schulen, die Agentur für Arbeit, das südliche Eingangstor zu den Herrenhäuser Gärten sowie die Wohngebiete der nördlichen Calenberger Neustadt.
Die Station Königsworther Platz wird durch die beiden Stadtbahnlinien 4 (Garbsen – Roder-
bruch) und 5 (Stöcken – Anderten) bedient. An der Oberfläche besteht eine Umsteige-
möglichkeit zu den Ringbuslinien 100 und 200.
Nach einer Zählung aus dem Jahre 2006 nutzen werktags rund 10.300 Ein- und Aussteiger die Station.
2. Beschreibung der Maßnahme
Die Station Königsworther Platz ist mit zwei Gleisen und zwei außen liegenden Seitenbahn-
steigen in zweifacher Tiefenlage ausgebildet. Über Fahrtreppen und feste Treppen sind die Bahnsteige etwa in ihrer Mitte mit der Verteilerebene verbunden. Diese stellt gleichzeitig eine Unterquerung des stark befahrenen Königsworther Platzes für Fußgänger dar. An ihren beiden Enden ist die Verteilerebene über Treppen und Rampen mit der Oberfläche verbun-
den. Diese Rampen entsprechen nicht den aktuellen Bestimmungen zur Barrierefreiheit. Deshalb sind bei der Nachrüstung von Aufzügen nicht nur Bahnsteigebene und Verteiler-
ebene, sondern auch Verteilerebene und Straßenoberfläche mit Aufzügen zu verbinden. Für die Nachrüstung der Station Königsworther Platz mit Aufzügen wurden verschiedene Standorte untersucht.
Der grundsätzlich wünschenswerte Einbau von durchgehenden Aufzügen zwischen Bahn-
steigebene und Oberfläche ist am Königsworther Platz nicht sinnvoll möglich, da die Station sich komplett unter der Straßenfahrbahn bzw. der nicht durch Fußgängerüberwege erreich-
baren und mit Straßenkunstwerk bestückten Mittelinsel befindet. Als Verbindung zwischen Oberfläche und Verteilerebene bietet sich daher die kostengünstige Installation von je einem Aufzug in den beiden nach oben offenen Rampenanlagen an (Anlagen 1, 2 und 3). Auf Straßenniveau werden die Aufzüge mit kurzen Brücken an die vorhandenen Gehwege angebunden.
Als Verbindung zwischen Verteiler- und Bahnsteigebene ist aufgrund der symmetrischen Gestaltung der Station auch die symmetrische Anordnung der Aufzüge im Stationsbereich aus architektonischer Sicht sinnvoll. In der Verteilerebene können die Aufzüge dabei so in die vorhandenen Technikräume eingebaut werden, dass die Aufzugstüren bündig mit der vorhandenen Wand der Fußgängerpassage abschließen (Anlage 4). Hier behindern sie weder die Fußgängerströme von und zu den Treppen und Fahrtreppen zu den Bahnsteigen, noch schränken sie die vorhandene Breite der eigentlichen Fußgängerpassage unter dem Königsworther Platz ein. Ein Einbau der Aufzüge in die vorhandenen Technikräume in der Verteilerebene ist mit relativ geringem Aufwand möglich.
Auf der Bahnsteigebene befinden sich die Aufzüge jeweils am nördlichen Bahnsteigende. Dort führen sie zu keiner Einschränkung der nutzbaren Bahnsteigbreite und zu keiner Sicht-
behinderung auf dem Bahnsteig (Anlage 5). Die Verringerung der Bahnsteiglänge kann hin-
genommen werden, da die verbleibende Länge auch weiterhin ein Halten von Drei-Wagen-
Zügen des TW 2000 und TW 6000 am Bahnsteig zulässt.
Die insgesamt vier Aufzüge sind über die Verteilerebene miteinander verbunden. So besteht in allen Richtungen die Möglichkeit, von den Bahnsteigen barrierefrei auf beide Seiten des Königsworther Platzes zu gelangen, ohne eine Fahrbahn überqueren zu müssen (siehe Querschnitte Anlage 6). Die Rampenneigung in der Verteilerebene ist nicht exakt barriere-
frei. Durch geringfügige Eingriffe können aber die Rampenneigungen so verändert werden, dass auch diese Verbindung nach den gesetzlichen Bestimmungen als barrierefrei ange-
sehen werden kann.
Die Aufzüge erhalten eine Kabinengröße von 1,10 m x 2,10 m. Für Sehbehinderte werden große Taster vorgesehen sowie Ansagen über Lautsprecher in der Kabine. Die Gestaltung der Aufzüge in allen Ebenen soll weitestgehend transparent gehalten werden.
Im Zuge dieser Maßnahme ist vorgesehen, auf den Seitenbahnsteigen analog der Ausrüs-
tung anderer Stadtbahnstationen und dem üblichen Standard entsprechende kontrastreiche, taktile Leitstreifen für Sehbehinderte zu integrieren. Im Zusammenhang mit der von der Stadt geplanten Umbaumaßnahme am Westkopf des Königsworther Platzes zur Erhöhung der Verkehrssicherheit werden die Signalanlagen für Fußgänger blindengerecht gestaltet (DS-Nr. 0431/2008).
3. Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten für die oben beschriebene Maßnahme werden mit ca. 1,60 Mio. € veran-
schlagt. Von den Kosten sind voraussichtlich 1,24 Mio. € zuwendungsfähig und 0,36 Mio. € nicht zuwendungsfähig.
Die Maßnahme soll vom Land gefördert werden mit 75 % der zuwendungsfähigen Kosten. Die verbleibenden Kosten in Höhe von 25 % der zuwendungsfähigen Kosten sowie die nicht zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von insgesamt 0,67 Mio. € werden durch die Infrastruk-
turgesellschaft Region Hannover GmbH übernommen. Die Refinanzierung erfolgt durch die Region Hannover.
4. Beteiligung der Behindertenbeauftragten
Die Behindertenbeauftragte der Stadt Hannover, Frau Hammann, wurde an der Planung beteiligt. Aus Sicht von Frau Hammann ist es zu begrüßen, dass nunmehr auch die letzen Tunnelstationen Aufzüge erhalten. Die ÖPNV-Erschließungsqualität für mobilitätsbehinderte Menschen wie z. B. RollstuhlfahrerInnen, SeniorInnen und Personen mit Kinderwagen wird somit weiter verbessert.
Die Behindertenbeauftragte weist ferner darauf hin, dass auch blinden und sehbehinderten Personen durch entsprechend ausgerüstete Fußgängerfurten an Lichtsignalanlagen (Blin-
densignalgeber) sowie durch taktile Leitstreifen auf den Bahnsteigen der Einstieg erleichtert wird.
5. Realisierung
Der Regionsausschuss hat in seiner Sitzung am 26.02.2008 den Beschluss zur Planung und Umsetzung der Aufzüge für die Station Königsworther Platz gefasst. Die Infrastrukturge-
sellschaft als Bauherr hat die TransTecBau mit der Planung und der Umsetzung beauftragt.
Die infra wird in 2008 die Plangenehmigung bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) beantragen und die Finanzierungsanträge zur Förderung durch das Land Niedersachsen bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) stellen.
Die Planung der infra sieht vor, mit den Bauarbeiten im März 2009 zu beginnen. Die Inbe-
triebnahme der neuen Aufzüge soll bis Ende 2009 erfolgen.
Anlage 1: Übersichtslageplan Aufzüge Station Königsworther Platz
Anlage 2: Aufzüge Königsworther Platz - Grundriss Straßenebene Südwestseite
Anlage 3: Aufzüge Königsworther Platz - Grundriss Straßenebene Nordostseite
Anlage 4: Aufzüge Königsworther Platz - Grundriss Verteilerebene
Anlage 5: Aufzüge Königsworther Platz - Grundriss Bahnsteigebene
Anlage 6: Aufzüge Königsworther Platz - Querschnitte
66.1
Hannover / May 7, 2008