Antrag Nr. 1192/2026:
Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei, SPD-Fraktion und CDU-Fraktion: Vorausschauende und integrierte Kitabedarfsplanung trotz rückläufiger Geburtenzahlen

Inhalt der Drucksache:

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Gemeinsamer Antrag von Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei, SPD-Fraktion und CDU-Fraktion: Vorausschauende und integrierte Kitabedarfsplanung trotz rückläufiger Geburtenzahlen

Antrag

Der Jugendhilfeausschuss möge beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, eine langfristig angelegte und vorausschauende Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen zu entwickeln und dem Jugendhilfeausschuss zur Beratung vorzulegen. Dabei sind neben dem quantitativen Betreuungsbedarf der Eltern auch die qualitativen Anforderungen an eine bedarfsgerechte frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zu berücksichtigen.

Begründung


Die demografische Entwicklung weist perspektivisch auf rückläufige Geburtenzahlen hin. Diese Entwicklung darf jedoch nicht dazu führen, dass Betreuungsangebote vorschnell reduziert, Kitaplätze abgebaut oder Einrichtungen allein aus fiskalischen Erwägungen in Frage gestellt werden. Kindertageseinrichtungen sind ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur in der Landeshauptstadt Hannover. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zu Chancengerechtigkeit, früher Bildung, sozialer Integration und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Eine zukunftsfähige Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen muss deshalb über die reine Betrachtung von Geburtenzahlen hinausgehen. Neben dem quantitativen Betreuungsbedarf sind auch qualitative Anforderungen an eine bedarfsgerechte frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zu berücksichtigen. Hierzu gehören insbesondere sozialräumliche Unterschiede, die Entwicklung einzelner Stadtteile, städtebauliche Veränderungen sowie unterschiedliche soziale Belastungslagen von Familien. Gerade in wachsenden Quartieren oder in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen besteht weiterhin ein hoher Bedarf an verlässlichen und qualitativ hochwertigen Angeboten der frühen Förderung.

Langfristige Kitabedarfsplanung bedeutet daher nicht allein, Platzkapazitäten zu verwalten, sondern die Angebotsstruktur vorausschauend weiterzuentwickeln. Ziel muss es sein, vorhandene Ressourcen so zu steuern, dass sowohl eine bedarfsgerechte Versorgung als auch die Qualität der Angebote gesichert und verbessert werden können. Dazu gehören unter anderem gute Fachkraft-Kind-Relationen, stabile Teams, inklusive pädagogische Konzepte, eine angemessene räumliche Ausstattung sowie eine stärkere Verzahnung mit Familienbildung, Gesundheitsförderung und weiteren sozialräumlichen Unterstützungsangeboten.

Mit dem Antrag wird das Ziel verfolgt, eine integrierte, nachhaltige und sozial gerechte Kitapolitik zu stärken, die Kinder und Familien in den Mittelpunkt stellt, Planungssicherheit schafft und kommunale Verantwortung langfristig wahrnimmt.