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| 1100/2026 (Originalvorlage) |
Beratungsverlauf:
- 08.06.2026: Ausschuss für Sport Bäder und Eventmanagement: Zur Kenntnis genommen
| 1100/2026 (Originalvorlage) |
![]() | Informationsdrucksache | |||||||||
In den Ausschuss für Sport, Bäder und Eventmanagement |
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Ausgangslage und Herausforderungen
Das Sport- und Bewegungsprogramm „Sport im Park“ bietet derzeit rund 2.000 Kurse im Sommer an und nutzt zentrale öffentliche Flächen wie Parks, Grünflächen und Fitnessparcours. Die Angebote im Rahmen von „Sport im Park“ bringen Sportvereine und Externe zusammen, so dass die Sichtbarkeit der Vereinssportangebote erhöht und neue Mitglieder gewonnen werden können. Im Jahr 2025 wurden über 40.000 Teilnahmen verzeichnet – und das mit einem vergleichsweise geringen Personal- und Finanzmitteleinsatz. In einer durchgeführten Befragung hoben die Teilnehmer*innen vor allem die Angebotsvielfalt sowie die hohe Qualität der Übungsleiter*innen hervor. Die positive Resonanz und die wachsende Nachfrage machen deutlich, dass eine zeitliche Ausweitung des Angebots (auf die Wintermonate) unter Berücksichtigung bestimmter Faktoren das Potenzial hat, noch mehr Menschen für Bewegung zu begeistern. Daraus folgt die Intention, das erfolgreiche Programm konzeptionell zu ergänzen, ohne die ursprüngliche Rahmenlogik zu verändern. Das bestehende Konzept wurde ursprünglich saisonal (in den Sommermonaten) angelegt, damit keine Konkurrenzsituation zu den Angeboten der Sportvereine entsteht. Vielmehr ist es das Ziel, dass Sportvereine ihre Angebote im Rahmen dieser Maßnahme öffnen oder neue initiieren, um Interessierte für den organisierten Sport zu gewinnen. Dieser Prozess wird dadurch unterstützt, dass auch Einrichtungen aus unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft beteiligt sind, wodurch sich Synergien ergeben, die darauf abzielen, das Sportengagement insgesamt zu steigern – insbesondere in sportfernen Gruppen.
Größte Herausforderung bei der Ausweitung von „Sport im Park“ auf die Wintermonate besteht allgemein darin, die Interessen des organisierten Sports zu berücksichtigen, ohne die bestehenden Engpässe bei den Hallenkapazitäten zu tangieren. Deshalb ist es notwendig, alternative Sporträume zu identifizieren, die bisher nicht oder nicht vollständig genutzt werden und sich für eine Sportausübung im Winter eignen, aber nicht dem ursprünglichen Gedanken von „Sport im Park“ entgegenstehen.
Daneben hat sich in den letzten Jahren herauskristallisiert, dass es bereits in den Sommermonaten schwierig ist, mit „Sport im Park“ sportferne Gruppen zu erreichen. Damit nicht nur sportaffine Personen von der Ausweitung des „Sport im Park“-Programmes profitieren, bedarf es einer sehr starken Verankerung in den Quartieren. Deshalb ist es sehr wichtig, insbesondere in den Quartieren, Netzwerke zu bilden, diese Zielgruppen direkt anzusprechen und bedarfsorientierte Angebote zu konzipieren. Hier sind die Erkenntnisse aus der Tätigkeit der Koordinierungsstelle „Bewegung, Sport und Ernährung in Sahlkamp und Vahrenheide“ sehr wertvoll, die genau an dieser Schnittstelle vermittelnd und koordinierend agiert.
Aus Sicht der Verwaltung kann die Ausweitung des Programms "Sport im Park" auf die Wintermonate nur unter folgenden notwendigen Rahmenbedingungen umgesetzt werden:
Personalbedarf
Seit der Einführung von „Sport im Park“ im Jahr 2016 hat sich das Programm durch die kontinuierliche und qualitativ hochwertige Arbeit des Fachbereichs rasant positiv entwickelt. Während im Startjahr rund 3.000 Teilnahmen verzeichnet wurden, lag die Zahl im vergangenen Jahr bereits bei über 40.000 Teilnahmen. Diese enorme Steigerung zeigt nicht nur die wachsende Bedeutung des Programms, sondern führt auch dazu, dass bei den Einwohner*innen ein hohes Maß an Erwartungen entstanden ist, das weiterhin erfüllt und qualitativ abgesichert werden muss.
Parallel dazu haben sich sowohl die Anzahl der Angebote als auch die Laufzeit des Programms erheblich ausgeweitet. Zudem sind zahlreiche weitere Programme im Bereich Teilhabe durch Sport, wie zum Beispiel „Bewegungs(T)räume Innenstadt“ hinzugekommen, die ebenfalls betreut, koordiniert und weiterentwickelt werden müssen. Die Planung und Durchführung der regulären „Sport im Park“-Sommersaison erfolgt aufgrund der beschriebenen Entwicklung des Programms mit hohem personellem Aufwand. Die komplexen Organisations- und Abstimmungsprozesse führen bereits beim derzeitigen Umfang zu einer vollständigen Kapazitätsbindung bei den derzeit organisierenden Mitarbeitenden, ohne dass diese Entwicklung bislang im städtischen Stellenplan niederschlägt. Die Planungen für das Sommerprogramm beginnen bereits im Januar des jeweiligen Jahres.
Die zusätzlichen konzeptionellen Anforderungen für die Wintermonate sowie der damit verbundene weitere Aufgabenzuwachs sowie die Erkenntnis, dass es notwendig ist, im Bereich Netzwerkbildung in den Quartieren aktiv zu werden, machen die Einrichtung einer zusätzlichen Vollzeitstelle erforderlich. Der zusätzliche personelle Bedarf wurde bisher über verschiedene Praktikumsformate abgefedert, was jedoch, insbesondere bei einer Ausweitung, keine nachhaltige Lösung darstellt. Ohne eine entsprechende Aufstockung ist absehbar, dass andere zentrale Arbeitsschwerpunkte wie Integration und Inklusion im und durch Sport im zuständigen Sachgebiet „Teilhabe durch Sport“ nicht mehr im erforderlichen Umfang wahrgenommen werden können.
Finanzierungsbedarf
Für die Ausweitung von „Sport im Park“ auf die Wintermonate ist die Bereitstellung zusätzlicher Sachkosten im TH52 in Höhe von 25.000,- € erforderlich. Das Budget umfasst die an der Sommersaison orientierte Deckung der anfallenden Sachkosten. Hierzu zählen insbesondere Aufwendungen für Übungsleiter*innen, Ausstattung sowie Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit.
Bei Vorliegen/Erfüllung der oben genannten Rahmenbedingungen wird folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:
Ziele
Ziele von „Sport im Park“ sind die Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit, die Steigerung der Lebensqualität in den Stadtteilen sowie die Reduzierung von Bewegungsmangel in den Wintermonaten; zusätzlich soll die soziale Kontaktpflege in der dunklen Jahreszeit unterstützt werden. Dabei müssen zielgruppenspezifische Bedarfe berücksichtigt und gerade in den dunkleren Wintermonaten Sicherheitskonzepte bedacht werden, die notwendig sind, damit alle Zielgruppen auch in der dunkleren Jahreszeit den öffentlichen Raum als Bewegungsraum nutzen können.
Ziele der Wintersaison „Sport im Park“ im Überblick:
Vorbereitung/Planung
aktuell: Abstimmung Konzept
bis Ende 2026: Sicherstellung Personal und Finanzierung
bis Mitte 2027: Situationsanalyse (Erhebung von Bedarf, Problemstellung und Rahmenbedingungen). Dazu gehören:
Umsetzung
Auf Grundlage der Prüfung wird eine Ausweitung des Programms auf die Wintermonate unter Berücksichtigung der bereits erläuterten Aspekte empfohlen. Eine einfache Eins-zu-Eins-Übertragung des Sommerangebots auf die Wintermonate wird nicht möglich sein. Es gibt bereits Beispiele anderer Städte, wie etwa die Sport-im-Park-Winteredition Düsseldorf, die zeigen, dass ein Winterprogramm umsetzbar ist und es eine Nachfrage dafür gibt, wobei die dortigen Formate eher einen Event-Charakter als die Zielsetzung der nachhaltigen Teilhabe von sportfernen Gruppen an sportlichen Angeboten haben.
Bereits etablierte Formate aus dem Sommer-Programm sollten für die Wintermonate angepasst und erweitert werden – zum Beispiel Outdoor-Kurse, die in Hallenräume übergehen oder hybride Varianten (teilweise draußen, bei schlechtem Wetter drinnen). Auch bestehende Vereinsangebote werden stärker eingebunden: Schnupperkurse in Vereinen, Kooperationen mit Vereinen für Winter-,Trainings- oder Bewegungsangebote. Ziel ist es, wohnortnahe Angebote zu schaffen, die über die Sommermonate hinauswirken und auch in den Wintermonaten Bewegung fördern und Begegnung ermöglichen – insbesondere in Quartieren mit geringer Sportsichtbarkeit oder Zugangshürden.
Eine weitere Voraussetzung beinhaltet eine angepasste Kommunikation und Sichtbarkeit. Ein Sommer-Programm ist oft sichtbarer durch gutes Wetter und Außenraum. Im Winter muss die Kommunikation (z. B. Werbung, Sichtbarkeit, Zugänglichkeit) gezielt erfolgen. Der Charakter von Sport im Park – der Einstieg ist jederzeit ohne Voranmeldung möglich – sollte auch bei der Winter-Version aufrechterhalten werden.
Wenngleich die Ausweitung von „Sport im Park“ auf die Wintermonate befürwortet wird, ist eine Umsetzung nur möglich, wenn die entsprechenden zusätzlichen Personal- und Finanzierungsbedarfe (siehe oben) sichergestellt sind.