Informationsdrucksache Nr. 1100/2026:

Durchführung des Programms „Sport im Park“ in den Wintermonaten

Inhalt der Drucksache:

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Durchführung des Programms „Sport im Park“ in den Wintermonaten

Mit Beschluss der Drucksachen Nr. 1779/2025 N1 und Nr. 2120/2025 wurde die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeit einer ganzjährigen Durchführung des Projekts „Sport im Park“ in Hannover zu prüfen und entsprechende Maßnahmen zur Umsetzung einzuleiten.

Ausgangslage und Herausforderungen

Das Sport- und Bewegungsprogramm „Sport im Park“ bietet derzeit rund 2.000 Kurse im Sommer an und nutzt zentrale öffentliche Flächen wie Parks, Grünflächen und Fitnessparcours. Die Angebote im Rahmen von „Sport im Park“ bringen Sportvereine und Externe zusammen, so dass die Sichtbarkeit der Vereinssportangebote erhöht und neue Mitglieder gewonnen werden können. Im Jahr 2025 wurden über 40.000 Teilnahmen verzeichnet – und das mit einem vergleichsweise geringen Personal- und Finanzmitteleinsatz. In einer durchgeführten Befragung hoben die Teilnehmer*innen vor allem die Angebotsvielfalt sowie die hohe Qualität der Übungsleiter*innen hervor. Die positive Resonanz und die wachsende Nachfrage machen deutlich, dass eine zeitliche Ausweitung des Angebots (auf die Wintermonate) unter Berücksichtigung bestimmter Faktoren das Potenzial hat, noch mehr Menschen für Bewegung zu begeistern. Daraus folgt die Intention, das erfolgreiche Programm konzeptionell zu ergänzen, ohne die ursprüngliche Rahmenlogik zu verändern. Das bestehende Konzept wurde ursprünglich saisonal (in den Sommermonaten) angelegt, damit keine Konkurrenzsituation zu den Angeboten der Sportvereine entsteht. Vielmehr ist es das Ziel, dass Sportvereine ihre Angebote im Rahmen dieser Maßnahme öffnen oder neue initiieren, um Interessierte für den organisierten Sport zu gewinnen. Dieser Prozess wird dadurch unterstützt, dass auch Einrichtungen aus unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft beteiligt sind, wodurch sich Synergien ergeben, die darauf abzielen, das Sportengagement insgesamt zu steigern – insbesondere in sportfernen Gruppen.

Größte Herausforderung bei der Ausweitung von „Sport im Park“ auf die Wintermonate besteht allgemein darin, die Interessen des organisierten Sports zu berücksichtigen, ohne die bestehenden Engpässe bei den Hallenkapazitäten zu tangieren. Deshalb ist es notwendig, alternative Sporträume zu identifizieren, die bisher nicht oder nicht vollständig genutzt werden und sich für eine Sportausübung im Winter eignen, aber nicht dem ursprünglichen Gedanken von „Sport im Park“ entgegenstehen.

Daneben hat sich in den letzten Jahren herauskristallisiert, dass es bereits in den Sommermonaten schwierig ist, mit „Sport im Park“ sportferne Gruppen zu erreichen. Damit nicht nur sportaffine Personen von der Ausweitung des „Sport im Park“-Programmes profitieren, bedarf es einer sehr starken Verankerung in den Quartieren. Deshalb ist es sehr wichtig, insbesondere in den Quartieren, Netzwerke zu bilden, diese Zielgruppen direkt anzusprechen und bedarfsorientierte Angebote zu konzipieren. Hier sind die Erkenntnisse aus der Tätigkeit der Koordinierungsstelle „Bewegung, Sport und Ernährung in Sahlkamp und Vahrenheide“ sehr wertvoll, die genau an dieser Schnittstelle vermittelnd und koordinierend agiert.


Aus Sicht der Verwaltung kann die Ausweitung des Programms "Sport im Park" auf die Wintermonate nur unter folgenden notwendigen Rahmenbedingungen umgesetzt werden:

Personalbedarf

Seit der Einführung von „Sport im Park“ im Jahr 2016 hat sich das Programm durch die kontinuierliche und qualitativ hochwertige Arbeit des Fachbereichs rasant positiv entwickelt. Während im Startjahr rund 3.000 Teilnahmen verzeichnet wurden, lag die Zahl im vergangenen Jahr bereits bei über 40.000 Teilnahmen. Diese enorme Steigerung zeigt nicht nur die wachsende Bedeutung des Programms, sondern führt auch dazu, dass bei den Einwohner*innen ein hohes Maß an Erwartungen entstanden ist, das weiterhin erfüllt und qualitativ abgesichert werden muss.

Parallel dazu haben sich sowohl die Anzahl der Angebote als auch die Laufzeit des Programms erheblich ausgeweitet. Zudem sind zahlreiche weitere Programme im Bereich Teilhabe durch Sport, wie zum Beispiel „Bewegungs(T)räume Innenstadt“ hinzugekommen, die ebenfalls betreut, koordiniert und weiterentwickelt werden müssen. Die Planung und Durchführung der regulären „Sport im Park“-Sommersaison erfolgt aufgrund der beschriebenen Entwicklung des Programms mit hohem personellem Aufwand. Die komplexen Organisations- und Abstimmungsprozesse führen bereits beim derzeitigen Umfang zu einer vollständigen Kapazitätsbindung bei den derzeit organisierenden Mitarbeitenden, ohne dass diese Entwicklung bislang im städtischen Stellenplan niederschlägt. Die Planungen für das Sommerprogramm beginnen bereits im Januar des jeweiligen Jahres.

Die zusätzlichen konzeptionellen Anforderungen für die Wintermonate sowie der damit verbundene weitere Aufgabenzuwachs sowie die Erkenntnis, dass es notwendig ist, im Bereich Netzwerkbildung in den Quartieren aktiv zu werden, machen die Einrichtung einer zusätzlichen Vollzeitstelle erforderlich. Der zusätzliche personelle Bedarf wurde bisher über verschiedene Praktikumsformate abgefedert, was jedoch, insbesondere bei einer Ausweitung, keine nachhaltige Lösung darstellt. Ohne eine entsprechende Aufstockung ist absehbar, dass andere zentrale Arbeitsschwerpunkte wie Integration und Inklusion im und durch Sport im zuständigen Sachgebiet „Teilhabe durch Sport“ nicht mehr im erforderlichen Umfang wahrgenommen werden können.

Finanzierungsbedarf

Für die Ausweitung von „Sport im Park“ auf die Wintermonate ist die Bereitstellung zusätzlicher Sachkosten im TH52 in Höhe von 25.000,- € erforderlich. Das Budget umfasst die an der Sommersaison orientierte Deckung der anfallenden Sachkosten. Hierzu zählen insbesondere Aufwendungen für Übungsleiter*innen, Ausstattung sowie Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit.


Bei Vorliegen/Erfüllung der oben genannten Rahmenbedingungen wird folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:

  • Identifizierung von Winterstandorten, die nahtlos in die bestehende Struktur integriert werden, ohne mit den ohnehin schon vorhandenen Vereinssportangeboten zu konkurrieren. So entstehen zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten an Orten, die bisher nicht ausgelastet beziehungsweise nicht als Bewegungsorte identifiziert sind.
  • Ermöglichung von Schnupperangeboten in Sportvereinen in enger Kooperation mit Einrichtungen aus den Stadtteilen, damit Interessierte unverbindlich die Angebote kennlernen und sich umfassend informieren können.
  • Gezielte Aktivierung von Vereinsräumen für kleinere Gruppen und Kurse, um auch Trainingsbedingungen außerhalb der Sporthallen zu schaffen.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf Quartieren mit erhöhtem Handlungsbedarf liegen. Ziel ist es, dort gezielt Infrastrukturen zu stärken und Teilhabe zu ermöglichen. Insbesondere soll der soziale Zusammenhalt mittels Bewegung und Sport gestärkt und gefördert werden.

Ziele

Ziele von „Sport im Park“ sind die Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit, die Steigerung der Lebensqualität in den Stadtteilen sowie die Reduzierung von Bewegungsmangel in den Wintermonaten; zusätzlich soll die soziale Kontaktpflege in der dunklen Jahreszeit unterstützt werden. Dabei müssen zielgruppenspezifische Bedarfe berücksichtigt und gerade in den dunkleren Wintermonaten Sicherheitskonzepte bedacht werden, die notwendig sind, damit alle Zielgruppen auch in der dunkleren Jahreszeit den öffentlichen Raum als Bewegungsraum nutzen können.

Ziele der Wintersaison „Sport im Park“ im Überblick:

  • aktive und niedrigschwellige Freizeitgestaltung auch in der kalten und dunkleren Jahreszeit ermöglichen
  • einen gesunden Lebensstil ganzjährig fördern sowie Bewegungsmangel im Winter gezielt entgegenwirken und das psychische Wohlbefinden stärken
  • sozialen Zusammenhalt stärken, Begegnungsräume schaffen und Einsamkeit aktiv entgegenwirken
  • die Identifikation mit dem Quartier ganzjährig steigern und wohnortnahe Bewegungsangebote nachhaltig verankern
  • Sportvereinen eine zusätzliche Möglichkeit zur Mitgliedergewinnung eröffnen und den Zugang für sportferne Gruppe zum organisierten Sport ebnen
  • Netzwerke und Kooperationen quartiersbezogen auf- und ausbauen sowie langfristig festigen


Realisierungsphasen

Vorbereitung/Planung

aktuell: Abstimmung Konzept

bis Ende 2026: Sicherstellung Personal und Finanzierung

bis Mitte 2027: Situationsanalyse (Erhebung von Bedarf, Problemstellung und Rahmenbedingungen). Dazu gehören:

  • Identifizierung von Winterstandorten unter Berücksichtigung dezentraler Stadtteile
  • Prüfung und Auswahl geeigneter öffentlicher Einrichtungen (Freizeitheime, Stadtkulturzentren, Initiativen usw.) als Alternativen zu Sporthallen

Relevante Einrichtungen aus unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft werden stärker eingebunden und Netzwerke in den Quartieren aufgebaut. Dabei gilt es, flexible und niedrigschwellige Formate weiterzuentwickeln, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Zudem sollen Vereinsräume aktiviert und Kooperationen mit Sportvereinen genutzt werden, um zusätzliche Kurs- und Trainingsangebote zu schaffen. Durch gezielte Netzwerk- und Quartiersarbeit sowie den Einsatz von Multiplikator*innen werden Vertrauen aufgebaut, Kontakte geknüpft und nachhaltige Strukturen vor Ort etabliert. Darüber hinaus werden Kooperationen mit Sponsor*innen und Partner*innen, beispielsweise Krankenkassen, geprüft, um die Öffentlichkeitsarbeit, das Sponsoring und die Netzwerkarbeit langfristig zu stärken.

Umsetzung

  • Winter 2027/28: Umsetzung des erweiterten Programms (Durchführung der Winterangebote an den identifizierten Standorten unter Einbeziehung der entwickelten Formate und Kooperationspartner*innen)
  • kontinuierliche Erhebung der Teilnahmezahlen sowie der Effekte auf das Sport- und Bewegungsverhalten
  • wissenschaftliche Begleitung: Durchführung einer externen Evaluation durch das Institut für Sportwissenschaft zur objektiven Überprüfung der Programmziele und zur wissenschaftlichen Absicherung der Ergebnisse


Zusammenfassung und Fazit

Auf Grundlage der Prüfung wird eine Ausweitung des Programms auf die Wintermonate unter Berücksichtigung der bereits erläuterten Aspekte empfohlen. Eine einfache Eins-zu-Eins-Übertragung des Sommerangebots auf die Wintermonate wird nicht möglich sein. Es gibt bereits Beispiele anderer Städte, wie etwa die Sport-im-Park-Winteredition Düsseldorf, die zeigen, dass ein Winterprogramm umsetzbar ist und es eine Nachfrage dafür gibt, wobei die dortigen Formate eher einen Event-Charakter als die Zielsetzung der nachhaltigen Teilhabe von sportfernen Gruppen an sportlichen Angeboten haben.

Bereits etablierte Formate aus dem Sommer-Programm sollten für die Wintermonate angepasst und erweitert werden – zum Beispiel Outdoor-Kurse, die in Hallenräume übergehen oder hybride Varianten (teilweise draußen, bei schlechtem Wetter drinnen). Auch bestehende Vereinsangebote werden stärker eingebunden: Schnupperkurse in Vereinen, Kooperationen mit Vereinen für Winter-,Trainings- oder Bewegungsangebote. Ziel ist es, wohnortnahe Angebote zu schaffen, die über die Sommermonate hinauswirken und auch in den Wintermonaten Bewegung fördern und Begegnung ermöglichen – insbesondere in Quartieren mit geringer Sportsichtbarkeit oder Zugangshürden.

Eine weitere Voraussetzung beinhaltet eine angepasste Kommunikation und Sichtbarkeit. Ein Sommer-Programm ist oft sichtbarer durch gutes Wetter und Außenraum. Im Winter muss die Kommunikation (z. B. Werbung, Sichtbarkeit, Zugänglichkeit) gezielt erfolgen. Der Charakter von Sport im Park – der Einstieg ist jederzeit ohne Voranmeldung möglich – sollte auch bei der Winter-Version aufrechterhalten werden.

Wenngleich die Ausweitung von „Sport im Park“ auf die Wintermonate befürwortet wird, ist eine Umsetzung nur möglich, wenn die entsprechenden zusätzlichen Personal- und Finanzierungsbedarfe (siehe oben) sichergestellt sind.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten


„Sport im Park“ ist ein niedrigschwelliges Sportangebot der Landeshauptstadt Hannover, das grundsätzlich allen Bevölkerungsgruppen die Teilhabe an sportlichen Aktivitäten ermöglicht.

Kostentabelle


Es entstehen derzeit keine finanziellen Auswirkungen.

52.2 
Hannover / May 26, 2026