Drucksache Nr. 0972/2021 N1:
Historisches Museum Hannover, Sanierung und Neukonzeption Dauerausstellung

Informationen:

Beratungsverlauf:

Nachrichtlich:

  • Stadtbezirksrat Mitte

Inhalt der Drucksache:

Bitte beachten Sie, dass der folgende Text eventuell medienbedingte Formatabweichungen aufweisen kann. Eine formatgetreue Abbildung des Inhalts finden Sie in der Anlage "Druckversion.pdf".
Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksache-ZeichenBeschlussdrucksache
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Kulturausschuss
In den Ausschuss für Haushalt Finanzen und Rechnungsprüfung
In den Verwaltungsausschuss
An den Stadtbezirksrat Mitte (zur Kenntnis)
 
Nr.
Anzahl der Anlagen
Zu TOP
1. Neufassung
0972/2021 N1
3
 
BITTE AUFBEWAHREN - wird nicht noch einmal versandt,Neufassung mit geänderter Terminplanung

Historisches Museum Hannover, Sanierung und Neukonzeption Dauerausstellung

Antrag,

1. Vorbehaltlich der Bewilligung einer in Aussicht gestellten Zuwendung in Höhe von 13.480.000 € aus dem Bundesprogramm „Zuschüsse für investive Kulturmaßnahmen bei Einrichtungen im Inland“ der Haushaltsunterlage Bau gem. § 12 KomHKVO Sanierung inkl. Neukonzeption der Dauerausstellung des Historisches Museums Hannover in Höhe von insgesamt 31.100.000 €
und
2. dem sofortigen Baubeginn zuzustimmen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Aus der Baumaßnahme und deren finanziellen Auswirkungen ergibt sich keine spezifische Gender-Betroffenheit.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 19, 41 - Investitionstätigkeit
Investitionsmaßnahme 25205306
Investitionsmaßnahme 25205003
Historisches Museum, Sanierung
MfK, HMH Neukonzeption
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €14,034,000.00
Beiträge u.ä. Entgelte für Investitionstätigkeit €0.00
Veräußerung von Sachvermögen €0.00
Veräußerung von Finanzvermögensanlagen €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
  
  
Erwerb von Grundstücken und Gebäuden €0.00
Baumaßnahmen €25,876,000.00
Erwerb von bewegl. Sachvermögen €5,224,000.00
Erwerb von Finanzvermögensanlagen €0.00
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
Saldo Investitionstätigkeit (€17,066,000.00)
€0.00

Teilergebnishaushalt 19, 41 - Investitionstätigkeit
Produkt 11118
Produkt 25205
Gebäudemanagement
Museen für Kulturgeschichte
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Zuwendungen und allg. Umlagen €0.00
Sonstige Transfererträge €0.00
Öffentlichrechtl. Entgelte €0.00
Privatrechtl. Entgelte €0.00
Kostenerstattungen €0.00
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €421,000.00
Sonstige ordentl. Erträge €0.00
  
Außerordentliche Erträge €0.00
  
Erträge aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Personalaufwendungen €0.00
Sach- und Dienstleistungen €310,500.00
Abschreibungen €933,000.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €466,500.00
Transferaufwendungen €0.00
Sonstige ordentliche Aufwendungen €0.00
  
Saldo ordentliches Ergebnis (€1,289,000.00)
Außerordentliche Aufwendungen €0.00
Saldo außerordentliches Ergebnis €0.00
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo gesamt (€1,289,000.00)
Anmerkung:

Sach- u. Dienstleistungen
Bauliche Unterhaltung gemäß Richtwert der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) 1,2 % auf die Investitionssumme für Baumaßnahmen von 25.876.000 € = 310.500 €.

Abschreibungen
Der Aufwand für die jährliche Abschreibung beträgt 3 % der Investitionssumme 31.100.000 € = 933.000 €. Die investiven Zuwendungen werden über die Abschreibungsdauer als Ertrag aus Sonderposten anteilig aufgelöst.

Zinsen
Kalkulatorischer Zinssatz in Höhe von 3 % auf die durchschnittlich (zu 50%) gebundene Investitionssumme von 31.100.000 € = 466.500 €.

Ein Teil der jährlich anfallenden Aufwendungen führt durch die interne Leistungsverrechnung/Nutzungsentgelte indirekt zu erhöhten Aufwendungen im Produkt 25205 Museen für Kulturgeschichte Hannover.
Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt in den Teilhaushalten 19 und 41 unter Berücksichtigung der bewilligten und in Aussicht gestellten Drittmittel. Einschließlich der MifriFi bis 2025 sind im TH 19 12,2 € Mio. und im TH 41 4,145 € Mio. etatisiert.
Die Etatisierung des Restbetrages erfolgt im Zuge der Aufstellung des Hauhaltsplanes 2023.





Am 24.11.2020 hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages eine Förderung für die Sanierung des Historischen Museums in Höhe von 13.480.000 € beschlossen. Derzeit werden mit der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien als koordinierender Zuwendungsgeberin die Details der Antragstellung abgestimmt.

Neben der in Aussicht gestellten Bundesförderung wurden Zuwendungen der Stiftung Niedersachsen, der Sparkasse Hannover/Nds. Sparkassenstiftung, der Klosterkammer Hannover und der Freunde des Historischen Museums e.V. in Höhe von insgesamt 520.000 € zugesagt.
Darüber hinaus haben die Freunde des Historischen Museums Objektpaten für die neue Dauerausstellung eingeworben. Diese Aktion hat bisher einen Beitrag von 31.551 € erbracht. Hinzu kommen 2.462 € aus der Spendentruhe des Museums.

Begründung des Antrages

Das Historische Museum wurde im Zuge des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Altstadt für diesen Ort und Zweck sowie unter Bezugnahme auf die umgebende Architektur (‚Traditionsinsel‘) vom Architekten Dieter Oesterlen geplant. Als herausragendes Beispiel qualitätsvoller Nachkriegsarchitektur und wegen der behutsam integrierten Überreste der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Vorgängerbebauung gilt es aus Sicht des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege als einzigartiges Bauensemble von nationaler Bedeutung und Ausstrahlung. Mit seiner Darstellung der Stadt- und Landesgeschichte hat das Museum seit Jahrzehnten überregionale Bedeutung.

Ausgangspunkt für die Sanierung des Historischen Museums war einerseits die Entscheidung zur Neukonzeption der Dauerausstellung und andererseits die bauzeitige Gebäudesubstanz. Die bisherige Dauerausstellung stammte aus dem Jahr 1989 und war seitdem in Teilen überarbeitet worden. Insgesamt war die ursprüngliche Ausstellungsarchitektur abgängig. Die Ausstellung bot ein uneinheitliches Bild und war auch in der Vermittlung nicht mehr zeitgemäß.

Das Historische Museum ist seit März 2020 für Besucher*innen geschlossen und kann im derzeitigen Zustand nicht wiedereröffnet werden. Festgestellte Sicherheitsmängel, erforderlicher Sanierungsbedarf und die Notwendigkeit, die überalterte Dauerausstellung zu erneuern, haben zur Schließung des Hauses im Frühjahr 2020 geführt. Insbesondere um mit vorbereitenden Arbeiten des Museums (Ausräumen, Wegräumen etc.) für die (Teil-)Sanierung zu beginnen.
Zeitgleich haben Bau-Untersuchungen und vorbereitende Arbeiten für die Teil-Sanierung stattgefunden. Eine Gesamtsanierung erforderte insbesondere eine neue Zeitplanung. Diese Zeit nutzt das Historische Museum, um wieder temporär zu öffnen.

Übergeordnetes Ziel der Sanierung ist die Wiedereröffnung des Museums als impulsgebender Kulturort und kommunikativer Treffpunkt in der hannoverschen Altstadt. Voraussetzung dafür ist die bauliche Ertüchtigung des Gebäudes. Die Maßnahmen sind getragen von der Absicht, das Museum als Baudenkmal und wichtiges Beispiel der Nachkriegsarchitektur erlebbar zu machen und zugleich mit zeitgenössischer Funktionalität zu verbinden.






Die neue Dauerausstellung ist in diesem Kontext als verlässliches Basisangebot zur historisch-politischen Bildung zu verstehen, das zentrale Themen der Stadt- und Landesgeschichte gegenwartsbezogen vermittelt. Mit der Neugestaltung und Ausstattung des Foyers und seiner Nebenräume werden die räumlichen Voraussetzungen für einen Ort geschaffen, an dem Stadtidentität verhandelt und gegenwärtiges Geschehen kulturgeschichtlich eingeordnet wird. Unter Einbeziehung der verschiedenen Communities in der Stadt und von Laienexpert*innen kann so ein multiperspektivischer Blick auf die Stadtgesellschaft entstehen.

Gegenstand der Baumaßnahme ist eine großflächige Sanierung, die Wiederherstellung der Ausstellungsflächen im 1. und 2. Obergeschoss sowie die Umgestaltung des Foyers im Erdgeschoss. Damit einher geht die Neukonzeption einer medientechnisch und inhaltlich hochinnovativen Dauerausstellung.


Baubeschreibung
Einzelheiten der beabsichtigten Baumaßnahme können der als Anlage 1 beigefügten Maßnahmenbeschreibung und den als Anlage 3 beigefügten Plänen entnommen werden.

Terminplanung
Folgende Zieltermine sind avisiert:

3. bis 4. Quartal 2021 Entscheidung VgV-Verfahren
3. bis 4. Quartal 2022 Erteilung Baugenehmigung und Baubeginn
3. bis 4. Quartal 2026 Fertigstellung und Bauübergabe

Die mit dem Haushaltsbegleitantrag H-0305/2021 beschlossene Fertigstellung der Gesamtmaßnahme bis 2025 ist aus baulogistischen Gründen nicht möglich. Es existiert hierzu bereits ein detaillierter Bauablaufplan. Angestrebt wird die Herstellung einer Teilnutzbarmachung in 2025.

Die in Aussicht gestellte Bundesförderung erfordert umfangreiche Vorabstimmungen mit Auswirkungen auf die Terminplanung. So setzt sie u.a. die aus vergaberechtlichen Gründen notwendige Ausschreibung und Vergabe der jetzt anstehenden Leistungsphasen unterschiedlicher Planungsgewerke (Architektur, Statik, Elektroplanung, Lichtplanung) für die nun umfassende Sanierung des Gebäudes voraus. Die Ausschreibung dieser Leistungen kann umgehend nach Beschluss dieser Drucksache erfolgen. Ein Ergebnis dieses Vergabeverfahrens als Basis für die Beauftragung der Planungsbüros wird voraussichtlich im 4. Quartal 2021 vorliegen. Danach kann die Planung fortgeführt werden.

Der Baubeginn wird darauf aufbauend im 4. Quartal 2022 erfolgen.

Die mit dem Haushaltsbegleitantrag H-0305/2021 beschlossene Fertigstellung der Gesamtmaßnahme vor 2025 ist aus baulogistischen Gründen aktuell nicht sicher darstellbar. Es existiert hierzu bereits ein detaillierter Bauablaufplan, der eine Gesamtfertigstellung der Maßnahmen frühestens im Jahr 2026 darstellt. Dem Team der Planungsbüros wird aber die Aufgabe gestellt, das Erdgeschoss möglichst in 2025 für den dann stattfindenden Kirchentag nutzbar zu machen.


19 .2 / 41.3
Hannover / Jun 1, 2021