Antrag Nr. 0916/2017:
Änderungsantrag der Fraktion "Die FRAKTION" zu Drucks. Nr. 0731/2017: Antrag der Fraktion Die Hannoveraner zu einer thematischen Konzeption eines möglichen Lernorts der Demokratie im Rahmen der sog. Erinnerungskultur

Informationen:

verwandte Drucksachen:

0916/2017 (Originalvorlage)
0731/2017 (Ursprungsvorlage)

Beratungsverlauf:

Antragsteller(in):

Fraktion Die FRAKTION

Inhalt der Drucksache:

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Änderungsantrag der Fraktion "Die FRAKTION" zu Drucks. Nr. 0731/2017: Antrag der Fraktion Die Hannoveraner zu einer thematischen Konzeption eines möglichen Lernorts der Demokratie im Rahmen der sog. Erinnerungskultur

Antrag zu beschließen:

Der Antragstext wird am Ende folgendermaßen ergänzt:
"Zu den darzustellenden positiven Ereignissen der deutschen Demokratiegeschichte gehört auch das Inkrafttreten des Grundgesetzes am 23. Mai 1949. Inklusive des Rechts auf politisches Asyl, das nicht zuletzt aufgrund der bösen Erfahrungen mit staatlichen Verfolgungen in der NS-Zeit in die Verfassung aufgenommen wurde.
Am Lernort der Demokratie wir auch über die kolonialistischen Verbrechen informiert, die vom Deutschen Kaiserreich im 19. und 20. Jahrhundert begangen wurden. Dazu gehören der Völkermord an den afrikanischen Herero und die Beteiligung an der blutigen Niederschlagung des Boxeraufstands in China zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Gedacht wird auch der Mitschuld des Deutschen Kaiserreiches am Ausbruch des Ersten Weltkrieges und die an den Krieg anschließenden Verbrechen der rechten Freikorps, die mit Gewalt versuchten, die erste Demokratie auf deutschen Boden zu verhindern."

Begründung

Der Hamburger Historiker Jürgen Zimmerer sagt, das Lebensraum- und Rassedenken der Nationalsozialisten wurzle tief in den kolonialen Gewalterfahrungen. Der Kolonialismus habe eine Kultur der Ausbeutung und der Vernichtung hervorgebracht. Vom Massenmord bis hin zur gezielten Vernachlässigung in Konzentrationslagern ließen sich zahlreiche Parallelen finden, die das Verbrechen in Deutsch-Südwest als eine "koloniale Vorstufe des Holocaust" auswiesen. (DIE ZEIT, 23.11.2010).
Zudem bestehen zahlreiche ideologische Gemeinsamkeiten sowie persönliche Verbindungen nationalsozialistischer Kriegsteilnehmer des Ersten Weltkrieges zur Basis und in die Führung der späteren Nationalsozialisten, fokussiert in der Person Adolf Hitler selbst. Teile der SS rekrutierten sich aus den Freikorps-Verbänden.
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland wird historisch erst verständlich durch das Herausstellen seiner Wurzeln in der rassistischen und nationalistischen Politik des Deutschen Kaiserreichs.

Julian Klippert
Fraktionsvorsitzender