Antrag Nr. 0911/2024:
Änderungsantrag zur Drucksache Nr. 0573/2024
Gemeinsamer Antrag von SPD-Fraktion, CDU-Fraktion und FDP-Fraktion: Modellprojekt Smarte Beleuchtung zur Reduzierung von Lichtverschmutzung und Energieeinsatz

Informationen:

verwandte Drucksachen:

0911/2024 (Originalvorlage)
0573/2024 (Ursprungsvorlage)

Beratungsverlauf:

Antragsteller(in):

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei

Inhalt der Drucksache:

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Änderungsantrag zur Drucksache Nr. 0573/2024
Gemeinsamer Antrag von SPD-Fraktion, CDU-Fraktion und FDP-Fraktion: Modellprojekt Smarte Beleuchtung zur Reduzierung von Lichtverschmutzung und Energieeinsatz

Antrag

zu beschließen:

Der gemeinsame Antrag von SPD-Fraktion, CDU-Fraktion und FDP-Fraktion zum Modellprojekt Smarte Beleuchtung zur Reduzierung von Lichtverschmutzung und Energieeinsatz (Drucksache Nr. 0573/2024) wird wie folgt geändert:

Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit enercity, als Betreiberin der Straßenbeleuchtung, der Polizeidirektion Hannover und ggf. weiteren Partner*innen aus der Wissenschaft und von der Landesebene (z.B. MW, MU oder nachgeordnete Behörden) ein Modellprojekt zum Einsatz von KI-gesteuerter/smarter Beleuchtung im Bereich der Straßenbeleuchtung in einem Wohnviertel durchzuführen das Projekt Smart.Light aus der Smart City-Strategie Restart: #HANnovativ (Drucksache Nr. 1456/2023) umzusetzen. Hierbei sind die Auswirkungen des Einsatzes smarter Beleuchtung im Bereich der Kosten (Amortisation) und der Reduzierung der Beleuchtungsdauer und -intensität sowie der Lichtfarbe auf die Senkung des Energieverbrauchs, den Insektenschutz und die Wahrnehmung der Anwohnenden und Verkehrsteilnehmenden wie auch unter Sicherheitsaspekten zu erheben und darzustellen. Außerdem sind auch geschlechtsspezifische Aspekte wie die Wahrnehmung von Sicherheit oder das Mobilitätsbedürfnis mit einzubeziehen. Teilziel des Modellprojekts soll es sein, das subjektive Sicherheitsgefühl in dem Wohnviertel dauerhaft zu erhöhen. Bei der Umsetzung von Smart.Light sollen auch Erfahrungen aus dem bereits laufenden Modellprojekten zur smarten Beleuchtung, wie z.B. Das dem Projekt zur insektenfreundlichen Straßenbeleuchtung in Heiningen im Landkreis Göppingen einfließen.

Bei der Durchführung und Auswertung des Projektes Smart.Light sind Anwohnende und Verkehrsteilnehmende aktiv einzubeziehen. Dabei sind auch besonders die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen und deren Anspruch auf Barrierefreiheit und Zugänglichkeit des öffentlichen Raums zu gewährleisten. Die Kommunikation über das Projekt und dessen Ziele sollen auch darüber hinaus transparent und niedrigschwellig gestaltet werden.

Über das die Umsetzung des Projektes Smart.Light soll den Ratsgremien möglichst bis zur Sommerpause 2025 ein AbschlussZwischenbericht vorgelegt werden, in dem bereits vor dem Ende der Umsetzungsphase der Smart City-Strategie Restart: #HANnovativ am 31.12.2026 die Ergebnisse des Projekts dargestellt und mögliche Handlungsoptionen für den weiteren Einsatz smarter Beleuchtung aufgezeigt werden.

Begründung


Lichtverschmutzung ist ein unterschätztes Phänomen, das deutliche Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt hat. Gleichzeitig ist die Beleuchtung öffentlicher Flächen ein wesentlicher Faktor für die (gefühlte) Sicherheit. Zum Teil wird diese Problematik in der Landeshauptstadt Hannover bereits durch den Einsatz präsenzbasierter Beleuchtung angegangen. Durch den Einsatz von smarter bzw. KI-gesteuerter Beleuchtung kann dieser Ansatz weiterentwickelt und sowohl die Lichtverschmutzung als auch der Energieverbrauch deutlich reduziert werden, weshalb hierzu ein Modellprojekt durchgeführt werden soll, mit dem Ziel hieraus Handlungsempfehlungen für den Einsatz smarter Beleuchtung im Bereich der Straßenbeleuchtung generell abzuleiten. Im Rahmen der von der Ratsversammlung am 28.09.2023 beschlossenen Smart City-Strategie Restart: #HANnovativ, die durch das Förderprogramm „Modellprojekte Smart Cities – Stadtentwicklung und Digitalisierung“ vom Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) mit 8.462.377,50 € gefördert wird, soll nun mit dem Projekt Smart.Light die Beleuchtung des Stadtraums ausgehend von Pilotprojekten im Umfeld des innenstadtnahen Maschsees und in der Innenstadt in geeigneten Bereichen abhängig von der Bewegung der Menschen im Umfeld gesteuert und so der Energieverbrauch gesenkt werden. Die Farbe des Lichtes soll dabei so gewählt werden, dass sie insektenfreundlich ist. Energieverbrauch, eingesparte CO2-Emissionen und weitere Kennzahlen sollen in eine Datenbank eingespeist werden, in einem Dashboard visualisiert und damit die Grundlage für zukünftige Planungen und Skalierbarkeit der Maßnahme bilden.

Um den wichtigen Aspekt der gefühlten Sicherheit und der Verkehrssicherheit zu berücksichtigen, sollen zudem die Expertise der Polizeidirektion Hannover herangezogen sowie auch die Erfahrungen von Anwohnenden und Verkehrsteilnehmenden wie auch des subjektiven Sicherheitsempfindens (vor allem der Vermeidung sogenannter „Angsträume“) im Zuge des Projekts erhoben werden.