Antrag Nr. 0885/2026:
Dringlichkeitsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei:
Resolution des Jugendhilfeausschusses der Landeshauptstadt Hannover:
Gegen Einschnitte in der Kinder- und Jugendhilfe

Inhalt der Drucksache:

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Dringlichkeitsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + Volt + Piratenpartei:
Resolution des Jugendhilfeausschusses der Landeshauptstadt Hannover:
Gegen Einschnitte in der Kinder- und Jugendhilfe

Antrag

Der Jugendhilfeausschuss zeigt sich tief besorgt über die bekannt gewordenen Einsparvorschläge einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur sogenannten „Effizienzsteigerung“ im Sozialstaat. Die diskutierten Maßnahmen zielen in zentralen Bereichen auf den Abbau individueller Rechtsansprüche und gefährden damit wesentliche Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Der Jugendhilfeausschuss stellt fest:

  • Die vorgeschlagenen Kürzungen erfolgen bislang ohne ausreichende fachliche Bewertung ihrer sozialen und gesellschaftlichen Folgen.
  • Rechte und Teilhabechancen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien werden geschwächt.
  • Inklusive Strukturen sowie gleichberechtigte Teilhabe geraten akut unter Druck.
  • Präventive und unterstützende Angebote drohen ausgehöhlt zu werden.

Besonders kritisch bewertet der Jugendhilfeausschuss:
  • die Einschränkung individueller Hilfen, etwa im Bereich der Schulbegleitung,
  • die Schwächung von Unterstützungsleistungen für junge Volljährige,
  • den Vorrang pauschaler Angebote gegenüber bedarfsgerechten Einzelfallhilfen,
  • sowie die Absenkung fachlicher und qualitativer Standards.

Aus kommunaler Sicht gilt:

Eine leistungsfähige Kinder- und Jugendhilfe ist eine unverzichtbare Voraussetzung für Prävention, Bildungsgerechtigkeit, Integration und sozialen Zusammenhalt. Kurzfristige Einsparungen führen langfristig zu deutlich höheren gesellschaftlichen und finanziellen Folgekosten.

Der Jugendhilfeausschuss fordert daher:

  • den Erhalt und die Stärkung individueller Rechtsansprüche,
  • den Ausbau präventiver, niedrigschwelliger und inklusiver Angebote,
  • eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung durch Bund und Länder,
  • sowie die verbindliche Einbindung der kommunalen Praxis und Fachverbände in alle Reformprozesse.

Fazit:
Einschnitte in die Kinder- und Jugendhilfe gefährden die Lebensperspektiven junger Menschen, schwächen Familien und belasten Kommunen nachhaltig. Der Jugendhilfeausschuss lehnt entsprechende Kürzungen entschieden ab.

Begründung


Dr. Elisabeth Clausen-Muradian/Dr. Daniel Gardemin

Fraktionsvorsitz