Informationsdrucksache Nr. 0861/2026:
Klimaschutz stärken

Inhalt der Drucksache:

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0861/2026
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Klimaschutz stärken

Mit dem Haushaltsbegleitantrag DS 2384/2020 hat der Rat die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover (LHH) beauftragt, gemeinsam mit der Region Hannover (RH), der enercity AG (enercity), der proKlima GbR (proKlima) und der Klimaschutzagentur Region Hannover (KSA) die vorhandenen Förderprogramme im Bereich Klimaschutz zu evaluieren. Darüber hinaus sollten auch die Arbeitsweise und Aufstellung der Institutionen evaluiert werden. Im Rahmen einer Neuaufstellung sollte eine klare Aufgabenzuweisung bei allen Beteiligten vorgenommen werden und ein Konzept für eine gemeinsame Plattform zur Beratung rund um den Wohnungsgebäudebereich mit Informationen inklusive Fördermöglichkeiten erstellt werden.
Die Verwaltung hat in den letzten Jahren im AUKG mehrfach zu verschiedenen Themen in diesem Kontext berichtet. Nachfolgend soll nochmals zusammenfassend dargestellt werden, welche Ergebnisse sich aus den einzelnen Evaluationen ergeben haben.

1. Aufgabenevaluation
Alle Aufgaben von LHH und RH sowie der KSA und proKlima wurden umfassend zusammengetragen und ausgewertet. Beteiligt an dieser Auswertung waren neben den oben genannten Institutionen die Fachebene und Dezernent*innen von LHH und RH.
Die Aufgabenevaluation wurde durch die Klimaschutzleitstelle der LHH in Absprache mit der KSA und der RH durchgeführt. Eine genaue Aufgabenanalyse erfolgte bereits 2023. Das Ergebnis der Aufgabenevaluation inklusive der Prüfung einer Neuaufstellung und der Diskussionen mit allen Beteiligten beinhaltet keine grundlegende Strukturveränderung der Klimaschutzlandschaft in der Region Hannover. Eine Anpassung und Schärfung der Aufgabenverteilung zwischen der KSA und der RH in Absprache und unter Beteiligung von proKlima und der LHH ist erfolgt. Diese Anpassung erfolgte mit der neuen Geschäftsführung der KSA (seit Mai 2025) und der neuen Leitung des Fachbereiches Energie und Klima der RH (seit Januar 2025). Ein kontinuierlicher Review-Prozess aller Beteiligten wurde etabliert.

2. Prüfung einer strukturellen Neuaufstellung
Die in der Klimaschutzregion engagierten Akteure und Institutionen haben unterschiedliche Rechtsformen des öffentlichen und privaten Rechts. An der KSA sind neben der LHH und RH auch privatrechtliche Unternehmen beteiligt. In der proKlima GbR sind aktuell die Kommunen beteiligt, in denen enercity die Gas- oder Stromkonzessionen hält.
Diskutiert wurden verschiedene Modelle, wie eine Neuaufstellung der Klimaschutzorganisationen und damit der Klimaschutzlandschaft in der Region Hannover aussehen könnte. Berücksichtigt wurden bei der Prüfung insbesondere zwei Aspekte: Bringt eine Inhouse Fähigkeit der KSA Erleichterungen in der Zusammenarbeit mit den beiden Gebietskörperschaften LHH und Region, weil die KSA dann zu bestimmten Aufgaben und Projekten direkt beauftragt werden kann? Und gibt es die Möglichkeit einer Zusammenführung von Beratung und Förderung aus einer Hand?

a. Die Möglichkeit einer „Inhouse-Vergabe“ an die KSA wurde im Laufe des Prozesses verworfen, da die privaten Gesellschafter*innen bei einer 100%igen Tochter von Stadt und Region ausgeschlossen wären. Die Unternehmen haben großes Interesse bekundet, sich weiter in der KSA zu engagieren, ebenfalls tragen sie zur Finanzierung der Agentur bei. Dieses Bündnis trägt zudem dazu bei, dass der Klimaschutz in Hannover breit getragen und vorangebracht wird.
b. Die Zusammenführung von Beratung und Förderung in einer Hand lässt sich derzeit nicht umsetzen, weil das Fördergebiet von proKlima (LHH und fünf weitere Kommunen) nicht deckungsgleich mit dem Beratungsgebiet der KSA ist (21 Regionskommunen). Vor allem aber aufgrund der unterschiedlichen Rechtsformen, Gesellschafter*innen und Partner*innen wird die Verschmelzung von KSA und proKlima aktuell als zu komplex eingeschätzt. Die Partnerschaft bei proKlima ist aktuell noch an die Konzession Gas- und ggf. Strom der enercity gebunden.
Aktuell befindet sich die Klimaschutzagentur Region Hannover in einer Phase der Neuausrichtung und stellt sich strategisch mit einem neuen Führungsteam und neuen inhaltlichen Aufgaben in der gesamten Region auf. Dazu gehören sinnvolle Synergiekonzepte in den Informations- und Beratungsangeboten mit proKlima ebenso wie neue Kampagnen, z.B. ab Mai 2026 die Energiekampagne „Erneuerbare Energien im Raum“, die inhaltlich enge Schnittstellen mit den proKlima-Förderbereichen aufweist, sowie die Imagekampagne anlässlich des 25jährigen Bestehens der KSA, die im Herbst 2026 mit einem Bürgerfest alle Klimaschutzakteur*innen der Region – insbesondere den vier hier genannten Institutionen - LHH, RH, proKlima und KSA - einlädt mitzuwirken. Die KSA bindet aktuell und zukünftig in ihre neuen Kampagnen die genannten Partner*innen intensiv mit ein.

Dass alle Klimaschutzaktivitäten zwischen den vorhandenen Institutionen miteinander verwoben sind, wird auch durch die gemeinsame Plattform www.Klimaschutz-hannover.de deutlich. Diese Homepage existiert schon länger und wurde im Juni 2025 in einer aktualisierten Form freigeschaltet. Dort sind alle Beratungsangebote für Interessierte sowie Veranstaltungshinweise aller Akteure aus der Klimaschutzregion aufgeführt. Zudem lassen sich dort Beratungen online buchen oder Anmeldungen zu Veranstaltungen vornehmen. Alle Kommunen in der Region Hannover sind mit einem kurzen Portrait vorgestellt, ein Fördermittelkompass bietet Unterstützung bei der Suche nach Fördermöglichkeiten bundes- und landesweit sowie lokal nach Beratungsangeboten nach Thema und/oder Kommune. Bei dem Relaunch der Internetseite sind alle Akteur*innen der Klimaschutzregion eingebunden gewesen.
Die Plattform soll zum Aushängeschild der Klimaschutzregion werden und gleichzeitig die KSA zur zentralen Ansprechstelle für Beratung und Kommunikation für alle relevanten Zielgruppen machen. Auf alle Förderungen insbesondere von LHH, RH, Land, Bund und EU sowie durch proKlima wird hingewiesen.
Im Ergebnis besteht zwischen allen Beteiligten die feste Einschätzung, dass die Klimaschutzaktivitäten in der Region Hannover gut aufgestellt sind und das Ziel der Klimaneutralität hier effizient vorangetrieben werden kann.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Alle Geschlechter sind gleichermaßen betroffen.

Kostentabelle

Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen.

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Hannover / Apr 24, 2026