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Die Landeshauptstadt Hannover hat die Einführung von Microsoft 365 an Schulen vorerst gestoppt. Nach eigener Darstellung reicht die bislang verwendete vertragliche Grundlage für einen rechtssicheren Einsatz im schulischen Kontext nicht aus; eine ergänzende Vereinbarung für die besonderen Anforderungen an Schulen liegt derzeit nicht vor. Zugleich erklärt die Verwaltung selbst, dass alle 100 hannoverschen Schulen das System bislang testweise nutzen konnten und dass auf im Rahmen von Microsoft 365 erstellte Daten seit dem 21. April 2026 nicht mehr zugegriffen werden kann.
Damit ist ein Vorgang eingetreten, der weit über eine bloße technische Einzelentscheidung hinausgeht. Es geht um die Verlässlichkeit der digitalen Infrastruktur an unseren Schulen, um den Umgang mit sensiblen Daten, um die Qualität von Prüf- und Beschaffungsprozessen und um die Frage, nach welchen fachlichen Maßstäben Schul-IT in Hannover künftig gesteuert werden soll. Dass die Verwaltung den Vorgang nun intern aufarbeiten will, ist richtig, reicht für sich genommen aber nicht aus.
Besonders problematisch ist, dass hier kein unvorhersehbarer Einzelfall vorliegt. Wer eine so weitreichende Umstellung der Schul-IT anstößt, muss vorher zweifelsfrei klären, ob die rechtlichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen tatsächlich vorliegen. Genau das ist offenkundig nicht ausreichend geschehen. Statt zuerst sauber zu prüfen und dann umzusetzen, wurde ein System in die Schulen getragen, das nun kurzfristig wieder gestoppt werden musste. Das beschädigt Vertrauen, bindet Ressourcen und schafft neue Unsicherheit in einem Bereich, in dem Verlässlichkeit oberste Priorität haben muss.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob man für oder gegen Microsoft ist. Die eigentliche Schwäche liegt im Vorgehen der Verwaltung: Eine weitreichende Umstellung der Schul-IT wurde angestoßen, ohne dass die Voraussetzungen offenkundig belastbar geklärt waren. Die Antwort darauf kann jetzt weder ein ungeordnetes Zurück noch ein erneuter Schnellschuss sein. Erforderlich ist ein klarer, verlässlicher und fachlich sauberer Neustart.
Der Rat muss der Verwaltung daher einen klaren Rahmen setzen: erstens den laufenden Schulbetrieb absichern, zweitens Transparenz und politische Aufarbeitung sicherstellen und drittens eine geordnete, finanzierbare und fachlich fundierte Neuaufstellung der Schul-IT einfordern. Ziel muss eine Lösung sein, die datenschutzrechtlich tragfähig, im Schulalltag praktikabel, wirtschaftlich vertretbar und für die Schulen verlässlich ist.
Felix Semper
Vorsitzender