Drucksache Nr. 0840/2014:
Anschubfinanzierung des Projektes „JobCoach für die Akquise inklusiver Arbeitsplätze für junge Menschen bis 25 Jahre“ der Annastift Leben und Lernen gGmbH

Inhalt der Drucksache:

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0840/2014
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Anschubfinanzierung des Projektes „JobCoach für die Akquise inklusiver Arbeitsplätze für junge Menschen bis 25 Jahre“ der Annastift Leben und Lernen gGmbH

Antrag,

der Verwendung des noch zur Verfügung stehenden Betrages von 21.990,95 € aus der Erbschaft Gäbler als einmalige Anschubfinanzierung für das Projekt „JobCoach für die Akquise inklusiver Arbeitsplätze für junge Menschen bis 25 Jahre“ an die Annastift Leben und Lernen gGmbH (nachfolgend: ALL) zuzustimmen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Da durch dieses Projekt die Integration von weiblichen und männlichen jungen Menschen mit Migrationshintergrund gefördert werden soll, müssen Gender-Aspekte hier nicht explizit berücksichtigt werden.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 50 - Investitionstätigkeit
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Beiträge u.ä. Entgelte für Investitionstätigkeit €0.00
Veräußerung von Sachvermögen €0.00
Veräußerung von Finanzvermögensanlagen €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
  
  
Erwerb von Grundstücken und Gebäuden €0.00
Baumaßnahmen €0.00
Erwerb von bewegl. Sachvermögen €0.00
Erwerb von Finanzvermögensanlagen €0.00
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
Saldo Investitionstätigkeit €0.00
€0.00

Teilergebnishaushalt 50 - Investitionstätigkeit
Produkt 35101
Sonstige Soziale Angelegenheiten
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Zuwendungen und allg. Umlagen €0.00
Sonstige Transfererträge €0.00
Öffentlichrechtl. Entgelte €0.00
Privatrechtl. Entgelte €0.00
Kostenerstattungen €0.00
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €21,990.00
Sonstige ordentl. Erträge €0.00
  
Außerordentliche Erträge €0.00
  
Erträge aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Personalaufwendungen €0.00
Sach- und Dienstleistungen €0.00
Abschreibungen €0.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €0.00
Transferaufwendungen €21,990.00
Sonstige ordentliche Aufwendungen €0.00
  
Saldo ordentliches Ergebnis €0.00
Außerordentliche Aufwendungen €0.00
Saldo außerordentliches Ergebnis €0.00
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo gesamt €0.00

Begründung des Antrages

Seit vielen Jahren verwaltet der Fachbereich Soziales Mittel aus der Erbschaft Gäbler. Der Erblasser hat seinerzeit bestimmt, dass das Erbe „…. über das Sozialamt an die geeignete Stelle, die es möglich macht, dass mehrere geistig-kranke Jugendliche eine gewisse gute Berufsschulung erhalten…“ gehen soll.

Die Erbschaft belief sich ursprünglich auf 94.063,45 €. Zwischen 1998 und 2001 wurden verschiedene Projekte gefördert, so dass sich der Nachlass auf aktuell 21.990,95 € verringert hat. Da seit über zwölf Jahren für die Erbschaft keine geeignete Verwendung mehr gefunden werden konnte, würde die Zweckbindung durch das Projekt von ALL im weitesten Sinne erfüllt.

Bei diesem Projekt, dessen Träger die ALL in Kooperation mit verschiedenen anderen Institutionen ist, geht es um junge Menschen mit Migrationshintergrund, denen aufgrund ihrer erheblichen geistigen Behinderungen nahezu keine Berufsausbildung offen steht und sie auch nicht vom Berufsbildungswerk ausgebildet werden können.

Die Träger des geplanten Projektes verfügen über langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit dieser Zielgruppe:
· Die ALL bildet nicht nur Menschen mit Behinderungen sondern auch mit Migrationshintergrund aus, wobei diese aus den Ländern wie der Türkei, Italien, Griechenland, Russland, Ukraine, Weißrussland, Serbien, Rumänien und Bulgarien stammen. Hiervon sind ca. 30% weiblich und ca. 70% männlich.
· Kooperationen bestehen mit einem Träger einer Werkstatt für behinderte Menschen (nachfolgend: WfbM) sowie Institutionen mit Erfahrungen im Bereich der individuellen Unterstützung bei der gesellschaftlichen Integration und Förderung behinderter Menschen, insbesondere behinderter Migranten und mit entsprechenden Kontakten zu kleinen Unternehmen.
Generell bietet Jobcoaching eine direkte und individuelle Unterstützung am Arbeitsplatz. Das Ziel dabei ist die optimale und nachhaltige Inklusion von Menschen mit Behinderung bzw. mit Beeinträchtigung im Berufsleben. Dabei werden einerseits die fachlichen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gefördert, damit sie die gestellten Anforderungen dauerhaft selbstständig erfüllen können.
Andererseits werden Betriebe bezüglich der Bedürfnisse von behinderten Menschen sensibilisiert.
Mit dem Jobcoaching ist eine besonders intensive Maßnahme der Beruflichen Assistenz etabliert worden. Sie sollen Frauen und Männer mit Beeinträchtigung zur selbstständigen Bewältigung ihres Arbeitsalltags befähigen.

Die entscheidende Schnittstelle und die große Herausforderung für die Träger in der Praxis wird zunächst die Gewinnung geeigneter Betriebe sein. Hierzu bedarf es der Einstellung einer speziellen Beratungs- und Akquisitionskraft (nachfolgend: JobCoach), die nicht im WfbM-Sektor regelfinanziert wird.

Die primäre Aufgabe des JobCoaches im Rahmen des geförderten Projektes ist es, Betriebe zu beraten und für die konkrete Einrichtung sogenannter Außenarbeitsplätze zu gewinnen. Diese Art von Arbeitsplätzen ermöglicht es jungen Menschen mit Behinderungen während der Qualifizierung formal im Status eines WfbM-Beschäftigten zu verbleiben.

Da den jungen Menschen mit Behinderungen nach erfolgreicher arbeitsplatzbezogener Qualifikation und Beschäftigung eine reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Betrieb ermöglicht werden soll, gehören zu den Aufgaben des JobCoaches auch:
· Die inhaltliche Aufbereitung und Durchführung von Schulungen der Mitarbeiter/innen, um behinderte Menschen auf Außenarbeitsplätzen zu führen, zu fördern und zu begleiten.
· Das Coaching der behinderten Mitarbeiter/innen auf ihren Außenarbeitsplätzen sowie die Begleitung und Unterstützung der jungen Menschen auch noch dann, wenn sie in ein reguläres Arbeitsverhältnis übernommen worden sind.

Der JobCoach wird bei der ALL eingestellt und soll eine ¾ Stelle erhalten. Die Kosten von insgesamt 50.000 € für das erste Jahr sollen über Eigenmittel der ALL von 28.009,05 € und mit dem einmaligen Betrag von 21.990,95 € aus der Erbschaft Gäbler finanziert werden.

Die ALL strebt eine Regelfinanzierung durch die Agentur für Arbeit an.
50 
Hannover / Apr 25, 2014