Informationsdrucksache Nr. 0635/2025:
Information über die städtebauliche und freiraumplanerische Studie Emil-Meyer-Straße

Inhalt der Drucksache:

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0635/2025
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Information über die städtebauliche und freiraumplanerische Studie Emil-Meyer-Straße

Mit dem Beschluss des Haushaltsbegleitantrages H-0299/2023 Masterplan östlich der Bahn-Vahrenwald (Anlage 1) stellte der Rat der LHH der Verwaltung 50.000 € zur Ausarbeitung einer themen- und dezernatsübergreifenden Projektstudie für den Bereich östlich der Gleisanlagen der Deutschen Bahn in Vahrenwald zwischen Philipsbornstraße und der Straße Auf dem Dorn zur Verfügung. Ziel der Studie sollte die Klärung der Voraussetzungen und Potenziale für eine weitergehende Nutzung von Flächen entlang der Bahn für (Jugend-) Sport und freie Kultur sein.

Ausgehend hiervon beauftragte die Verwaltung die Planungsbüros cityförster architecture + urbanism und chora blau mit der Erarbeitung einer städtebaulichen und freiraumplanerischen Studie, die die Entwicklungspotenziale für die "Bahnrandflächen" aufzeigen sollte (siehe Anlage 2).
Während von Beginn an vorgesehen war, den beschriebenen Planungsbereich insgesamt zu bearbeiten, änderten sich noch während des Vergabeverfahrens die Untersuchungsschwerpunkte im Gebiet. Ursächlich dafür war der Beschluss des Rates der LHH, das Grundstück, auf dem sich das Musikzentrum befindet, zu erwerben und den Verbleib dieser wichtigen Einrichtung am Ort zu sichern. Gleichzeitig sollen die für das Musikzentrum nicht benötigten Gebäude bzw. Flächen einer weiteren Vermarktung im gewerblichen Sektor zugeführt werden. Auf alle diese und weitere Punkte geht die Studie im Weiteren ein.

Parallel zur Studie wurden bzw. werden weitere auf das Gebiet bezogene Planungsschritte unternommen. Im Einzelnen:

- Das formale Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan Nr. 1918 – Emil-Meyer-Straße wurde gestartet (Aufstellungsbeschluss DS 2755/2022 am 03.11.2022; Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit DS 15-0829/2023 mit 15-1070/2023 am 08.05.2023).
- Zur Plansicherung wurde die Veränderungssperre Nr. 121 für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes DS 1676/2023 am 07.09.2023 erlassen.
- Darüber hinaus wurde die Satzung über das besondere Vorkaufsrecht DS 1176/2024 N1 am 19.09.2024 beschlossen.
- Und nicht zuletzt erfolgte der Beschluss zur Einleitung vorbereitender Untersuchungen für ein Sanierungsgebiet per DS 2088/2024 am 21.11.2024.
Die vorbereitenden Untersuchungen wurden im 1. Quartal 2025 erstellt. In den vorbereitenden Untersuchungen werden städtebauliche Missstände und funktionale Mängel im Untersuchungsgebiet identifiziert und es wird ausgearbeitet, mit welchen Maßnahmen diesen in den kommenden Jahren begegnet werden kann. Dabei werden selbstverständlich auch die Ergebnisse der städtebaulichen und freiraumplanerischen Studie Emil-Meyer-Straße beachtet. Zusammen mit der vorliegenden Studie wird den politischen Gremien (SBR 2 und ABau) der Bericht zu den vorbereitenden Untersuchungen zum Sanierungsgebiet Emil-Meyer-Straße vorgestellt werden, damit zum 1. Juni 2025 die Anmeldung beim Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung für die Städtebauförderung für das Programmjahr 2026 erfolgen kann.

Prozess und Inhalte der Studie.

Die Projektstudie wurde unter Federführung des Fachbereichs 61 themen- und dezernatsübergreifend in Abstimmung mit den Fachbereichen 23, 41, 51, 52 und 67 erarbeitet. Der Aufgabentext ist mit allen Fachbereichen im Vorfeld abgestimmt worden. In den verschiedenen Bearbeitungsschritten (Ortsbesichtigung mit den Planungsbüros, Zwischenpräsentation und Endpräsentation) waren die Fachbereiche in Präsenzveranstaltungen eingebunden.



Auf Grundlage einer Gebietsanalyse sind mit Hilfe von Leitfragen, Testentwürfen und Entwicklungsprinzipien zunächst unterschiedliche Planungsszenarien erstellt worden. In Zusammenarbeit von Verwaltung und beauftragten Büros wurden die jeweiligen Stärken der Szenarien zu einem städtebaulichen Konzept im Maßstab 1:1000 zusammengefügt. Zudem wurde die mögliche schrittweise Umsetzung des Konzeptes und damit Entwicklung des Gebietes in variablen Umnutzungs- / Bauphasen aufgezeigt. Dabei waren auch die Eigentumsverhältnisse und Grundstückszuschnitte zu berücksichtigen.

Entstanden ist eine städtebauliche und freiraumplanerische Zielperspektive, die sich geradezu selbstverständlich in den heterogenen Kontext, bestehend aus dem intakten Vahrenwalder Wohnquartier und den fließenden, wenig gefassten Räumen nahe des Gleisbereichs, einfügt.

Das Konzept selbst definiert klare „Quartierskanten“, verbindet das Wohnquartier mit großzügigen Grünflächen und schafft multicodierte Räume für den Austausch unterschiedlicher Nutzergruppen. Verkehrsberuhigte Verbindungen erzeugen einladende, sichere Räume und fördern „kurze Wege“ für den Fuß- und Radverkehr. Markante Eingänge bieten Orientierung und machen das neue Quartier im Stadtraum und von der Bahntrasse aus sichtbar.

Neben einem Nutzungsmix aus nicht wesentlich störendem Gewerbe, Kultur und Kulturwirtschaft, spannenden Freiräumen, einem zentralen Platzbereich und Möglichkeiten für Sport- und Freizeitangeboten soll vor allem auch das Wohnen speziell im Übergang zu den vorhandenen Blockstrukturen ermöglicht werden. Ein weiteres planerisches Ziel liegt zudem darin, den gewerblich genutzten Altbestand im zentralen Bereich zukünftig im Sinne einer „Adressbildung“ für das Quartier gezielt in Richtung „Freizeit- und Kulturwirtschaft“ auszubilden. Damit würden die bestehenden jugend-, freizeit-, sport- und kulturaffinen Ansätze (Gleis D, Musikzentrum) zum Ausgangspunkt einer stadtentwicklungspolitisch erwünschten und städtebaulich besonderen Prägung des Quartiers.

Die Umsetzbarkeit der vorgesehenen Nutzungsmischung ist im Bauleitplanverfahren u.a. durch ein Lärmgutachten zu überprüfen.

Zudem ist ein zusätzliches Beteiligungsverfahren, das vor allem die Zielgruppe der Jugendlichen einbinden soll, im weiteren Verfahren vorgesehen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Die Erstellung der Studie selbst hat keine Auswirkung auf verschiedene Geschlechter. Mit der Umsetzung der Arbeitsergebnisse in den folgenden Schritten können aber wohnungsnahe belebte Räume geschaffen werden, die über eine starke „soziale Kontrolle“ verfügen und für Kinder und Jugendliche insb. weiblichen Geschlechts attraktiv sind.

Kostentabelle

Durch die Vergabe der Studie entstehen der Stadt Kosten in Höhe von 41.769 €.

61.11 
Hannover / Mar 18, 2025