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Stellungnahme der Verwaltung zur Drucksache Nr. 0573/2011 (Anlage 1)
Im Antrag wird gefordert, die Fußgängerlichtsignalanlage in Höhe Einmündung der Straße „Am Papenstieg“ unter Beibehaltung der bestehenden Verkehrsinsel zu demontieren und an der Verkehrsinsel in Höhe der Einmündung der Baumstraße neu zu installieren (Anlage 1).
Die heute vorhandene Fußgängerlichtsignalanlage Marienstraße / Am Papenstieg liegt
etwa mittig zwischen den Kreuzungen Aegidientorplatz und Marienstraße / Sallstraße
und wurde im Jahre 1991 in Betrieb genommen. Sie wird in sogenannter freier Steuerung ohne Koordinierung mit benachbarten Lichtsignalanlagen betrieben. Die Wartezeit zwischen einem Drücken des Anforderungstasters und dem Beginn der Grünzeit für Fußgänger liegt zwischen 5 und 34 Sekunden. Die mittlere Wartezeit beträgt 14 Sekunden. Somit ist die Wartezeit relativ gering und die damit einhergehende Akzeptanz sehr groß. Um die Querung auch an anderen Stellen in der Marienstraße zwischen den Kreuzungen Aegidientorplatz und Marienstraße / Berliner Allee/ Sallstraße zu erleichtern, wurden
beim Umbau der Marienstraße vor 20 Jahren zusätzlich 3 Schutzinseln als Querungs-
hilfe eingebaut.
Bei einer Verlegung der Anlage entsprechend dem Antrag reduziert sich der Abstand zur Lichtsignalanlage Marienstraße / Sallstraße von ca. 330 m auf ca. 220 m. Damit wäre eine koordinierte Steuerung mit der Lichtsignalanlage Marienstraße / Sallstraße erforderlich um einen flüssigen Kfz-Verkehrsfluss zu erreichen. Die Marienstraße ist eine der Straßen, in der die NO2-Grenzwerte überschritten werden. Um die Wartezeiten und die Halte vor den Signalanlagen zu minimieren, soll auch der Straßenzug Marienstraße – Hans-Böckler-Allee signaltechnisch optimiert werden. Eine Verlegung der Fußgängersignalanlage ohne Einbindung in die Koordinierung würde die Situation erheblich verschlechtern.
Eine in Koordinierung betriebene Fußgängerlichtsignalanlage hat allerdings erhebliche Wartezeiten für Fußgänger zwischen 80 und 90 Sekunden zur Folge. Fußgängerlicht-
signalanlagen sollen daher nach Möglichkeit nur dort aufgestellt werden, wo eine bedarfs-
gerechte Steuerung möglich ist. Ziel sind kurzfristige Schaltwechsel zugunsten der wartenden Fußgänger unabhängig von den einschränkenden Bedingungen einer Koordinierung. Mit zunehmender Wartezeit der Fußgänger steigt die Anzahl der Rotlichtsünder mit negativen Folgen für den erhofften Sicherheitsgewinn.
Aus den vorgenannten Gründen sollte von einer Verlegung der Fußgängerlichtsignalanlage näher an den Knoten Marienstraße / Sallstraße Abstand genommen werden.