Informationsdrucksache Nr. 0539/2026:
Bericht zur Mittelverwendung aus dem Projekt- und Interventionsfonds Wohnungslosigkeit

Inhalt der Drucksache:

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0539/2026
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Bericht zur Mittelverwendung aus dem Projekt- und Interventionsfonds Wohnungslosigkeit

Der Projekt- und Interventionsfonds Wohnungslosigkeit wurde im Jahr 2021 aufgelegt, um kleinteilige Projekte zu initiieren und zeitlich befristet zu fördern. Hierfür standen dem Fachbereich Soziales erstmals im Haushaltsjahr 2021 Mittel zur Verfügung.

Die Mittel des Fonds dienen ausschließlich der punktuellen Intervention und sind nicht für eine dauerhafte Finanzierung von Maßnahmen vorgesehen. Eine erneute Förderung von Maßnahmen im Folgejahr ist – wenn ausreichend Mittel zur Verfügung stehen – grundsätzlich möglich. Förderfähig sind Ausgaben, die nicht durch andere Fördermittel oder Eigenmittel gedeckt werden können. Dabei ist sowohl eine anteilige Finanzierung als auch die vollständige Kostenübernahme möglich. Die Mittel wurden in jedem Haushaltsjahr nahezu vollständig für die genannten Zwecke eingesetzt.

Grundlage der Förderung war / ist jeweils ein Antrag inklusiv Projektbeschreibung und ein Kosten – und Finanzierungsplan. Es wird eine maximale Fördersumme festgelegt und bewilligt, die nach Abschluss der jeweiligen Maßnahme abgerechnet wird. Bei einer finanziellen Unterstützung ab 10.000 € (früher: 5.000 €) ist ein Beschluss der politischen Gremien erforderlich.

Verwaltungsinterne Maßnahmen können ebenfalls mit dem Fonds unterstützt werden, es handelt sich dabei in der Regel um die Beschaffung von Sachmitteln (Kleidung, Schlafsäcke etc.), die durch Mitarbeitende der Straßensozialarbeit an wohnungslose Menschen ausgegeben werden.

Mit der Drucksache 0385 / 2022 hat die Verwaltung erstmalig über die geplante Ausgestaltung und Umsetzung des Fonds informiert.

Mit dieser Drucksache berichtet die Verwaltung zur Mittelverwendung in den Folgejahren (2022 – 2025).

Jahresschwerpunkte 2022

In diesem Jahr befand sich die Nutzung des Fonds noch in der inhaltlichen Entwicklung.


· Sachmittel und Ausgaben für Krisenintervention (21.834 €)

Die Nutzung der Mittel lief weiter an, ein Schwerpunkt waren Fahrkarten, die damals mit speziell gebundenen Haushaltsmitteln zur Verfügung standen.

Es bestand eine enge Schnittstelle zur Winternothilfe, so wurden allein gut 10.776 € für Fahrkarten eingesetzt, die in den Nachtcafés „Nachtlicht“ und „Café Mensch“ an Besucher*innen verteilt wurden.


· Sommerhilfe (12.150 €)

Die Unterstützung wohnungsloser Menschen im Sommer rückte nach und nach in das Interesse der Träger*innen. Erste Maßnahmen wurden entwickelt.

· Teilhabe / Gruppenaktivitäten (10.736 €)

Unterschiedliche Trägern*innen haben Projekte entwickelt und konnten diese mit finanzieller Unterstützung umsetzen. Die thematischen Schwerpunkte reichten von Freizeitaktivitäten bis hin zu niedrigschwelligen Sportangeboten.

· Winterhilfe ( 64.824€)

Ein elementarer Baustein des Fonds ist die Unterstützung im Winter. Der größte Anteil floss in den Betrieb des Nachtcafés der Obdachlosenhilfe Hannover e.V. das damals noch keine Zuwendung erhielt.

Fahrkarten zum Erreichen der Unterkünfte sind unter der Kategorie „Sachmittel / Krisenintervention) aufgelistet.


· Gesundheit / Sachmittel (3.981 €)

Mehrere Träger*innen stellten Anträge, im Folgejahr wurde dieses Thema breiter aufgenommen.

· Ausstattung Angebot (4.240 €)

In 2022 wurden drei Projekte unterstützt. Grundsätzlich geht die Finanzierung anderer Zwecke der Unterstützung bei der Finanzierung von Ausstattungsgegenständen vor.

Jahresschwerpunkte 2023

Im Jahr 2023 war die Nutzung des Fonds bereits etabliert und wurde weiterentwickelt.


· Sachmittel und Ausgaben für Krisenintervention (8.300 €)

Der Bedarf an Schlafsäcken stieg, die Finanzierung von Fahrkarten für Träger*innen wurde auf den Winter konzentriert (siehe Winterhilfe).

· Sommerhilfe (5.716 €)

Die Unterstützung wohnungsloser Menschen im Sommer rückte weiter in das Interesse der Träger*innen. Die Maßnahmen wurden weiterentwickelt.

· Teilhabe / Gruppenaktivitäten (14.383 €)

Auch in 2023 wurden Projektanträge gestellt. Es wurde unter anderem ein niedrigschwelliges Sprach-Projekt in der Dornierstraße umgesetzt.

· Winterhilfe (69.988 €)

Für die Unterstützung im Winter wurden unterschiedliche Projekte umgesetzt. Ein größerer Betrag floss in den Betrieb des Nachtcafés der Obdachlosenhilfe Hannover e.V. das damals noch keine Zuwendung erhielt. Anteilige Mittel gingen in den Betrieb des Nachtcafés der Diakonie.

Die Träger*innen wurden von der Verwaltung auf die Möglichkeit der vereinfachten Beantragung von Mitteln für Fahrkarten hingewiesen, daher nutzten wesentlich mehr Akteur*innen das Angebot als in 2022.

Mit drei Anbieter*innen wurde ein Sprachmittlerprojekt umgesetzt, um Betroffene über muttersprachliche Ansprache noch besser über Hilfsangebote zu informieren.


· Gesundheit / Sachmittel (10.458 €)

Nach den guten Erfahrungen in 2022 wurden die Träger*innen von der Verwaltung auf die Möglichkeit der vereinfachten Beantragung von Mitteln für Hygieneartikel hingewiesen, daher nutzten wesentlich mehr Akteur*innen das Angebot als in 2022. Inkontinenzartikel wurden auf Grund des Bedarfs mit einbezogen.

· Sonstiges (10.888 €)

Am Tag der Wohnungslosen wurde mit dem Netzwerk und betroffenen Menschen vor dem Neuen Rathaus eine Veranstaltung durchgeführt und finanziell unterstützt. Auf Antrag der SeWo wurde die Anschaffung von Übersetzungsgeräten unterstützt. Aus Restmitteln wurden zum Jahresende (andere Förderanträge lagen nicht vor) diese Geräte auch für die Straßensozialarbeit der LH Hannover angeschafft.

Jahresschwerpunkte 2024

Ein Fokus des Fonds lag 2024 auf den besonderen witterungsbedingten Herausforderungen in Sommer und Winter.


· Sachmittel und Ausgaben für Krisenintervention (8.059 €):

Der Bedarf an Schlafsäcken für die Straßensozialarbeit der LH Hannover blieb konstant, andere Sachmittel kamen hinzu.

Die Finanzierung von Fahrkarten und Schlafsäcken für Träger*innen wurde auf den Winter konzentriert (siehe Winterhilfe).


· Sommerhilfe (27.237 €)

Die Unterstützung wohnungsloser Menschen im Sommer wurde von der Verwaltung aktiv aufgenommen, Mittel konnten im vereinfachten Verfahren beantragt werden, dadurch wurde eine gute Resonanz mit unterschiedlichsten Partner*innen erreicht.

· Teilhabe / Gruppenaktivitäten (14.440 €)

Auch in 2023 wurden Projektanträge gestellt. Es wurde unter anderem ein niedrigschwelliges Sprach-Projekt und das Tiermobil unterstützt.

· Winterhilfe (71.220 €)

Das Sprachmittlerprojekt aus dem Winter 2023 wurde mit den drei Anbieter*innen über den Jahreswechsel fortgesetzt um Betroffene über muttersprachliche Ansprache noch besser über Hilfsangebote zu informieren.

Die Träger*innen wurden von der Verwaltung auf die Möglichkeit der vereinfachten Beantragung von Mitteln für Fahrkarten und Schlafsäcke hingewiesen, daher nutzten wesentlich mehr Akteur*innen das Angebot als in 2023.


· Gesundheit / Sachmittel (11.050 €)

Hygieneartikel waren in 2023 wenig nachgefragt, da die Träger*innen eine Versorgung über Spenden sicherstellen konnten.

Neu ist die Unterstützung der pflegerischen Versorgung unter anderem durch eine Unterstützung beim Duschangebot Mobalni durch SIDA.


· Sonstiges (26 €)

Im geringen Umfang wurde Material für Netzwerkarbeit finanziert.

Jahresschwerpunkte 2025

Die Nutzung des Fonds ermöglichte in 2025 unterschiedlichste Aktionen.


· Sachmittel und Ausgaben für Krisenintervention (19.655 €):

In der Straßensozialarbeit der LH stieg der Bedarf an Schlafsäcken an, ebenso der Bedarf an geeigneter warmer Bekleidung, die nicht im ausreichenden Maß gespendet, sondern zugekauft werden musste.

· Sommerhilfe (24.941 €):

Wie in 2024 wurde die Unterstützung wohnungsloser Menschen im Sommer wurde von der Verwaltung aktiv aufgenommen, Mittel konnten erneut im vereinfachten Verfahren beantragt werden, dadurch wurde auch in 2024 eine gute Resonanz mit unterschiedlichsten Partner*innen erreicht.

· Teilhabe / Gruppenaktivitäten (16.658 €)

Auch in 2025 wurden Projektanträge gestellt. Es wurde unter anderem ein niedrigschwelliges Sport-Angebot in der Unterkunft Wörthstraße fortgeführt werden.

· Winterhilfe (77.042 €)

Die Region Hannover hatte in diesem Jahr dem Netzwerk Mittel für die Finanzierung von Winterhilfen zur Verfügung gestellt. Dadurch fokussierten sich die Ausgaben auf die Finanzierung der beiden Nachtcafès und drei kleinere Unterstützungen im Kontext der besonders kalten Witterung. Neu konnte das Frauen-Nachtcafè Luna mit Trägerinnen konzipiert und ausprobiert werden.

· Gesundheit / Sachmittel (1.300 €)

Anträge wurden von Träger*innen nicht gestellt, die Ausgaben beschränkten sich daher auf Sachmittel für die Straßensozialarbeit der LH Hannover.

Bisherige Erfahrungen mit dem Fonds

Die Erfahrungen mit den Mitteln aus dem Interventionsfonds sind durchweg positiv. Es konnte so auf aktuelle Bedarfe reagiert werden und gemeinsam mit dem Netzwerk auch schnell auf nicht planbare Situationen reagiert werden.

Bewährt hat sich eine „Jahresplanung, in der größere Themenblöcke (Sommer, Winter, …) mit Beträgen eingeplant werden und im Laufe des Jahres mit Projekten und Maßnahmen ergänzt werden.

Bei der Finanzierung von Materialien zur Weitergabe an wohnungslose Menschen konnte über die städtische Sozialarbeit punktuell auf akute Bedarfe und Notlagen reagiert werden.

Mittel aus dem Fonds sind dabei nicht darauf ausgelegt, dauerhaft Angebote im Hilfesystem zu finanzieren. Sie bieten aber die Chance, wie beim Frauen-Nachtcafè Luna, Angebote als Projekt auszuprobieren.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Wohnungslose Frauen sind im öffentlichen Straßenbild seltener sichtbar, sie sind häufig von verdeckter Wohnungslosigkeit betroffen. Gleichzeitig haben wohnungs- und obdachlose Frauen besondere Bedarfe und spezifische Bedürfnisse. Aus diesem Grund wurden im Rahmen des Fonds die Bedarfe von Frauen in jedem Projekt Antrag abgefragt und berücksichtigt. Das Frauen-Nachtcafé Luna konnte als neues Projekt konzipiert und umgesetzt werden.

Kostentabelle

Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen.

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Hannover / Mar 3, 2026