Drucksache Nr. 0516/2026 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Ratsherr Felix Mönkemeyer (Einzelvertreter DIE LINKE.): Arbeitsgruppe Andreas-Hermes-Platz – Einbindung sozialer Akteur*innen und Beteiligung wohnungsloser Menschen
in der Ratssitzung am 19.03.2026, TOP 3.6.3.

Inhalt der Drucksache:

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0516/2026 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage Ratsherr Felix Mönkemeyer (Einzelvertreter DIE LINKE.): Arbeitsgruppe Andreas-Hermes-Platz – Einbindung sozialer Akteur*innen und Beteiligung wohnungsloser Menschen
in der Ratssitzung am 19.03.2026, TOP 3.6.3.

Die geplante Umgestaltung des Andreas-Hermes-Platzes kann – je nach Ausgestaltung der Maßnahmen – faktisch zu einer Verdrängung wohnungsloser Menschen aus dem öffentlichen Raum führen. Gerade vor diesem Hintergrund ist eine frühzeitige, substanzielle und transparente Einbindung sozialer Fachlichkeit sowie der betroffenen Menschen selbst von besonderer Bedeutung. Öffentlich wurde darauf verwiesen, dass soziale Träger*innen sowie die städtische Sozialarbeit in die Beratungen der zuständigen Arbeitsgruppe einbezogen worden seien. Wir bitten daher um Auskunft zu Art, Umfang und zeitlicher Dimension dieser Beteiligung.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

  • Wann und wie häufig wurde das zuständige Sozialdezernat in die Beratungen zur Umgestaltung des Andreas-Hermes-Platzes einbezogen und hat es an Sitzungen der Arbeitsgruppe teilgenommen?
  • Wann, wie oft und in welchem Umfang wurden wohnungslose Menschen in die Planungen einbezogen und in welcher Form erfolgte diese Beteiligung?
  • Welche externen Träger der sozialen Arbeit bzw. der Wohnungslosenhilfe wurden wann und wie häufig beteiligt und in welcher Form erfolgte deren Mitwirkung?

Text der Antwort


Frage 1: Wann und wie häufig wurde das zuständige Sozialdezernat in die Beratungen zur Umgestaltung des Andreas-Hermes-Platzes einbezogen und hat es an Sitzungen der Arbeitsgruppe teilgenommen?

Das Sozialdezernat wurde in Gestalt des Beauftragten für Sucht und Suchtprävention sowie des Fachbereichs Gesellschaftliche Teilhabe - Bereich Soziale Hilfe in Wohnungslosigkeit erstmals im Dezember 2023 in die Planungen zur dauerhaften Umgestaltung des Andreas-Hermes-Platzes einbezogen. Ihnen wurde die vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün erstellte Aufgabenstellung zur Ausschreibung der Planungsleistungen mit der Bitte um fachliche Prüfung und Mitteilung etwaiger Ergänzungsbedarfe übermittelt. Die Aufgabenstellung bildete die Grundlage für die spätere Vergabe der Planungsleistungen; allen beteiligten Fachbereichen wurde damit die Möglichkeit eröffnet, die Berücksichtigung ihrer jeweiligen Belange sicherzustellen.

Nach der Auftragsvergabe Anfang 2025 fand ein Projektauftaktgespräch mit allen beteiligten Dezernaten und Fachbereichen der Landeshauptstadt Hannover statt, an dem auch das Dezernat für Soziales und Integration sowie der Fachbereich Gesellschaftliche Teilhabe teilnahmen. Im Rahmen dieses Termins wurde die zuvor abgestimmte Aufgabenstellung auf ihre Aktualität überprüft und um neue fachliche Hinweise ergänzt. Zudem wurden die Mitglieder der Projektgruppe verbindlich benannt und ein erster grober Zeit- und Ablaufplan vorgestellt.

Mit Beginn der Leistungsphase 2 (Vorentwurf) Ende August 2025 tagt die Projektgruppe im Abstand von etwa sechs bis acht Wochen. Der Beauftragte für Sucht und Suchtprävention (Dezernat für Soziales und Integration) sowie das Sachgebiet Koordination Wohnungslosenhilfe (Fachbereich Gesellschaftliche Teilhabe) sind feste Mitglieder dieser Projektgruppe und fungieren als fachliche Schnittstelle und Multiplikatoren gegenüber den relevanten sozialen Einrichtungen und Institutionen, um deren Perspektiven und Bedarfe kontinuierlich in den Prozess einzubringen.
Zwischen Ende August 2025 und Januar 2026 fanden drei Präsenz-Abstimmungstermine mit dem beauftragten Planungsbüro statt, in denen die sozialfachlichen Belange eingebracht wurden.

Frage 2: Wann, wie oft und in welchem Umfang wurden wohnungslose Menschen in die Planungen einbezogen und in welcher Form erfolgte diese Beteiligung?

Wohnungslose Menschen wurden auf mehreren Wegen und in unterschiedlichen Formaten einbezogen:
- Zwischennutzung seit 2023 (Sommermonate): Die Zwischennutzung auf dem Andreas-Hermes-Platz wurde zur Belebung des Platzes und als Beteiligungsformat im Vorfeld der dauerhaften Umgestaltung konzipiert. Für Menschen in schwierigen Lebenslagen wurden niedrigschwellige Angebote geschaffen, u. a. durch die tägliche Anwesenheit von Sozialarbeiter*innen des „Neuen Land“ (3 Stunden/Tag). Zudem waren sonstige Angebote und Veranstaltungen auf dem Platz frei zugänglich, so dass eine niedrigschwellige Teilnahme oder auch ein Zuschauen möglich war. Einige wohnungslose Menschen haben sich aktiv in die dortigen Veranstaltungen eingebracht und haben bei kleinen Tätigkeiten, wie Stühle aufstellen oder Pflanzengießen, übernommen.
Die durch die Zwischennutzung gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Planung für die dauerhafte Umgestaltung des Platzes mit ein.
- Sensibilisierungsseminar: Parallel wurde ein Seminar zum Umgang mit den am Platz anwesenden Personen in schwierigen Lebenslagen angeboten, um ein respektvolles und konfliktarmes Miteinander zu fördern. Auch dies diente der Vorbereitung der späteren Umgestaltung und der Einbindung der Betroffenen.
- Öffentliche Informations- und Beteiligungsveranstaltung am 25.02.2026: Die Veranstaltung im Pavillon richtete sich ausdrücklich auch an die sich regelmäßig auf dem Platz aufhaltenden Menschen. Zur gezielten Ansprache wurden im Vorfeld Flyer in den Schaufenstern des Workshop e.V. ausgehängt, die direkt zum Platz hin sichtbar sind. Vertreter*innen des Dezernats für Soziales und Integration und des Fachbereichs Gesellschaftliche Teilhabe waren vor Ort und standen für Gespräche zur Verfügung.
Frage 3: Welche externen Träger der sozialen Arbeit bzw. der Wohnungslosenhilfe wurden wann und wie häufig beteiligt und in welcher Form erfolgte deren Mitwirkung?

Externe Träger der sozialen Arbeit und Wohnungslosenhilfe wurden ebenfalls frühzeitig und zielgerichtet einbezogen:
- Fachgespräch im Oktober 2025:
An dem Termin nahmen u. a. Vertreter*innen von Neues Land e.V. (Drogen- und Suchtberatung) und Gesundheits- & Begegnungszentrum Check Point untenrum (Hannöversche AIDS-Hilfe e.V.) teil.

Das Ziel des Austauschgespräches war die Konkretisierung der Anforderungen an den Platz aus Sicht der Beteiligten, der Austausch über Bedarfe, mögliche Konfliktlagen und konkrete Hinweise für die weitere Planung.
- Öffentliche Beteiligungsveranstaltung am 25.02.2026:
Auch hier waren die genannten Träger eingeladen und teilweise beteiligt.
Allen beteiligten Akteur*innen wurde in den jeweiligen Formaten die Möglichkeit gegeben, ihre fachlichen Einschätzungen, Hinweise und Bedenken einzubringen. Abschließend sei erwähnt, dass sowohl eine Anbindung an die Angebote sozialer Träger als auch die Beteiligung wohnungsloser Menschen vor Ort wünschenswert ist, jedoch zukünftig nur mit zusätzlich zur Verfügung gestellten Finanzressourcen gewährleistet werden kann.