Anfrage Nr. 0466/2022:
Anfrage von Ratsherrn Böning zur "mangelnden Motivation" von Arbeitnehmern, die vom Jobcenter vermittelt werden

Inhalt der Drucksache:

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Anfrage von Ratsherrn Böning zur "mangelnden Motivation" von Arbeitnehmern, die vom Jobcenter vermittelt werden

In Stadt und Region Hannover werden derzeit Arbeitskräfte -egal ob Fachkräfte oder ungelernte - händeringend gesucht.

Die Anzahl der offenen Stellen ist im Vergleich zum Vorjahr um 20% gestiegen. Laut Arbeitsagentur Hannover sind derzeit 2720 Stellen unbesetzt.

Die Besetzung dieser offenen Stellen scheitert jedoch häufig an der mangelnden bzw. komplett fehlenden Motivation der potentiellen neuen Arbeitnehmer (Siehe hierzu auch den HAZ-Artikel zum Thema: https://m.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Hannover-Jobvermittler-klagen-ueber-Arbeitssuchende-mit-zu-geringer-Motivation)

Mit Flüchtlingen gibt es dagegen erfreulicherweise nahezu gar keine Probleme, was eine "mangelnde Motivation" der zu vermittelnden Arbeitnehmer betrifft.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

1. Hat die Stadt Hannover ähnliche Erfahrungen mit potenziellen neuen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gemacht und kann die Verwaltung bestätigen, dass es mit Flüchtlingen in diesem Bereich deutlich "besser läuft"? Dass diese also deutlich motivierter sind?


Liegen der Verwaltung Zahlen vor, wie viele potentielle Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund derzeit beim Jobcenter an mögliche Arbeitgeber vermittelt werden (sollen)? Im Bereich der Stadt Hannover.

2. Bei wie vielen der an die Zeitarbeitsfirmen und an andere Arbeitgeber vermittelten potentiellen Bewerber kam es 2021 tatsächlich zu einer erfolgreichen Einstellung? (inkl. "Überstehen" der Probezeit) und wie hoch war prozentual und tatsächlich der Anteil der vermittelten Personen, die aus offensichtlich mangelnder Motivation ihren Arbeitsplatz nicht angetreten sind oder die deswegen während der Probezeit aufgehört haben? (Bitte wenn möglich unterscheiden nach Männern und Frauen)

3. Wie hoch ist die Anzahl der vermittelten Personen, die 2021 vom Jobcenter und von der Arbeitsagentur mit Sanktionen belegt wurden, weil sie aufgrund von offensichtlich „mangelnder Motivation“ die angebotene Arbeitsstelle nicht antraten oder dieser nach wenigen Tagen mit fadenscheinigen Argumenten ferngeblieben sind?

Und welche Schlüsse zieht die Verwaltung aus dieser höchst unbefriedigenden Situation und auch aus der Tatsache, dass es mit geflüchteten zu vermittelnden Personen (abgesehen von Sprachproblemen und sonstigen "bürokratischen Hürden") hier scheinbar deutlich weniger Probleme gibt?

Jens Böning