Informationsdrucksache Nr. 0331/2015:
Stadtteilkulturarbeit in Hannover - Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverInformationsdrucksacheInformationsdrucksache
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In den Verwaltungsausschuss
An die Stadtbezirksräte 01 - 13 (zur Kenntnis)
 
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0331/2015
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Stadtteilkulturarbeit in Hannover - Bestandsaufnahme und Entwicklungsperspektiven

Mit der vorliegenden Drucksache wird über die Ergebnisse eines Dialogprozesses informiert, der im Jahr 2014 mit Fachkräften und Ehrenamtlichen aller 23 Stadtteilkultureinrichtungen durchgeführt wurde. Sich daraus ergebende Entwicklungsperspektiven werden aufgezeigt und die folgenden Arbeits- und Umsetzungsschritte skizziert.
1. Vorbemerkung

Stadtteilkultureinrichtungen gibt es in Hannover seit über 50 Jahren. Die erste Einrichtung war das Freizeitheim Linden, das im Jahr 1961 eröffnet wurde. In den folgenden Jahren kamen weitere Freizeitheime hinzu, anschließend Kulturtreffs, Kulturbüros, die von Kultur­vereinen getragen werden und zwei weitere kommunale Einrichtungen, der Stadtteiltreff Sahlkamp und das Stadtteilzentrum KroKuS. Insgesamt bieten 23 Einrichtungen unterschiedlicher Größe vielfältige Kultur- und Bildungsangebote im gesamten Stadtgebiet für alle EinwohnerInnen jeden Alters an. Stadtteilkultureinrichtungen verstehen sich auch als Orte des Lebenslangen Lernens und demokratischer Prozesse. Sie stärken und unterstützen Eigeninitiative.

Zu den Haushaltsplanberatungen 2014 wurde ein Haushaltsbegleitantrag (Anlage 1) beschlossen, der die Verwaltung aufforderte, im Zusammenhang mit den Vorplanungen zur Sanierung der Freizeitheime Döhren, Linden, Lister Turm und Ricklingen in den Stadtbezirken Bürgerbeteiligungsverfahren zur Ermittlung der aktuellen Bedürfnisse der Stadtteilkulturarbeit und der Klärung des künftigen Raumbedarfs durchzuführen.

Darüber hinaus wurde beschlossen, diese Beteiligungsverfahren in die Entwicklung eines stadtweiten Konzepts für die Arbeit in den Freizeitheimen und den Stadtteilkulturzentren einfließen zu lassen, welches auch die Themen Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion sowie den demografischen Wandel berücksichtigt.


Dem Haushaltsbegleitantrag konnte zum ersten Punkt noch nicht entsprochen werden, da es aktuell keine Planungen zu einer Sanierung der o.g. Einrichtungen – gerade auch im Sinne einer Ermittlung aktueller Bedürfnisse aus den Stadtteilen - gibt. Eine solche Beteiligung ist dann sinnvoll, wenn Sanierungsvorhaben absehbar sind.
Vorgesehen als Neubauvorhaben und geplant werden zurzeit die zwei Einrichtungen Stöcken und Mühlenberg. Eine Nutzerbeteiligung ist hierbei grundsätzlich vorgesehen. Weitere umfangreiche Investitionsvorhaben sind im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung nicht finanzierbar.

Die Verwaltung hat sich jedoch der im o.g. Antrag benannten konzeptionellen Fragestellung im Jahr 2014 angenommen und einen Dialogprozess mit allen 23 Stadtteilkultureinrichtungen durchgeführt.
Ziel des Prozesses war es, eine Bestandsaufnahme für das Arbeitsfeld Stadtteilkulturarbeit zu erstellen und gleichzeitig Entwicklungsperspektiven im Sinne einer qualitativen Weiterentwicklung - gemeinsam und im Dialog mit den verschiedenen Einrichtungen und den handelnden Akteuren - zu erarbeiten.
Als Partner für dieses Vorhaben konnte das bundesweit bekannte Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. gewonnen werden. Die Studie ist als Anlage 2 dieser Drucksache beigefügt.

Im Folgenden werden diese Ergebnisse zusammengefasst und dargestellt, in welchem Rahmen eine Umsetzung der Empfehlungen erfolgen soll.
2. Aufgabenstellung, Vorgehensweise und Methoden
Aufgabe des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. war es, aktuelle Themen, Entwicklungspotenziale und -hemmnisse in den Stadtteilkultureinrichtungen gemeinsam mit diesen herauszuarbeiten, das Arbeitsfeld Stadtteilkultur in der kulturpolitischen Diskussion zu verorten und ein Ergebnis vorzulegen, das eine Bestandsaufnahme mit Zukunftsvorstellungen und Handlungsempfehlungen verknüpft.

Die nun vorliegende Studie (s. Anlage) schafft Transparenz bezüglich der Vielfalt und Heterogenität des Arbeitsfeldes, bildet eine Basis für eine verbesserte Dialogkultur und ermöglicht es, zukünftige Entwicklungsoptionen systematischer zu bearbeiten.
Hervorzuheben ist insbesondere, dass sich die Einrichtungen offen, selbstkritisch und konstruktiv in diesen Prozess eingebracht haben, alle an einer gemeinsamen Entwicklung und Profilierung interessiert sind und daran mitarbeiten wollen.

Neben einer Analyse vorliegender Dokumente (u.a. Literatur zum Themenfeld Stadtteilkulturarbeit, Programme und Dokumentationen der Einrichtungen) wurden durch das Institut für Kulturpolitik zwei große Dialogveranstaltungen und vier Werkstattgespräche mit Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Einrichtungen durchgeführt. Darüber hinaus kamen standardisierte Fragebögen zum Einsatz und es wurden verschiedene Interviews geführt.
Eine erste Dialogveranstaltung fand im Februar 2014 statt. Aus den Ergebnissen der Veranstaltung wurden Fragestellungen für die folgenden Werkstattgespräche, aber auch Fragebögen und Interviewleitfäden entwickelt.
In einer abschließenden Dialogveranstaltung Ende September wurden die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Auch diese Resultate flossen in die vorliegende Studie ein.




3. Entwicklungsperspektiven und Zukunftsvorstellungen
Die Bestandausnahme des Arbeitsfeldes Stadtteilkulturarbeit und der Einrichtungen zeigt deutlich, dass
- Hannover bundesweit zu den Städten mit einer ausgeprägten Infrastruktur im Bereich der Stadtteilkultur gehört und die Arbeit eine lange Tradition hat;
- die Einrichtungen stark über stadtteilspezifische und sozialräumliche Bezüge und Anforderungen, aber auch über ihre Entstehungsgeschichte geprägt sind;
- insbesondere die Kulturtreffs und die von Kulturvereinen getragenen Einrichtungen durch ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement getragen werden;
- die Einrichtungen alle Generationen erreichen;
- Stadtteilkultureinrichtungen ein breites Spektrum an Themen bearbeiten, eine Vielfalt an Aktivitäten entfalten, interdisziplinär und beteiligungsorientiert arbeiten;
- und sozialräumlich gut vernetzt sind.

Einerseits sehen sich die Einrichtungen der Stadtteilkulturarbeit daher auch „gut aufgestellt“.
Dies wird gestützt durch eine Ende des Jahres 2013 durchgeführte Kundenbefragung in den städtischen Stadtteilkultureinrichtungen, an der sich ca. 3.000 BesucherInnen beteiligten. (s. auch Informationsdrucksache 1568/2014)

In der Skala bedeutet die Note 5 „sehr unzufrieden“, die Note 1 „sehr zufrieden“.




Andererseits werden jedoch seitens der Einrichtungen selbst Entwicklungspotenziale gesehen und Veränderungen für erforderlich gehalten, um gesellschaftlichen Prozessen und Herausforderungen flexibel und fachlich fundiert begegnen und sie mitgestalten zu können.

Diese Herausforderungen betreffen z.B. die Digitalisierung der Gesellschaft einerseits und die sogenannte „digitale Kluft“ oder „digitale Spaltung“ („digital divide“) andererseits. Diese meint sowohl eine „Zugangskluft“ aufgrund geringen Einkommens als auch eine „Wissenskluft“, deren Ursachen vor allem im Bildungsgrad und Alter zu suchen sind. Diese Kluft kann eine gesellschaftliche Benachteiligung durch mangelnde Kompetenz oder mangelnde Möglichkeit bei der Nutzung sogenannter Neuer Medien darstellen.

Herausforderungen sind auch die zunehmende Individualisierung und Enttraditionalisierung der Gesellschaft. Lebensläufe werden vielfältiger, gegensätzlicher, brüchiger, unsicherer und auch anfälliger. Sie werden aber auch bunter, Erfolg verheißender, umfassender, widersprüchlicher und gleichzeitig abhängiger von Institutionen wie z.B. Arbeitsmarkt, Bildungssystem oder Systemen sozialer Sicherung.
In diesem Zusammenhang wird die „Lebensbewältigung“ u.a. bestimmt durch die kreative Nutzung individueller, sozialer und ökonomischer Ressourcen. Als notwendig wird eine Verstärkung von Fähigkeiten angesehen, sich klug entscheiden zu können und Beziehungsverhältnisse aktiv zu gestalten. Soziale Netzwerke sind nicht mehr selbstverständlich, sondern müssen aktiv aufgebaut und gepflegt werden. Eine Anpassung an die Lebensverhältnisse allein reicht nicht aus, notwendig ist die Fähigkeit, in Veränderungen gestaltend zu leben.

Die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, dass Hannover eine Zuwanderungs- und Einwanderungsstadt ist, müssen auch und gerade in den Stadtteilen bewältigt werden. Die Themen Sprache, Bildung, Integration, Willkommenskultur, Abbau von Benachteiligungen, das Eintreten gegen Diskriminierung und Rassismus, das Erkennen von Abschottung und sich entwickelnden Parallelgesellschaften sind zentrale Aufgaben, die sich in der Stadtteilkulturarbeit sehr konkret niederschlagen und bewältigt werden müssen, um in der Stadt ein für alle förderliches Klima zu schaffen und zu erhalten.

Stadtteilkultureinrichtungen haben sich diesen Veränderungen grundsätzlich immer schon gestellt und Herausforderungen im Sinne einer Förderung des Gemeinwohls angenommen. Sie bieten in mehrfacher Hinsicht „Raum“ für individuelle aber auch gesellschaftliche Entwicklungen. Sie sind als Orte andererseits jedoch bestimmten „Traditionen“ verbunden, bieten alteingesessenen StadtteilbewohnerInnen „Heimat“ und Neuhinzugezogenen die Möglichkeit, anzukommen.
In den Stadtteilen sind die Einrichtungen oft die Seismografen für Problemlagen und Konflikte, aber auch für Trends oder Bedarfe und sie sind vielfach Gestalter oder Partner für interdisziplinäre Arbeitsansätze und Lösungen.

Ergebnisse der Werkstattgespräche

Mit der vorliegenden Studie wurden Entwicklungsperspektiven und Zukunftsvorstellungen herausgearbeitet, um die Arbeit der Stadtteilkultureinrichtungen perspektivisch weiter zu qualifizieren und zu profilieren. In den verschiedenen Werkstattgesprächen mit den Beteiligten wurden im Wesentlichen folgende Themenkomplexe gesammelt und diskutiert:
3.1 Mehr Menschen erreichen

In fast allen Einrichtungen eher unterrepräsentiert ist die Zielgruppe der jungen Erwachsenen bis 35 Jahren. Festzustellen ist eine Veränderung im Nutzungsverhalten. Erreichbar sind jüngere Erwachsene am ehesten mit kurzzeitigen Angeboten oder Projekten. Als stärker anzusprechende Zielgruppe wird von einigen Einrichtungen auch die Altersgruppe der bis 60jährigen angesehen. In einigen Einrichtungen ist festzustellen, dass Menschen mit Migrationshintergrund weniger erreicht werden. Insgesamt wenig erreicht werden ebenfalls Menschen mit Handicap.
Insgesamt werden in den Stadtteilkultureinrichtungen mehr Frauen erreicht als Männer.

3.2 Neue Angebote entwickeln

Die Notwendigkeit der Entwicklung neuer Angebote ergibt sich zum einen aus der Kenntnis, dass mit den herkömmlichen bestimmte o.g. Zielgruppen nicht oder weniger erreicht werden, zum anderen aus der Tatsache, dass das Veranstaltungs- und Kursangebot flexibler auf gesellschaftliche Themen und Entwicklungen eingehen können muss. Als Hinderungsgründe werden hier in erster Linie fehlende Räume (z.B. Werkstätten, Küche), Ausstattung (Multimedia), Personal und Finanzen genannt. Selbstkritisch wird auch erkannt, dass es manchmal an Kompetenz, Konzept und Flexibilität fehlt und daher auch ein fachlicher Austausch und mehr Kooperationen unbedingt nötig erscheinen.
Gemeinsamer Wunsch ist es, inklusive, integrative und partizipative Angebote und Formate auszubauen

3.3 Öffentlichkeitsarbeit verbessern

Schlüssel zu neuen Zielgruppen ist auch eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit, die sich sowohl auf die Printmedien beziehen sollte als auch auf einen evtl. sogar gemeinsamen Internetauftritt, eine deutlichere öffentliche Darstellung der Leistungen der Stadtteilkulturarbeit, regelmäßige gemeinsame Fachtage zu spezifischen Themen u.a.
Trotz aller Unterschiede zwischen den Einrichtungen, sollten die Gemeinsamkeiten herausgestellt werden. Die Erarbeitung gemeinsamer Medien dient auch immer wieder der Verständigung über das Selbstverständnis als Stadtteilkultureinrichtung.
In diesem Zusammenhang wurde auch angemerkt, dass für eine zeitgemäße Präsentation der Name „Freizeitheim“ für eine Stadtteilkultureinrichtung eher hinderlich wäre.

3.4 Stadtteilkultureinrichtungen qualifizieren

Die Interessen an Qualifizierung sind breit gestreut. Betrachtet man sie im Zusammenhang mit den Wünschen und Ideen zur Angebotsentwicklung zeichnet sich der Bedarf nach den Themen Inklusion, Integration und Partizipation ab.

3.5 Austausch organisieren

Die bisherigen Austauschformate und –treffen reichen nach Ansicht der Einrichtungen nicht aus, um alle angesprochenen und zu bearbeitenden Themen gemeinsam und vor allem zielführend zu bearbeiten. Es soll daher eine Restrukturierung der Vernetzung und Zusammenarbeit erfolgen, die ein partizipatives und strukturiertes Vorgehen ermöglicht und Verbindlichkeit herstellt.


4. Empfehlungen des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft
Das Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. kommt in der Studie vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Themen zu folgenden Empfehlungen:
4.1 Stadtteilkulturarbeit profilieren
Stadtteilkulturarbeit sollte sich als Akteur in der Stadtgesellschaft zwischen Kultur, Bildung, Sozialem und Stadtteilentwicklung profilieren. Stadtteilkultureinrichtungen tragen bei zur Identität der Stadtteile, zur Integration von Zugezogenen, zur Problembewältigung in den Stadtteilen sowie zur demokratischen Teilhabe breiter Bevölkerungsschichten. Zukünftig sollte noch stärker z.B. auf die Freizeit- und Bildungsbedürfnisse von Familien und der arbeitenden Bevölkerung eingegangen werden.

Der Austausch aller Stadtteilkultureinrichtungen soll verbessert werden durch eine Restrukturierung gemeinsamer Treffen und Gremien, die sich mit den offenen Themen und Fragestellungen befassen, Qualifizierung und Wissenstransfer sicherstellen und z.B. ein gemeinsames Leitbild entwickeln.

4.2 Angebotsentwicklung fördern

Zur Förderung der Angebotsentwicklung braucht es neben Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und Kooperation an vielen Stellen auch eine Modernisierung von Räumen und Ausstattung. Ebenso aber auch eine „modernere“ Kommunikation unter Einbeziehung Neuer Medien.

4.3 Öffentlichkeitsarbeit qualifizieren

Um die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern, werden u.a. gemeinsame Medien, einschließlich einer gemeinsamen Internetpräsenz, Broschüre, Pressearbeit und Fachtage vorgeschlagen.

4.4 Qualifizierung und Wissenstransfer sicherstellen

Um sich als Partner für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen innerhalb eines komplexen Akteursfeldes positionieren und profilieren zu können, müssen und wollen Stadtteilkultureinrichtungen sich und ihre Arbeit ständig qualifizieren.
Aktuelle Themen sind hier insbesondere inhaltliche, konzeptionelle, pädagogische und methodische Fragestellungen zu den Themen Inklusion/Integration und Partizipation in der Stadtteilkulturarbeit.
Ebenso jedoch auch organisatorische und Managementaufgaben, wie Öffentlichkeitsarbeit, Qualitätsmanagement, Gewinnung von Ehrenamtlichen und Themen rund um die Vereinsführung. Qualifizierung und Wissenstransfer können / sollen in unterschiedlichen Formaten stattfinden.

4.5 Bürgerschaftliches Engagement fördern

Das Institut für Kulturpolitik sieht es als gemeinsame Aufgabe von Verwaltung, Einrichtungen und Politik an, das bürgerschaftliche Engagement in der Stadtteilkulturarbeit als im weitergefassten Sinne einer „Kultur der Partizipation“ in der Stadt zu fördern und weiterzuentwickeln. Stadtteilkulturarbeit ist ein wichtiges Aktionsfeld der Bürgergesellschaft und bürgerschaftliches Engagement daher in allen Ausprägungen in den Blick zu nehmen: klassisches Ehrenamt, punktuelles Engagement, Freiwilligentätigkeit, Bürgerbeteiligung etc.
Hier bietet sich nach Ansicht des Instituts auch ein Feld für einen bundesweiten Fachaustausch, da die Stadtteilkulturarbeit Hannovers sich in besonderer Weise durch eine ausgeprägte Historie kooperativ strukturierter Stadtteilkulturarbeit auszeichnet, in der sowohl kommunale Einrichtungen als auch frei-gemeinnützige Träger zusammen den Arbeitsbereich der Stadtteilkultur gestalten.

4.6 Verlässlichkeit und Verbindlichkeit herstellen

Für die vereinsgetragenen Einrichtungen werden mehrjährige Verträge vorgeschlagen, um eine Verlässlichkeit hinsichtlich der Rahmenbedingungen zu erhalten. Eine solche Verlässlichkeit für die Vereine muss einhergehen mit verbindlichen Vereinbarungen hinsichtlich der zu erbringenden Leistungen, wie z.B. Zielvereinbarungen, Berichtswesen, Öffentlichkeitsarbeit aber auch Mitwirkung an Austausch-Plattformen sowie Weiterbildung.

4.7 Dialog verbessern

Nach Ansicht des Instituts für Kulturpolitik birgt die Stadtteilkulturarbeit in Hannover großes Potenzial als kultureller Partner im Verbund mit sozialen Akteuren, Bildungseinrichtungen, Stadtteilentwicklung sowie weiteren Akteuren und Einrichtungen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen in der Stadt beizutragen.
Nach Ansicht des Instituts ist es eine vorrangige Aufgabe, die politische und öffentliche Wahrnehmung dieses Potenzials zu stärken. Dies reicht von der Anerkennung der gesellschaftlichen Leistungen über die stärkere Anerkennung und Nutzung der der vielfältigen Fachlichkeit bis hin zur Sicherstellung der Partizipation der Stadtteilkultureinrichtungen an kulturpolitischen Entwicklungen, wie z.B. im Rahmen des Stadtdialogs „Mein Hannover 2030“.



5. Umsetzung
Mit der Umsetzung der Empfehlungen wird in diesem Jahr begonnen. An der Konkretisierung der nächsten Schritte werden wiederum die Einrichtungen (Haupt- und Ehrenamtliche) beteiligt. Für 2015 stehen die Themen:
- Angebotsformate und -entwicklung
- Qualifizierung und Vernetzung
- Öffentlichkeitsarbeit

auf der Agenda. Zum einen ist die Arbeit an diesen Themenfeldern im Rahmen des Dialogprozesses von so gut wie allen Einrichtungen als wichtig erachtet worden. Zum anderen wurde der Verwaltung im Rahmen der Entscheidung zum Haushalt 2015 mit dem Antrag H-0119/2015 der Auftrag erteilt,
- Fortbildungen für die in den Kulturtreffs ehrenamtlich Tätigen und zur Stärkung der Netzwerkarbeit der Stadtteilkultureinrichtungen zu ermöglichen bzw. zu organisieren
- sowie eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsformate zu entwickeln und umzusetzen.
Hierfür wurden zusätzliche Mittel in Höhe von 30.000 EUR zur Verfügung gestellt, über deren Verwendung dem Kulturausschuss halbjährlich zu berichten ist. Zudem wurde die Verwaltung aufgefordert, den Abschluss von Zuwendungsverträgen mit einer Laufzeit von 3 Jahren zum Haushaltsjahr 2016 zu prüfen, um den Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten zu verringern und die Planbarkeit zu verbessern.

Im Frühjahr 2015 wird zudem ein „Werkstattbericht Stadtteilkulturarbeit“ veröffentlicht, der einer breiteren Öffentlichkeit die Ergebnisse aus der vorliegenden Studie vorstellen wird.

Im Rahmen des Stadtdialogs „Mein Hannover 2030“ sind die Einrichtungen zu den kommenden Veranstaltungen eingeladen und aufgefordert, ihre Erfahrungen und Ideen einzubringen. Insbesondere in zwei Dialogveranstaltungen Anfang Mai 2015, die Kultur- und Bildungsnetzwerke in den Stadtteilen zum Thema haben, wird es auch um die Rolle und Entwicklungsperspektiven der Stadtteilkultureinrichtungen gehen.

Mit der Beschlussdrucksache 0108/2015 wird darüber hinaus den Ratsgremien empfohlen, die Freizeitheime Linden, Vahrenwald, Ricklingen, Lister Turm, Weiße Rose Mühlenberg, Döhren, Stöcken und der Stadtteiltreff Sahlkamp umzubenennen in Stadtteilzentren, da diese Bezeichnung sehr viel besser - im oben beschriebenen Sinne – widerspiegelt, was die Einrichtungen heute ausmacht.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Angebote der Stadtteilkulturarbeit richten sich generell an alle Geschlechter. Genderspezifische Aspekte fließen auch in die konzeptionellen Überlegungen zu besonderen Projekten und Formaten ein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfolgen das Ziel, unterschiedliche Lebenslagen aufzugreifen, den geschlechtsspezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden, Barrieren abzubauen und Chancengleichheit herzustellen.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen in Euro:
Teilfinanzhaushalt 43 - Investitionstätigkeit
Bezeichnung
EinzahlungenAuszahlungen
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Beiträge u.ä. Entgelte für Investitionstätigkeit €0.00
Veräußerung von Sachvermögen €0.00
Veräußerung von Finanzvermögensanlagen €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
  
  
Erwerb von Grundstücken und Gebäuden €0.00
Baumaßnahmen €0.00
Erwerb von bewegl. Sachvermögen €0.00
Erwerb von Finanzvermögensanlagen €0.00
Zuwendungen für Investitionstätigkeit €0.00
Sonstige Investitionstätigkeit €0.00
  
Saldo Investitionstätigkeit €0.00
€0.00

Teilergebnishaushalt 43 - Investitionstätigkeit
Produkt 27302
Produkt 27301
Bildungsnetzwerke
Stadtteilkulturarbeit
Angaben pro Jahr
Ordentliche ErträgeOrdentliche Aufwendungen
Zuwendungen und allg. Umlagen €0.00
Sonstige Transfererträge €0.00
Öffentlichrechtl. Entgelte €0.00
Privatrechtl. Entgelte €0.00
Kostenerstattungen €0.00
Auflösung Sonderposten (anteilige Zuwendungen) €0.00
Sonstige ordentl. Erträge €0.00
  
Außerordentliche Erträge €0.00
  
Erträge aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Personalaufwendungen €0.00
Sach- und Dienstleistungen €0.00
Abschreibungen €0.00
Zinsen o.ä. (TH 99) €0.00
Transferaufwendungen €0.00
Sonstige ordentliche Aufwendungen €30,000.00
  
Saldo ordentliches Ergebnis (€30,000.00)
Außerordentliche Aufwendungen €0.00
Saldo außerordentliches Ergebnis €0.00
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo aus internen Leistungsbeziehungen €0.00
Saldo gesamt (€30,000.00)
Die Mittel stehen im Teilergebnishaushalt 43 zur Verfügung.

43.2 
Hannover / Feb 11, 2015