Anfrage Nr. 0253/2023:
Anfrage von Ratsherrn Böning: Heute Berlin, morgen Hannover? Sind "Sprachempfehlungen" auch für den städtischen Ordnungsdienst geplant?

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Anfrage von Ratsherrn Böning: Heute Berlin, morgen Hannover? Sind "Sprachempfehlungen" auch für den städtischen Ordnungsdienst geplant?

Die Berliner Polizei soll bestimmte Begriffe und Formulierungen künftig nicht mehr verwenden. Während eine Vermeidung von Worten wie zum Beispiel "Behinderte" (für "Personen mit Behinderung") noch durchaus nachvollziehbar ist, ist das quasi-Verbot von Begriffen wie "Südländer" oder auch "Holocaust" (plus weitere Begriffen) unverständlich.

Die Beamten und Beamtinnen der Berliner Polizei werden in einem 29-seitigen polizeiinternen Papier aus Dezember 2022 angehalten, "besonders im Umgang mit vorurteilsbehafteten Themen" eine Sprache zu wählen, "die nicht von der Mehrheitsbevölkerung vorgegeben wird, sondern von den Betroffenen selbst".

Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:

1.) Gibt es von Seiten der Verwaltung Überlegungen, eine ähnliche Empfehlung bzw. Anweisung auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes herauszugeben?

2.) Unabhängig davon, ob eine solche "Empfehlung" auch in Hannover geplant ist: Ist man in Hannover der Auffasung, dass eine solche Vorgabe bestehende Probleme lösen oder zumindest verringern könnte?

3.) ...oder ist man vielleicht vielmehr ebenfalls der Meinung, dass ein solches Vorgehen womöglich "Wasser auf die Mühlen der ganz-Rechten" sein könnte?