Drucksache Nr. 0240/2018:
Bebauungsplan Nr. 456, 4. Änderung - südlich Celler Straße,
Aufstellungsbeschluss

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksacheBeschlussdrucksache
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Verwaltungsausschuss
An den Stadtbezirksrat Mitte (zur Kenntnis)
 
Nr.
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0240/2018
2
 

Bebauungsplan Nr. 456, 4. Änderung - südlich Celler Straße,
Aufstellungsbeschluss

Antrag,

die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 456, 4. Änderung zu beschließen.

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Unterschiedliche Auswirkungen auf alle Geschlechter sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar und werden im weiteren Verfahren geprüft.

Kostentabelle

Finanzielle Auswirkungen werden im weiteren Verfahren geprüft. Es ist beabsichtigt, einen städtebaulichen Vertrag mit dem zukünftigen Investor abzuschließen.

Begründung des Antrages

Das Plangebiet befindet sich in zentraler Lage südlich der Celler Straße zwischen Herschelstraße, Brüderstraße und Goseriede im Stadtteil Mitte. Zurzeit wird das Grundstück (postalisch: Goseriede 16) von der Niederlassung Hannover der Deutschen Postbank AG genutzt, wobei nicht mehr alle Gebäudeteile auch tatsächlich noch genutzt werden. Das Grundstück liegt im rechtsverbindlichen Bebauungsplan Nr. 456 aus 1971 und ist als Kerngebiet (MK) und zusätzlich als Fläche für den Gemeinbedarf, Zweckbestimmung Postscheckamt, festsetzt. Im Geltungsbereich ist bisher eine XI-geschossige Bebauung zulässig, die Grundflächenzahl beträgt 0,6 und die Geschossflächenzahl 2,0.

Die Verwaltung hat Kenntnis darüber erlangt, dass die bisherige Büronutzung im Plangebiet aufgegeben werden soll und das Grundstück zur Vermarktung ansteht. Da das Grundstück als Kerngebiet und zusätzlich für Nutzungen des Gemeinbedarfs (Zweckbestimmung Postscheckamt) festgesetzt ist, ist es erforderlich, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, um eine städtebaulich sinnvolle Nachnutzung der ca. 18.700 qm großen Fläche planungsrechtlich vorbereiten zu können.

Das Grundstück ist durch seine besondere Lagegunst sowohl zum Stadtzentrum als auch zum innerstädtischen Naherholungs- und Grünbereich des ehem. St. Nikolaifriedhofes gekennzeichnet. Die Stadtbahnhaltestelle "Steintor" befindet sich in fußläufiger Entfernung. An der Celler Straße, in Höhe der Mitte des Plangebietes halten die Stadtbuslinien 128 und 134 (Haltestelle "Am Klagesmarkt").

Vor diesem Hintergrund ist es städtebaulich sinnvoll, das Plangebiet einer gemischten Nutzung zuzuführen. Der Anteil der gewerblichen Flächen, z.B. für Büro-, Dienstleistungs- und Einzelhandelsnutzungen soll dabei rund 50 % betragen. In diesem Nutzungsspektrum sind auch kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Einrichtungen denkbar. Vergnügungsstätten jedweder Art sollen im gesamten Plangebiet ausgeschlossen werden. Angesichts des weiter steigenden Bedarfs an Wohnraum in gut erschlossenen innerstädtischen Lagen ist es stadtentwicklungspolitisches Ziel, das Plangebiet insbesondere auch für Wohnnutzungen zu öffnen und die daraus erwachsenden notwendigen Infrastruktureinrichtungen wie z. B. Kindertagesstätte, Hort oder Krippe am Standort vorzuhalten. Hotelnutzungen sollten am Standort nicht etabliert werden.

Unter der Voraussetzung, dass zukünftig alle genannten Nutzungen im Plangebiet zulässig sind, soll auch die Ausweisung des Plangebiets als Urbanes Gebiet (MU) im weiteren Verfahren geprüft werden.

Städtebauliches Ziel sollte eine maßstäbliche Fortentwicklung des bestehenden Stadtgrundrisses sein, der die Fläche als Quartier neu erlebbar machen kann. Hierzu gehört auch eine ergänzende Durchwegung des Plangebietes mit zusätzlichen öffentlichen Straßen. Mit Blick auf die angrenzenden bebauten Bereiche ist aus städtebaulicher Sicht eine IV- bis VI-geschossige Bebauung der richtige stadträumliche Maßstab für das Plangebiet. Ein Hochpunkt im Maßstab des DGB-Hauses an südlicher Position wäre denkbar.

Ziel der Landeshauptstadt Hannover ist es, im Zuge des weiteren Planverfahrens einen städtebaulichen Vertrag zwischen dem (neuen) Grundstückseigentümer und der Landeshauptstadt Hannover zu verhandeln. Hierüber soll unter anderem sichergestellt werden, dass mindestens 25% der geplanten Wohnungen als geförderte Wohnungen errichtet werden müssen. Darüber hinaus soll der Eigentümer verpflichtet werden, einen städtebaulich/hochbaulichen Wettbewerb für das Plangebiet auszuloben, um darüber die richtige städtebauliche Figur für die zukünftige Bebauung des Plangebietes in Alternativen diskutieren zu können. Die Ergebnisse des Wettbewerbes sollten dann in die Festsetzungen des Bebauungsplanentwurfes einfließen. Die Auslobungstexte des Wettbewerbes sind mit dem Baudezernat der Landeshauptstadt Hannover einvernehmlich abzustimmen.

Auf der Grundlage dieses Beschlusses kann bei Bauanträgen, die den vorgenannten Planungszielen widersprechen, eine Zurückstellung der Bauanträge gemäß § 15 BauGB erfolgen und ggf. kann zur Sicherung der Planung eine Veränderungssperre für das Plangebiet gemäß § 14 BauGB beschlossen werden.
61.11 
Hannover / Jan 30, 2018