Drucksache Nr. 0073/2026 F1:
Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage der AfD-Fraktion zu Stromsicherheit und Katastrophenschutz in Hannover
in der Ratssitzung am 29.01.2026, TOP 3.3.

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverDrucksachen-Zeichen
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0073/2026 F1
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Antwort der Verwaltung auf die
Anfrage der AfD-Fraktion zu Stromsicherheit und Katastrophenschutz in Hannover
in der Ratssitzung am 29.01.2026, TOP 3.3.

Der jüngste großflächige Stromausfall in Berlin hat erhebliche Defizite im Bereich der Krisenvorsorge, Kommunikation und Koordination offenbart. Medienberichten zufolge kam es unter anderem zu mangelhafter Information der Bevölkerung, unklaren Zuständigkeiten, Verzögerungen bei der Einrichtung von Notunterkünften sowie unzureichend vorbereiteten Abläufen.

Wir fragen die Verwaltung:

  1. Wie ist die Stromversorgungssicherheit in der Landeshauptstadt Hannover aktuell bewertet, insbesondere im Hinblick auf großflächige oder länger andauernde Stromausfälle?
  2. Wie ist der Katastrophenschutz der Stadt Hannover für den Fall eines längerfristigen Stromausfalls aufgestellt? (Notfallpläne, Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur z. B. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Wasser- und Abwasserversorgung, Zahl funktionsfähiger Notstromaggregate)
3. Wie würde die Kommunikation mit der Bevölkerung im Krisenfall sichergestellt, wenn moderne Kommunikationsmittel nur teilweise oder gar nicht zur Verfügung stehen?

Text der Antwort

Wie ist die Stromversorgungssicherheit in der Landeshauptstadt Hannover aktuell bewertet, insbesondere im Hinblick auf großflächige oder länger andauernde Stromausfälle?

Die Bewertung der Stromversorgungssicherheit in der Landeshauptstadt Hannover kann nur auf der Basis von Informationen der enercity Netz GmbH als verantwortlicher Netzbetreiberin erfolgen:
enercity nimmt als Unternehmen mit kommunaler DNA und als Netzbetreiberin der Landeshauptstadt Hannover die Stromversorgungssicherheit sehr ernst. Das Stromnetz verfügt in der Regel über mehrere technisch unabhängige Rückfallebenen und ist damit äußerst robust ausgelegt. Zusätzlich trägt die nahezu vollständige unterirdische Verlegung der Leitungsinfrastruktur im urbanen Raum zu einer besonders hohen Ausfallsicherheit bei.
Dies bestätigt auch der SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index), ein zentraler Indikator für die Zuverlässigkeit von Energienetzen: Hannover liegt bei der Dauer von Versorgungsunterbrechungen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Gleichwohl gilt: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.

Um mögliche Risiken weiter zu minimieren, überprüft enercity die Netzinfrastruktur fortlaufend, führt regelmäßige Stresstests durch und entwickelt die Prüf- und Sicherheitsroutinen kontinuierlich weiter. Die fortschreitende Digitalisierung und die dadurch gewonnenen Daten ermöglichen es zudem, Belastungssituationen besser zu simulieren, Netzausbau zielgerichteter zu planen und Maßnahmen präziser umzusetzen. Darüber hinaus engagiert sich enercity in bundesweiten Initiativen zum Schutz kritischer Infrastrukturen.

Frage 2:
Wie ist der Katastrophenschutz der Stadt Hannover für den Fall eines längerfristigen Stromausfalls aufgestellt? (Notfallpläne, Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur z. B. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Wasser- und Abwasserversorgung, Zahl funktionsfähiger Notstromaggregate)

Für die Landeshauptstadt Hannover existiert seit dem Jahr 2013 eine Gefahrenabwehrplanung für einen langanhaltenden, flächendeckenden Stromausfall. Insbesondere sind Krankenhäuser, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Dialysezentren und Apotheken berücksichtigt. Das Konzept wird regelmäßig auf Aktualität überprüft und entsprechend angepasst.

Stationäre Netzersatzanlagen gibt es neben den Krankenhäusern auch in vielen weiteren Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur (KRITIS), dazu zählen unter anderem die Feuer- und Rettungswachen und das Neue Rathaus, aber zum Beispiel auch Anlagen der Abwasserentsorgung. Es existiert ein stadtweites Konzept zur Kraftstoffversorgung von besonderen Einrichtungen der KRITIS.

Für den mobilen Einsatz halten die Feuerwehr sowie die Einheiten des Katastrophenschutzes und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk zudem Stromerzeuger in verschiedenen Größenordnungen vor.


Frage 3:
Wie würde die Kommunikation mit der Bevölkerung im Krisenfall sichergestellt, wenn moderne Kommunikationsmittel nur teilweise oder gar nicht zur Verfügung stehen?

In der Frühphase eines Stromausfalls gilt es noch vorhandene Kommunikationsmittel zu nutzen, um die Bevölkerung auf den Ausfall dieser Kommunikationsmittel und die vorhandenen Alternativen vorzubereiten. Hierbei nimmt das Modulare Warnsystem des Bundes eine zentrale Rolle ein.

In Abhängigkeit des Gebietes, indem der Stromausfall besteht, können Lautsprecherfahrzeuge eingesetzt werden, um Kernbotschaften an die betroffene Bevölkerung zu übermitteln.

Die im Katastrophenschutzkonzept der Landeshauptstadt Hannover vorgeplanten Notfallinformationspunkte dienen unter anderem auch der Sicherstellung einer Basiskommunikation mit der Bevölkerung.

Derzeit prüft die untere Katastrophenschutzbehörde der Landeshauptstadt Hannover die Möglichkeit eines Notfallinformationsradios. Hierüber sollen im Krisenfall lokal für Hannover wichtige Informationen über eine resiliente Radiostation an die Bevölkerung transportiert werden.