Drucksache Nr. 2595/2010:
Straßenbenennungen im Stadtteil Wettbergen
ersetzt Beschlussdrucksache Nr. 1112/2010 sowie Änderungsantrag Nr. 15-1529/2010

Inhalt der Drucksache:

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Landeshauptstadt HannoverBeschlussdrucksacheBeschlussdrucksache
In den Stadtbezirksrat Ricklingen
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Verwaltungsausschuss
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2595/2010
2
 

Straßenbenennungen im Stadtteil Wettbergen
ersetzt Beschlussdrucksache Nr. 1112/2010 sowie Änderungsantrag Nr. 15-1529/2010

Antrag,

folgende Straßenbenennungen für das Baugebiet "In der Rehre", Bebauungsplan Nr. 1522, zu beschließen:

1. Die westliche Erschließungsstraße, welche von der Straße In der Rehre in südliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Auf dem Sohlorte.

2. Der erste Wohnweg, welcher von der Straße "Auf dem Sohlorte" in östliche Richtung abzweig, erhält den Namen Hanna-Neuse-Straße.

3. Der zweite Wohnweg, welcher von der Straße "Auf dem Sohlorte" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Irma-Pickert-Weg.

4. Der dritte Wohnweg, welcher von der Straße "Auf dem Sohlorte" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Annemarie-Hoffmann-Weg.

5. Der vierte Wohnweg, welcher von der Straße "Auf dem Sohlorte" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Traute-Martin-Weg.

6. Die mittlere Erschließungsstraße, welche von der Straße In der Rehre in südliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Mühlenwinkel.

7. Der erste Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in westliche Richtung abzweig, erhält den Namen Lotte-Gleichmann-Weg.

8. Der zweite Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in westliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Ingeborg-Steinohrt-Weg.

9. Der dritte Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in westliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Gabriele-von-Glasow-Weg.

10. Der vierte Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in westliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Margarethe-Gehrig-Weg.

11. Der fünfte Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in westliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Katharina-Behrend-Weg.

12. Der erste Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in östliche Richtung abzweig, erhält den Namen Victorine-Endler-Weg.

13. Der zweite Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Minna-von-Mädler-Weg.

14. Der dritte Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Käthe-Vordtriede-Weg.

15. Der vierte Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Malwine-Enckhausen-Weg.

16. Der fünfte Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Sophie-Sichart-Weg.

17. Der sechste Wohnweg, welcher von der Straße "Mühlenwinkel" in östliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Luise-Westkirch-Weg.

18. Der östliche Fuß- und Radweg, welcher von der Straße In der Rehre in südliche Richtung abzweigt, erhält den Namen Vor der Kiehwiese.



Übersichtskarte siehe Anlage 1

Berücksichtigung von Gender-Aspekten

Benennungen von Straßen, Wegen und Plätzen dienen der Ordnungsfunktion und sicheren Auffindbarkeit. Die Straßenbenennung wird erforderlich, um im Baugebiet "In der Rehre" eine zweifelsfreie Adresszuordnung zu erreichen. Damit dient die Straßenbenennung allen Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen.

Die drei Namensgebungen nach Flurbezeichnungen sowie die 15 Benennungen nach Frauen mit einem Bezug zu Hannover entsprechen dem Ratsbeschluss vom 09.12.1999. Dieser sieht zwar vor, dass bei Benennungen nach Persönlichkeiten vorrangig Frauen berücksichtigt werden sollen, er schließt eine Benennung nach Flurbezeichnungen jedoch nicht grundsätzlich aus. So sollten Straßennamen möglichst einen Bezug zum örtlichen Bereich haben und den direkten räumlichen Zusammenhang wahren. Beide Punkte sind durch die angestrebten Benennungen nach örtlichen Flurbezeichnungen aus Wettbergen erfüllt.

Kostentabelle

Darstellung der zu erwartenden finanziellen Auswirkungen:
Investitionenin €bei HMK
(Deckungsring)/
Wipl-Position
Verwaltungs-
haushalt;
auchInvestitions-
folgekosten
in € p.a.bei HMK
(Deckungsring)/
Wipl-Position
EinnahmenEinnahmen
Finanzierungsanteile von DrittenBetriebseinnahmen
sonstige EinnahmenFinanzeinnahmen von Dritten
Einnahmen insgesamt0,00 € Einnahmen insgesamt0,00 € 
AusgabenAusgaben
ErwerbsaufwandPersonalausgaben2.175,00 €
Hoch-, Tiefbau bzw. SanierungSachausgaben625,00 €
EinrichtungsaufwandZuwendungen
Investitionszuschuss an DritteKalkulatorische Kosten
Ausgaben insgesamt0,00 € Ausgaben insgesamt2.800,00 € 
Finanzierungssaldo0,00 € Überschuss / Zuschuss-2.800,00 € 
Die Kosten für Straßenbenennungen sind als Durchschnittswerte zu betrachten.

Begründung des Antrages

Für die zukünftige Bebauung im oben genannten Bereich wird eine zweifelsfreie Adresszuordnung und damit die Benennung der neuen Straßen erforderlich.



Daher hatte die Verwaltung mit Beschlussdrucksache Nr. 1112/2010 das Benennungsverfahren zunächst eingeleitet. Hierzu hat der Stadtbezirksrat Ricklingen am 26.08.2010 einstimmig den Interfraktionellen Änderungsantrag Nr. 15-1529/2010 beschlossen.

Nachdem die Frage aufgekommen ist, ob diese Benennungswünsche mit den Grundsätzen für die Straßenbenennung vereinbar sind, wurde nunmehr ein gemeinsamer Kompromissvorschlag erarbeitet und mit Schreiben vom 08.11.2010 durch Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (s. Anlage 2) an die Verwaltung herangetragen.

Mit dem nunmehr erarbeiteten Benennungskonzept werden vorrangig Frauennamen mit Hannoverbezug vorgesehen. Lediglich die zwei Haupterschließungsstraßen sowie die östliche Fuß- und Radwegverbindung, welche jeweils von der Straße In der Rehre abzweigen und in südliche Richtung verlaufen, werden nach örtlichen Flurbezeichnungen benannt. Damit wird die Systematik der angrenzenden bestehenden Straßennamen nach Flurbezeichnungen -Poggendiek und Nachtbleek im Westen sowie Auf dem Grethel im Osten des Baugebietes- aufgegriffen. Angesichts der Erschließungssituation werden für die Wohnwege drei Gruppen mit Frauennamen gebildet. Im westlichen Abschnitt entsteht der Bereich soziales Engagement mit örtlichem Bezug, im mittleren Abschnitt der Bereich Kunst und im östlichen Abschnitt der Bereich Literatur.


zu 1.
Auf dem Sohlorte: Ufm Sallohe, Ufm Sallhorn (1678), Vor dem Zallhorn (1857): Sole = Sudel, Schlamm. Eine Flur, die an den Hirtenbach und die feuchte Senke der Empelder und Wettberger Gemeindeweide grenzte.
Quelle: Wetberga, Kleine Chronik von Wettbergen 1055 - 1857, v. Peter Seifried

zu 2.
Hanna Neuse: geb. am 24.07.1920 in Hannover, verst. am 15.09.2001 in Hannover, war 30 Jahre ehrenamtliche Mitarbeiterin der städtischen Altenhilfe Hannover und leitete Seniorenkreise im FZH Ricklingen und FZH Weiße Rose. Nach dem 2. Weltkrieg war sie beim Deutschen Siedlerbund an der Aufbauarbeit beteiligt und gehörte der Siedlergemeinschaft „Grünlinde“ (Oberricklingen) über 20 Jahre als Vorsitzende an. Sie erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Quelle: Briefe der Siedlergemeinschaft Groß-Ricklingen sowie der Ratsherrin Lore Henkel; Kommunaler seniorenservice Hannover

zu 3.
Irma Pickerd: geb. Lahmann, geb. am 09.04.1911 in Hannover-Wettbergen, verst. am 19.10.2004 in Hannover, gründete 1983 mit Ihrem Mann die Pickerd-Stiftung, welche sich insbesondere für die Schaffung von Wohnstätten für ältere behinderte Menschen einsetzt.
Quelle: HAZ v. 20.10.2004

zu 4.
Annemarie Hoffmann: geb. am 06.03.1914 in Hannover-Linden, verst. am 29.06.1988 in Hannover, war von 1969 bis 1971 Vorsitzende der Wettberger Ortsgruppe des DRK.
Quelle: DRK Hannover

zu 5.
Traute Martin: geb. am 10.10.1926 in Praust, verst. 29.07.2008 in Hannover, erhielt am 29.08.1996 den Bürgerpreis des Stadtbezirks Ricklingen für Ihr Engagement in der Alten- und Kinderarbeit in der Wettberger Ortsgruppe des DRK. Von 1971 bis 1993 war sie die Vorsitzende des DRK in Wettbergen. Außerdem war sie Schriftführerin des Verbandes Wettberger Vereine.
Quelle: Buergerpreis.fidele-doerp.de/1996-traute-marin-erhardt-kruebbe.php; DRK Hannover

zu 6.
Mühlenwinkel: Vor der Mordmühlen, Vorm Mühlenwinkel (1687), Im Mühlenwinkel (1857), Mühlenwinkel (1983): Im äußersten Osten der Feldmark vor der ehemaligen Mordmühle.
Quelle: Wetberga, Kleine Chronik von Wettbergen 1055 - 1857, v. Peter Seifried; Stadtkarte 1:1000 v. 2010

zu 7.
Lotte Gleichmann: geb. Giese, geb. am 20.03.1890 in Aurich, verst. am 06.04.1975 in Hannover, studierte von 1908 bis 1912 an der Kunstakademie in Breslau und anschließend Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Berlin. 1915 heiratete sie Otto Gleichmann. Sie war Zeichenlehrerin in Potsdam und anschließend in Hannover. 1918 schloss sie sich der Hannoverschen Sezession an und gründete 1920 die Malerinnengruppe der Gedok in Hannover, welche sie auch viele Jahre leitete. Ihre Bilder stelle sie in Düren, Bielefeld und sogar in Oslo und der Schweiz aus. Während der NS-Zeit stelle sie das Malen ein. Ein Großteil ihrer Bilder wurden 1943 vernichtet.
Quelle: Hannoversches Biographisches Lexikon, Von den Anfängen bis in die Gegenwart; Sophie & Co., Bedeutende Frauen Hannovers

zu 8.
Ingeborg Steinohrt: geb. am 13.07.1917 in Berlin, verst. am 10.04.1994 in Hannover, studierte von 1937 bis 1941 an der “Meisterschule des deutschen Handwerks” sowie von 1941 bis 1944 in München. Dort war sie Meisterschülerin von B. Bleeker. Die letzten Kriegsjahre arbeitete sie in einer keramischen Werkstatt in Diessen. Seit 1947 war die freischaffende Bildhauerin in Hannover tätig und beteiligte sich an mehreren Ausstellungen im In- und Ausland.
Quelle: Verzeichnis bildender Künstler, hrsg. vom Kulturamt der LHH; Sophie & Co., Bedeutende Frauen Hannovers

zu 9.
Gabriele von Glasow: geb. am 12.05.1928 in Partheinen/Heiligenbeil, Ostpreußen, verst. am 24.07.2004 in Hannover. Die Malerin, Gesangspädagogin und Sängerin wuchs auf dem Gut Partheinen in der Nähe des Frischen Haffs auf und beschäftigte sich schon als Kind ausgiebig mit Zeichnen. Aufgrund ihrer künstlerischen Begabung schickten die Eltern sie in ein Internat in die Kunststadt Weimar, wo sie Zeichenunterricht erhielt. Später nahm sie auch einmal wöchentlich in Jena Gesangsunterricht. In Folge des zweiten Weltkrieges floh Gabriele von Glasow sechzehnjährig zu Verwandten nach Vechta. 1948 konnte sie ein Gesangsstudium an der Folkwangschule in Essen aufnehmen. Hier setzte sie auch ihre Ausbildung im Zeichnen und Malen fort. Als ihre Lehrerin schwer erkrankte bat diese Gabriele von Glasow ihre Konzert- und Unterrichtsverpflichtungen zu übernehmen. Es folgten zahlreiche Konzert- und Oratorienaufführungen sowie ein kurzfristiges Engagement an der Bonner Oper. 1968 kam sie als Professorin für Gesang an die Hochschule für Musik und Theater nach Hannover und lehrte 21 Jahre lang . Als sie mit 61 Jahren in Pension ging, widmete sie sich ganz der Malerei. Ihr Atelier befand sich in der Podbielskistraße.
Quelle: www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/gabriele-von-glasow;

zu 10.
Margarethe Gehrig: geb am 01.03.1895, verst. am 29.10.1983 in Hannover. Die musikbegeisterte und engagierte Margarethe Gehring lud unter Mithilfe des städtischen Kulturamtes am 24.11.1949 zu einem "Konzert Junger Künstler". Damit wurde eine Initiative für hochbegabte Nachwuchsmusiker ins Leben gerufen. Bereits im Dezember 1949 und Januar 1950 folgten weitere Konzerte. Im Herbst 1950 übernahm das Kulturamt der Stadt Hannover die Durchführung der Konzerte und wählte die Bewerber, die aus ganz Deutschland kamen, für die Teilnahme aus. Als 1952 das Niedersächsische Kultusministerium und der Nordwestdeutsche Rundfunk als Förderer dieser regelmäßig stattfindenden Konzerte dazu kamen, wählte eine fünfköpfige Jury die Teilnehmer aus. 1957 übernahm der Deutsche Musikrat die rechtsgültige Trägerschaft und gründete die "Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler". In Hannover können weiterhin in etwa sechs Konzerten pro Saison junge Musikerinnen und Musiker ihr Können beweisen.
Quelle: Hannover Chronik: von den Anfängen bis zur Gegenwart: Zahlen, Daten Fakten;
60 Jahre Konzerte Junger Künstler 1949 - 2009, Deutscher Musikrat

zu 11.
Katharina Eleonore Behrend: geb. am 26.07.1888 in Leipzig, verst. am 29.12.1973 in Den Haag, Niederlande, kam um 1900 nach Hannover und verbrachte hier ihre Jugendzeit. Mit 16 Jahren hat sie ihre erste Plattenkamera zur Hand genommen und hat ihre Familie, Freunde und die Stadt Hannover auf zahlreichen Fotografien festgehalten. Die Amateurfotografin ging bei ihrer Arbeit professionell vor. Sie entwickelte und vergrößerte ihre Aufnahmen selbst und dokumentierte Zeit, Ort und Person. Ihre rund 900 Aufnahmen geben ein gutes Stück Zeitgeschichte wieder. Eine Auswahl ihrer Aufnahmen wurde 1994 im Historischen Museum ausgestellt. Durch ihre Heirat mit einem Holländer kam Katharina Behrend nach Leiden, daher erhielt auch das dortige Museum ihren gesamten Nachlass von Bildern und Tagebüchern.
Quelle: HAZ und NP v. 28.09.1994;

zu 12.
Victorine Endler: geb. Bleser, geb. am 17.01.1853 in Trier, verst. am 29.01.1932 in Hannover. Schriftstellerin, die Ihre Werke unter dem Pseudonym Antonie Haupt veröffentlichte. 1884 erschien ihre erste Novelle, gefolgt von zahlreichen Romanen und Erzählungen. 1887 heiratete sie Bernhard Endler und zog mit ihrem Mann nach Hannover. Hier schrieb sie u. a. die Erzählungen „Bernward von Hildesheim“ und „Das goldenen Dach von Hildesheim“. Der Künstlername Antonie Haupt kann aufgrund der Ähnlichkeit zur Hauptstraße im Stadtteil Wettbergen nicht verwendet werden.
Quelle: Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinen des 18. u. 19. Jhs.; Sophie & Co., Bedeutende Frauen Hannovers; Jahrbuch 1995 des Kreises Cochem-Zell

zu 13.
Minna von Mädler: geb. von Witte, geb. am 15.10.1807 in Hannover, verst. am 05.03.1891 in Hannover, verfasste bereits im Alter von 8 Jahren kleine Gedichte. Mit 19 Jahren veröffentlichte sie das Gedicht „Lilli“, welches von dem Hofmaler Ramberg illustriert wurde. Der Erlös kam Verunglückten einer Überschwemmung in Hannover zu Gute. Mehrere Jahre später brachte sie zusammen mit der Landgräfin Elisabeth von Hessen-Homburg ebenfalls zu wohltätigen Zwecken eine Reihe von Sonetten heraus. Sie heiratete den Astronomen Mädler und übersiedelte 1840 mit ihm nach Dorpart / Livland, heute Estland. Auch hier bliebt sie literarisch tätig, sie schrieb Gedichte und übersetzte aus dem Englischen und Spanischen. Als Ihr Mann 1865 in den Ruhestand trat, zogen sie zunächst nach Bonn und dann nach Hannover.
Quelle: Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinen des 18. u. 19. Jhs.; Sophie & Co., Bedeutende Frauen Hannovers; deutsche-liebeslyrik.de/madler.htm

zu 14.
Käthe Vordtriede: geb. Blumenthal, geb. am 02.01.1891 in Hannover, verst. am 10.08.1964 in New York City, USA, Kaufmannstochter vermögender Juden, wuchs in Herford auf. Nach der Scheidung von dem Fabrikanten Gustav Adolf Vordtriede wohnte die alleinerziehende Mutter ab 1923 in Freiburg. Hier war sie zunächst als Universitätsangestellte, dann als Lokalredakteurin der "Volkswacht" mit Schwerpunkt Politik, Soziales und Kultur tätig. Im März 1933 erhielt sie Berufsverbot als Journalistin und kam im August vorübergehend in Schutzhaft. Anschließend arbeitete sie als Vertreterin und Marktforscherin für Sunlicht. Ende August 1939 gelang ihr die Flucht in die Schweiz, im Spätherbst 1941 konnte sie weiter in die USA ausreisen. In New York arbeitete sie als Putzfrau, Kindermädchen, Sekretärin und Haushälterin. Sie starb mitten in den Vorbereitungen zu ihrer Übersiedlung nach München, wo ihr Sohn Professor für Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaften geworden war. Bekannt wurde Käthe Vordtriede erst postum. Sie hatte an dem Schreibwettbewerb "Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933" der Harvard University teilgenommen. Ihr Beitrag wurde zwar als einer der aufschlussreichsten und informativsten ins amerikanische übersetzt, erschien als Buch auf Deutsch jedoch erst 1999.
Quelle: www.perlentaucher.de/autoren/1770.html; de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4the_Vordtriede

zu 15.
Malwine Enckhausen: geb. am 29.10.1843 in Hannover, verst. am 20.03.1932 in Hannover, wurde durch Ihre Eltern und Besuche des Hoftheaters zum Schreiben angeregt. Sie veröffentliche Novellen und andere Arbeiten in einer Leipziger Zeitschrift. 1883 erhielt

sie von etwa fünfhundert Bewerberinnen den ersten Preis eines Wettbewerbs für die beste schriftstellerische Arbeit.
Quelle: Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinen des 18. u. 19. Jhs.; Sophie & Co., Bedeutende Frauen Hannovers; www.zeno.org/pataky-1898/A/Enckhausen,+Frl.+Malwine

zu 16.
Sophie Sichart: geb. am 07.07.1832 in Hannover, verst. 06.02.1902 in Wennigsen, schrieb schon in jungen Jahren Gedichte. Ihre Prosa, Märchen und Balladen wurden in Zeitschriften und Zeitungen publiziert, 1896 wurde eine Sammlung ihrer Werke herausgegeben. 1885 wurde sie zur Konventualin des Damenklosters Wennigsen ernannt.
Quelle: Sohpie & Co., Bedeutende Frauen Hannovers

zu 17.
Luise Westkirch: geb am 08.07.1853 in Amsterdam, verst. am 11.07.1941 in München. Die Schriftstellerin wuchs in der bayrischen Pfalz auf, lebte nach dem frühen Tod des Vaters zunächst mit ihrer Mutter in Mainz und Wiesbaden bevor sie nach Hannover kam. Als Neunjährige schrieb sie ihr erstes Gedicht "An das Abendrot". Später folgten zahlreiche sozialkritische Romane.
Quelle: Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinen des 18. u. 19. Jhs., Sophie & Co., Bedeutende Frauen Hannovers

zu 18.
Vor der Kiehwiese: Die Kiehwiese(1857): Eine schmale Wiese entlang des Hirtenbaches. Der Name stammt vielleicht vom Niederdeutschen "Kil" (Keil) oder von "Kiw" (Streit). Im letzteren Fall könnte der Name auf einen Kampf- oder Duellplatz hinweisen.
Quelle: Wetberga, Kleine Chronik von Wettbergen 1055 - 1857, v. Peter Seifried
61.21 
Hannover / 17.12.2010